So teuer wird Gin Tonic auf der Lufthansa Langstrecke

In diesem Jahr haben die Kernmarken der Lufthansa Group nach und nach ein Buy on Board Konzept eingeführt. Bislang wird das Sortiment lediglich in der Economy Class auf Kurz- und Mittelstrecken angeboten, doch dies wird sich ab Dezember ändern. Dann werden die Onboard Delights auch auf Langstreckenflügen angeboten, wobei das Sortiment als Zusatzleistung zu verstehen ist.

Entsprechend befinden sich im Angebot auf Fernflügen keine vollwertigen Mahlzeiten sondern Snacks und alkoholische Getränke, die nicht im regulären Service inkludiert sind. Nun wurde die Menükarte des Buy on Board-Service auf Langstrecken veröffentlicht. Im Angebot einige „alte Bekannte“ von den Europa-Flügen.

Grundverpflegung bleibt Inklusivleistung

Gerüchte über Sortiment und Preise gibt es schon länger, nun wird es offiziell. Die Karte ist überschaubar, auf vier Seiten sind Süßigkeiten, salzige Knabbereien und alkoholische Getränke abgebildet. Die Preise sind identisch zu denen auf Kurz- und Mittelstreckenflügen. Zusätzlich zu den Gummibärchen, Schokoriegel und Chips werden auf Fernflügen noch weitere Snacks verkauft.

Foto: Lufthansa

Wir freuen uns, Sie heute an Bord begrüßen zu dürfen und Ihnen während
des Fluges unser neues Bordprogramm Onboard Delights anzubieten. Ergänzend zu dem bisherigen Mahlzeitenservice können Sie auf ausgewählten Flügen eine Vielfalt aus süßen und salzigen Snacks, sowie hochwertigen alkoholischen Spezialitäten wählen. Genießen Sie all das während des Onboard Delights Service zusätzlich zu den kostenlosen Mahlzeiten und Getränken. Wir wünschen guten Appetit und einen guten Flug!

Darunter Tortilla Chips, Mini-Guglhupf, Cracker oder vegane Früchtebällchen. Auf Flügen nach Japan werden zusätzlich Dinge wie Sake, Grünteewaffeln und Ricecracker verkauft.

Im Getränketeil der Karte sind Spirituosen wie Gin, Rum, Whisky, Wodka und Baileys in Miniaturform sowie ein Aperitivo-Spriz abgebildet. Auch hier überschneiden sich die Preise mit dem Onboard Delight Sortiment auf Europastrecken.

Softgetränke, Wein und Bier bleiben für Gäste der Economy und Premium Economy kostenfrei. Die vor Beginn der Pandemie angebotenen Spirituosen und Liköre werden also in Zukunft kostenpflichtig. Wer sich für Mixgetränke wie Gin&Tonic, Rum-Cola oder Wodka-Lomon entscheidet, bezahlt den Alkohol und bekommt den Softdrink dazu. Somit kommt ein Gin Tonic auf 6€, ein Drink mit Wodka oder Whisky 7€.

Im Unterschied zu früher wird das Sortiment etwas erweitert, künftig gehört auch Champagner dazu. Das 200ml-Fläschchen kommt von Laurent-Perrier und kostet 15€. Die Delights auf Fernflügen sollen lediglich das bestehende Angebot ergänzen und werden in einem ersten Schritt auf 37 längeren Routen erhältlich sein. Im Frühjahr 2022 sollen die Produkte dann auf allen Flügen angeboten werden.

Hier kommt Ihr zur Onboard Delights Karte auf Langstrecken

So teuer wird Gin Tonic auf der Lufthansa Langstrecke | Frankfurtflyer Kommentar

Der Kranich macht Ernst und weitet die Buy on Board Artikel auf die Langstrecke aus. Die ersten Gerüchte haben große Wellen geschlagen, viele haben uns gefragt was Lufthansa noch als Premium-Carrier ausmacht. Das inkludierte Basis-Angebot von mindestens einer Mahlzeit und einem Sandwich oder adäquaten Snack bleibt aber genauso wie das Getränkesortiment inklusive einiger Alkoholika.

Einige können den Änderungen auch etwas abgewinnen: So werden hochwertigere Markengetränke und sogar Champagner offeriert, dafür ist allerdings der Griff zur Kreditkarte nötig. Dass dies für Passagiere der Economy Class zutrifft mag noch bis zu einem gewissen Punkt nachvollziehbar sein, die Kunden der Premium Economy sind allerdings genauso betroffen. Hier wäre eine stärkere Differenzierung wünschenswert gewesen.

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13 Kommentare

  1. Ich benötige weder „hochwertige Markengetränke“ oder Champagner während eines Fluges. Wer unbedingt diese Dinge für sein „Flugglück“ braucht, kann das ruhig bezahlen. Ich erwarte weder in der Premium Economy Class noch in der Business Class „Getränkehalligalli“. Ich will bequem sitzen bzw. liegen, ausreichend Platz für Arme und Beine und bei zurückgestellter Lehne des Vordersitzes den Monitor nicht direkt vor der Nase haben. Eine ordentliches Medienauswahl und ausreichend Sanitärräume und bei BC freier Zugang zum Gang auch bei Zweierplätzen sind mir viel wichtiger.

  2. Für mich sind das wieder im Vergleich zu anderen Carriern glücklose Sparmassnahmen und entfernt LH weiter und weiter von einem 5* Carrier.Ich buche schon lange keine PE mehr, denn der Vorteil schrumpft, auch durch diese Massnahme, weiter zur Economy. In der BC ist der Service lange noch nicht auf Vor-Pandemie Niveau, auf meiner Rennstrecke nach Mexiko benutze ich nur noch Aeromexico im Dreamliner 787-9: Einzelsitze, tolle Verpflegung, Welcome-Drink, pünktlich, super freundlich, Self-Service Onboard Bar mit Tequila, Whiskey bl, Gin, Softdrinks, Kaffeemaschine, Chips, Obst, Sandwiches, Süssigkeiten etc., was will man mehr. Retourflug 1.880 Euro, LH will fast das dreifache. Ob ich jetzt von Hannover nach Frankfurt fliege onder Amsterdam, spielt keine Rolle.

  3. Was gar nicht geht, ist dass auch die Spirituosen in der PE bezahlt werden müssen. Das Essen in der LH ist sowieso schon am schlechtesten von allen PE Anbietern, da ist es dann schon frech bei €1800 noch für zwei Gin Tonic Geld zu nehmen…

    • Demnächst auch in ihrer LH biz class ;). Die treiben es solange, wie die Leute es mitmachen. Im Moment sticht KLM/AF bei Kulanz und Service in Europa mMn heraus.

  4. Man fällt auf 3 Sterne Air China Niveau. Auch wenn manchen sowas egal ist, geht es hier ja um das Gesamtprodukt ausgelegt auf alle Kundengruppe. Hier beschädigt sich die Marke Lufthansa nachhaltig.

    Traurig, dass die Lufthansa so agiert. Glücklicherweise gibt es sehr gute Alternativen auf der Langstrecke, insbesondere nach Asien. Viele Airlines bieten zum Beispiel auch in der Eco ein nicht Industrie Rührei Frühstück, was Freude macht und entsprechend jedes Sandwich locker in der Schatten stellt. Der Umgang mit def PremiumEco ist sowieso unterirdisch. Hoffe, dass da durch Konkurrenz aus Dubai und Singapur Druck entsteht. Ich sag nur „Book the Cook“ bei SQ.

    • Wir haben „Book the Cook“ auf dem Rückflug von Singapur nach Frankfurt gehabt und waren nicht begeistert. Bei dem ganzen Jubel über Singapore Airlines habe ich den Eindruck, dass der „Des Kaisers neue Kleider“-Effekt wirkt. PE ist bei Singapore okay, aber keineswegs so viel besser als die PE von LH, wie oft behauptet wird. Wir hatten 2019 den direkten Vergleich, weil wir auf dem Hinflug über codesharing mit LH geflogen sind. Beide Maschinen waren A 380.

  5. Lufthansa entwickelt sich immer mehr zur Billigairline.Hatte einen Flug von Frankfurt nach Orlando. Ich muss Essen miserabel und Sitzabstand katastrophal. Meine nächsten nicht mehr LH

  6. Für meine Begriffe ist das alles ein Sturm im Wasserglas. Kulinarik ist das Flugzeugessen sowieso nicht, egal in welcher Klasse. Soll u.a. auch mit dem reduzierten Luftdruck zusammenhängen, aber das wissen Ernährungspsychologen besser.

    Getränke müssen sein, bei der geringen Luftfeuchtigkeit keine Frage, Essen ist immer optional. Ich bin da auch nicht sicher, ob die Bordverpflegung von der Grundidee eigentlich ein Zeitvertreib sein soll?

    Nehmen wir das einmal an, dann ist heutzutage die USB-Steckdose zum Laden des Smrtphones oder Laptops und natürlich ein per WLAN verfügbares Bordprogramm sehr viel höher zu wichten als das Essen.

  7. Nie, nie im Leben würde ich mit Lufhansa fliegen!
    Nach Asien oder Afrika ist TK meine erste Option, oder vielleicht auch nach Amerika mit Turkish, mal sehen.
    aber nach NYC immer noch mit La Compagne.
    LH bleibt in der Vergangenheit für mich…Traurig aber leider ist es so.
    Schöne Grüsse aus Atlantic City.

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