Swiss testet „Too Good To Go“

Bei „Too Good To Go“ handelt es sich um eine Anwendung, die Kunden mit Geschäften wie Cafes oder Restaurants verbindet, die überschüssige Lebensmittel haben. Um diese am Ende eines Tages nicht entsorgen zu müssen, werden Dinge wie Mahlzeiten, Kuchen, Sandwiches oder Snacks zu einem vergünstigten Preis an Selbstabholer verkauft. Die App ist in vielen europäischen Städten verfügbar. Anfang 2020 wurde so laut Wikipedia mehr als eine Mahlzeit pro Sekunde vor dem Abfall gerettet.

Diese Möglichkeit testet nun Swiss und bietet ihren Fluggästen ab Genf nicht verkaufte Lebensmittel aus dem Buy on Board-Sortiment an. Am Ende einer Rotation werden frische Lebensmittel zunächst nicht weggeworfen, sondern den Passagieren zu einem reduzierten Preis angeboten. Über eine Durchsage in der Kabine wird die Verfügbarkeit des Angebots angekündigt. Interessierte Kunden erhalten dann eine Tüte mit einem, zwei oder drei frischen Produkten zu einem Drittel des regulären Preises. Der Inhalt wird nicht vorab mitgeteilt und bleibt für die Fluggäste eine Überraschung.

Die Steuerung des Abfalls an Bord ist ein wichtiger Bestandteil unseres Engagements für mehr Nachhaltigkeit. Wir hoffen, mit der Einführung dieses Angebots ungenutzte Lebensmittel an Bord unserer Flugzeuge erheblich zu verringern. Der Nachhaltigkeitsgedanke bei all unseren Produkten, Services und Prozessen ist Teil unserer SWISS DNA.

Anhand mehreren Parametern wie z.B. der Verkaufshistorie eines jeden Fluges versuchen Airlines mit einem Buy on Board-Konzept die benötigte Menge an frischen Produkten zu berechnen. Crews können zudem Feedbacks zu der Nachfrage der Fluggäste geben. Ein weiterer Faktor ist die individuelle Buchungslage eines jeden Fluges. Dennoch lassen sich überschüssige Frischeprodukte nicht vermeiden. Um diese vor der Tonne zu bewahren und Zusatzerlöse zu generieren, hat Swiss die Zusammenarbeit mit „Too Good To Go“ beschlossen. Um die Akzeptanz bei den Passagieren zu ermitteln, wird aktuell eine Testphase auf den letzten Tagesflügen ab Genf im europäischen Streckennetz durchgeführt.

Swiss kooperiert mit Sprüngli für Buy on Board

Swiss testet „Too Good To Go“ | Frankfurtflyer Kommentar

Swiss bezeichnet die ersten Ergebnisse der Testphase als vielversprechend. Eine abschliessende Auswertung soll als Entscheidungshilfe dienen, das Projekt könnte auf weitere Strecken ausdehnt werden. Swiss könnte damit auch ein gutes Beispiel für Lufthansa & Austrian sein.

Für manche Gäste könnte die Überraschung zu groß sein, das Produkt nicht auswählen zu können mag abschreckend sein. Der niedrige Preis ist allerdings ziemlich reizvoll.

 

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3 Kommentare

  1. Das ist ganz zweifellos sehr lobenswert, Lebensmittel nicht verkommen zu lassen. In unserer Wohlstandsgesellschaft sind wir da sicher oft etwas arg nachlässig. Alle, die hier schreiben und lesen, kennen sicher andere Ecken dieser Welt, in denen ganz andere Zustände herrschen.

    Mir fällt da eine Suche nach lokalen Satay-Spießen in Indonesien ein. An einem gut besuchten Stand dachten wir, nichts falsch machen zu können. O, Gott, da kamen vielleicht die herumstreunenden Katzen auf den Spieß, es schmeckte jedenfalls scheußlich. Wir wollten uns heimlich davonschleichen und die Spieße etwas abseits entsorgen. Denkste! Kaum waren wir um die Ecke in der Nähe eines geeigneten Müllgefäßes griff uns ein Einheimischer die Spieße aus der Hand.
    Selten so ein schlechtes Gewissen verspürt.

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