So will Air France den Airbus A380 ersetzen

Spätestens seit Airbus das A380 Programm Anfang des Jahres einstellen musste ist jedem klar, dass die Airlines mit dem Superjumbo nicht wirklich glücklich sin. Air France ist hier sogar besonders unglücklich und die Airline kann es kaum erwarten den Airbus A380 aus der Flotte zu entfernen. Nachdem man nun einen Deal mit Airbus über die Rücknahme der eigenen Airbus A380 gemacht hat, sucht man nach einem Ersatz für den Airbus A380.

Viele Probleme des Air France Airbus A380 sind allerdings auch hausgemacht, denn die Airline hat viel zu lange gezögert in das Flugzeug zu investieren. So fliegt Air France als einzige Airline der Welt in dem Superjumbo immer noch die Kabine, welche das Flugzeug schon vor zehn Jahren bei der Auslieferung erhalten hat.

Besonders in der Business Class macht sich diese Investitionsfaulheit von Air France nun sehr negativ bemerkbar, denn die 80 Business Class Sessel im Oberdeck lassen sich zwar sehr weit zurücklehnen, allerdings nicht zu einem 180° flachen Bett, was in der Business Class eigentlich seit Jahren Standard ist.

Gerade Vielflieger meiden daher den Airbus A380 bei Air France und fliegen z.B. lieber mit der Boeing 777-300er oder der Boeing 787. Wenn die eigenen Kunden das größte Flugzeug in der Flotte schon gezielt meiden ist es natürlich entsprechend schwer, dieses noch zu füllen.

Für Air France steht daher fest, dass man nicht mehr die etwa 400 Millionen Euro investieren wird um die Kabine im Airbus A380 auf Vordermann zu bekommen, sondern man wird bis 2022 an der veralteten Kabine festhalten und bis dorthin alle Airbus A380 aus der Flotte entfernen. Hierbei gehen fünf Airbus A380 von Air France einfach an den Leasinggeber zurück und fünf Airbus A380, welche Air France gehören, werden von Airbus „in Zahlung genommen“.

Airbus möchte einen Gebrauchtmarkt für den Airbus A380 entwickeln und hier neue Betreiber für den Superjumbo finden.

Wie möchte Air France den Airbus A380 ersetzen?

Mit den Airbus A380 verliert Air France auch einige Kapazitäten auf der Langstrecke. Jedes Flugzeug hat bei Air France insgesamt 516 Sitzplätze. Wenn man diese Kapazitäten 1:1 mit kleineren Langstreckenflugzeugen ersetzen will, benötigt man mehr als nur zehn Maschinen.

Die naheliegenste Alternative wäre die Boeing 777-9X, welche im kommenden Jahr zum ersten mal ausgeliefert werden soll und dann das größte zweistrahlige Passagierflugzeug der Welt sein wird. Allerdings sieht Air France Chef Benjamin Smith den Ersatz für den Airbus A380 in deutlich kleineren Maschinen. Diese würden der Airline mehr Flexibilität geben.

So kann sich der CEO eine Bestellung über zusätzliche Airbus A350-900 oder auch Boeing 787-9 vorstellen, wobei wohl auch insbesondere der Airbus A330-900neo für Air France interessant ist. Der A330neo ist in der Anschaffung deutlich günstiger als die Boeing 787 und der Airbus A350 und insbesondere auch deutlich schneller verfügbar.

Man geht aktuell davon aus, dass Air France in den kommenden Monaten eine Bestellung von etwa 15 Langstreckenflugzeugen aufgeben wird um den Airbus A380 zu ersetzen.

So will Air France den Airbus A380 ersetzen | Frankfurtflyer Kommentar

Der Fall von Air France zeigt sehr deutlich, warum der Airbus A380 bei den Airlines nicht wirklich beliebt ist. Mit kleineren Flugzeugen ist man einfach flexibler und insbesondere die hohen Investitionen, welche man tätigen muss sobald man etwas an einem Airbus A380 ändert, schrecken viele Airlines ab.

Die Zeiten des Airbus A380 bei Air France gehen auf jeden Fall zu Ende und ich wäre nicht überrascht, wenn man den günstigen Airbus A330-900neo bestellt. Airbus ist auch sehr interessiert daran dieses Flugzeug zu verkaufen, da es auf dem Markt aktuell noch nicht auf sehr großes Interesse gestoßen ist. Die meisten Airlines setzen lieber direkt auf eine komplette Neuentwicklung, wie den Airbus A350 oder die Boeing 787.

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