Swiss kooperiert mit Sprüngli für Buy on Board

Im November wurden für das Serviceerlebnis an Bord der Lufthansa, Swiss & Austrian große Veränderungen angekündigt. Ab März gibt es die ersten Umstellungen, in der Economy Class wird auf Kurz- und Mittelstrecken ein Buy on Board-Konzept eingeführt.

Swiss hat bereits Erfahrungen mit BoB

Während sich die Umsetzung bei Lufthansa verzögert, gibt nun die Schweizer Tochtergesellschaft die ersten Details bekannt. In etwa einem Monat wird der neue Bordservice auf Swiss-Flügen von und nach Zürich eingeführt. Der Carrier hat bereits Erfahrungen mit einem derartigen Konzept. In Genf muss sich Swiss gegen die dort starken Lowcoster behaupten und bietet auf den betreffenden Strecken seit einigen Jahren die Verpflegung an Bord nur gegen Aufpreis an.

Am kleineren Drehkreuz hat sich das „Swiss Saveurs“-Konzept etabliert und wird in ähnlicher Form auf das restliche kontinentale Netz ausgeweitet. In Genf wird bereits mit dem traditionsreichen Schweizer Familienunternehmen Sprüngli gearbeitet, die Kooperation wird ausgeweitet. Die Confiserie stellt unter anderem Schokolade, Pralinen und Feingebäck her, sämtliche Produkte werden auf der neuen Swiss Saveurs Menükarte zu finden sein.Confiserie Sprüngli AG

Darunter fallen auch Müslis, Salate und Sandwiches die nach Rezepturen von Sprüngli hergestellt werden. Zur Auswahl stehen unter anderem ein Birchermüesli, eine Brezel mit Bündnerfleisch, ein Gemüse-Brioche oder auch die bekannten Luxemburgerli. Die Preise starten bei 7.50 CHF für ein Birchermüesli oder Sandwich und enden bei 18.50 CHF für eine warme, frisch zubereitete Mahlzeit auf längeren Flügen.

Weitere Schweizer Marken in der Menükarte

Den Produktverantwortlichen ist neben Auswahl, Qualität und Frische auch nachhaltige Verpackung und ein regionaler Bezug wichtig. Neben Sprüngli wird man daher auch andere bekannte Schweizer Marken und kleinere lokale Anbieter auf der Menükarte finden. Ferner sind Produkte wie Ragusa, Kägi Fret, Zweifel Chips oder heisse Schokolade von Caotina gelistet. Der Kaffee stammt von der kleinen Zürcher Kaffeerösterei miró manufactura de café, die ausschliesslich Kaffeebohnen aus fairem Handel bezieht.

In der Getränkeauswahl finden sich ausserdem Gin von Turicum aus Zürich und Whitefrontier Craft Bier aus Martigny im Wallis. Die Preise für Snacks und Getränke bewegen sich zwischen 3 und 12 CHF. Das gesamte Angebot von Swiss Saveurs ist hier einsehbar:

Los geht es am 30. März 2021 mit den Flügen von und nach Zürich, etwa einen Monat später wird das überarbeitete Konzept auf die Strecken von und nach Genf übernommen. Das Angebot wird auf Flügen ab 50 Minuten Flugzeit erhältlich sein, alle drei bis sechs Monate gibt es ein Update der Karte. In der Business Class bleibt das bewährte Konzept bestehen. Von den Verantwortlichen kam ein zu erwartendes Statement:

Wir freuen uns sehr, mit der Confiserie Sprüngli einen traditionsreichen, qualitativ herausragenden, lokalen Partner mit internationalem Renommee für die Zusammenarbeit gewonnen zu haben. Dadurch werden wir unseren Gästen auch in der Economy Class zukünftig eine sehr hochwertige und abwechslungsreiche Auswahl an frischen Snacks anbieten können. Auch bei der Verpackung gehen wir neue Wege und setzen, wenn immer möglich, auf nachhaltige Materialien.

Gleichzeitig wird im Zuge der BoB-Einführung ein eigenes Mineralwasser aus den Glarner Alpen lanciert. Eine Flasche „SWISS Altitude 1150“ wird – so wie die bekannte kleine Schokolade – allen Fluggästen kostenlos verteilt.

Swiss kooperiert mit Sprüngli für Buy on Board | Frankfurtflyer Kommentar

Ein Blick in die neue Menükarte ähnelt dem Sortiment und den Preisen einiger Mitbewerber. Der Fokus auf die lokalen Marken und deren Produkte ist zu begrüßen, Sprüngli steht allerdings in erster Linie für die Marke und die Rezeptur. Produktion und Lieferung übernimmt wohl ein Flugzeug-Caterer. Immerhin sind zwei warme Optionen gelistet, diese gibt es auf längeren Flügen mit Start nach 10 Uhr.

Auch bei Swiss bleibt eine kleine Flasche und die Schoggi erhalten. Der Wegfall der anderen bisher inkludierten Snacks und Getränke ist für die meisten Passagiere trotzdem ein Verlust. Warten wir ab wie es mit der Qualität von Sandwiches oder den warmen Gerichten aussieht, wenn Ende März zur Kasse gebeten wird.

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3 Kommentare

  1. Im Zukunft hat dann wohl Swiss in Europa eine neue Preisstrategie. Zumindest bei frühen Buchungen.
    Eco + Essen + Getränk + Koffer > Business Tickets

    • + den freien Mittelsitz gegen Aufpreis

      Interessantdiese Entwicklung als Baukasten vs all-incl bei Business Class.

      Da Geschäftsreisende in Europa wegen den Reisereglements oft nicht Business buchen können, könnte also zukünftig die Business Class sich wieder füllen mit Privaten. Verkehrte Welt.

  2. Als die SWISS in ihren frühen Jahren die Verpflegung gegen Bezahlung eingeführt hatte, fand ich den Schritt richtig, weil zuvor die Qualität nach meinem Empfinden auf keinem guten Niveau war und ich so meist darauf ohnehin verzichtet hatte. Mit dem neuen Konzept hatte man eine gute Auswahl gegen Bezahlung – also eine WAHL zu haben war wichtig.

    Dieses mal fällt das anders aus, da die bisherige Gratis Verpflegung der SWISS vergleichsweise gut ist und meiner Meinung nach die SWIISS auch preislich „sehr gut unterwegs“ ist. Wenn das so bleibt, dann finde ich die Strategie hier richtig.

    Das Verpflegungs-Angebot muss sich auch gegen den Wettbewerb der Flüghäfen bewähren und im Vergleich zu ZRH und GVA scheint mir das gut zu seien. Beim Rückflug wird das teilweise schwieriger,

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