Tipps gegen Jetlag

Wer einen Langstreckenflug hinter sich bringt, der kommt früher oder später in den unterschiedlichsten Ausprägungen durchaus einmal in die Berührung mit Jetlag. Ich fliege im Jahr fast 500.000 Meilen und durchfliege damit jedes Jahr auch unzählige Zeitzonen. Auch ich habe natürlich Symptome von Jetlag auf meinen Reisen, allerdings gibt es eine Reihe von Tipps, mit welchen man diese minimieren kann. Deshalb möchte ich allgemeine und meine persönlichen Tipps gegen Jetlag hier mit Euch teilen.

Bei Jetlag gilt, dass jeder Mensch ein wenig anders reagiert und auch die Ausprägungen kann extrem unterschiedlich sein. Teilweise wird man feststellen, dass manche Tipps gegen Jetlag für einen selbst besser geeignet sind, als andere. Was allerdings sicher ist, jeder Mensch hat Jetlag, spätestens wenn er einmal durch 12 Zeitzonen reist, auch wenn er etwas anderes behauptet.

Was ist Jetlag?

Der Begriff selbst, beschreibt schon ziemlich genau um was es geht. „Jetlag“ kommt aus dem englischen und enthält „Jet“ – „Düsenflugzeugs und „lag“ – „Zeitverschiebung“. Jetlag ist also der Zustand, wenn der Bio-Rhythmus durch einen oder mehrere Langstreckenflüge in verschiedene Zeitzonen durcheinander ist.

Nach Reisen in eine andere Zeitzone ist die innere Uhr nicht mehr mit der Ortszeit in Einklang, wodurch Schlaf- Wach- Rhythmen, Essenszeiten, die Hormonproduktion und sogar die Körpertemperatur.

Symptome einen Jetlag können hierbei sehr vielfältig sein. Oft verspüren Betroffene Schlafstörungen, Müdigkeit, Appetitlosigkeit und eine körperliche und mentale Leistungsminderung. Die Symptome sind bei jedem Menschen in der Intensität unterschiedlich, manchmal treten alle Symptome auf, manchmal leiden Betroffene nur unter einem Teil der Symptome.

Allgemeine Tipps gegen Jetlag

Es gibt viele unterschiedliche Tipps zum Vorbeugen und zur Behandlung eines Jetlags, einige haben wir für Euch hier zusammengefasst.

  • Um die Zeit am Zielort so gut wie möglich nutzen zu können, bietet sich eine Anpassung an die neue Zeitzone schon vor dem Abflug oder während des Fluges an.
  • Mit am wichtigsten ist es am Zielort direkt am Tagesrhythmus teilzunehmen. Es ist schlecht sich beispielsweise bei einer Ankunft um 11 Uhr mittags wegen Erschöpfung für vier Stunden schlafen zu legen, sondern wenn möglich bis zu einer normalen Schlafenszeit durchzuhalten.
  • Um den vorherigen Punkt zu unterstützen ist es von Vorteil am Zielort viel Zeit im Freien zu verbringen. Das Tageslicht hemmt die Produktion des Schlafhormons Melatonin.
  • Die erste Nacht am Zielort ist am wichtigsten. Hier sollte man darauf achten, dass man genügend Zeit zum Schlafen hat.
  • In den ersten beiden Tagen nach dem Langstreckenflug sollte man auf anstrengende Tätigkeiten verzichten
  • Der Verzicht auf Alkohol und Schlafmittel ist in den ersten beiden Tagen auch von großer Bedeutung.

Dies sind allgemeine Tipps, die vermutlich nicht bei jedem helfen. Ebenso hilft es manchen eventuell dabei Sport zu machen und nicht auf körperliche Aktivität zu verzichten. Jeder muss für sich selbst ausprobieren, was das persönlich richtige ist. Die Anpassung an den Tagesrhythmus am Zielort ist vermutlich für jeden Gangbar und sinnvoll, um unter möglichst wenigen Symptomen des Jetlag zu leiden.

Wie gehe ich als Vielflieger mit Jetlag um?

Meine persönliche Herangehensweise um Jetlag zu bekämpfen ist recht simpel, zumindest in der Kurzform. „Wenn es hell ist, ist man wach und wenn es dunkel ist, wird geschlafen!“ – Was jetzt sehr abgedroschen klingt, beschreibt es allerdings wirklich sehr gut, denn Jetlag und insbesondere die Dauer der auftretenden Symptome hat sehr viel mit der Einstellung zu tun.

Die in meinen Augen beste Medizin gegen Jetlag ist Tageslicht und Schlaf! Dies bedeutet, dass ich tagsüber versuche möglichst viel im natürlichen Tageslicht zu sein und im besten Fall auch aktiv. Dies macht munter, da der Körper Serotonin ausschüttet, was wach hält und damit die Umstellung massiv unterstützt.

Auch wenn man Nachts nicht müde ist, empfiehlt es sich ins Bett zu gehen und hier versuchen zu schlafen. Auch wenn man nicht schlafen kann, regeneriert der Körper, auch wenn man „nur“ ruht.

Allerdings hilft natürlich auch ein wenig Vorbereitung und ich versuche immer nach dem Einsteigen in das Flugzeug bereits „in der neuen Zeitzone zu leben“. Besonders einfach finde ich es auf Tagflügen Richtung Westen, z.B. in die USA. Hier versuche ich meist zu Beginn des Langstreckenfluges etwas zu ruhen, oder gar zu schlafen um dann am Nachmittag in den USA/ Canada frisch und munter anzukommen. Am Abend gehe ich hier gewöhnlich zur „lokalen Schlafenszeit“ ins Bett und habe absolut keine Probleme mit Jetlag.

Besonders bei Nachtflügen in Richtung Osten ist es etwas schwieriger. Hier versuche ich immer am Flugtag zwei Stunden früher aufzustehen. Dies hilft mir dabei am Abend des Abfluges auch wirklich müde zu sein und im Flugzeug möglichst viel zu schlafen.

In meinen Augen ist der absolute Feind des Jetlag das Bett. Wenn man sein Zimmer verdunkelt und sich tagsüber zum Schlafen hinlegt, hat man eigentlich schon verloren. Man sollte einen „Mittagsschlaf“ bei Jetlag auf etwa 1 Stunde beschränken und das auch nur, wenn es nicht mehr anders geht. So hat man zwar einen harten Tag, aber die Umstellung geht deutlich schneller.

Tipps gegen Jetlag | Gar nicht erst umstellen

Eine weitere, meiner persönlichen Herangehensweisen an das Thema Jetlag, besonders bei sehr kurzen Geschäftsreisen ist der Ansatz, sich gar nicht erst umzustellen. Es kommt durchaus vor, dass man auf Geschäftsreisen für nur einen Tag 20 Zeitzonen (10 pro Richtung) durchquert. Sich hier wirklich umzustellen, macht wenig Sinn und ist binnen 24 Stunden auch nicht zwei mal komplett möglich.

Ich behandle solche Trips immer so, dass ich mich nicht wirklich auf die neue Zeitzone einstelle. Ich nehme meine Termine am Tag wahr und gehe dann direkt schlafen(USA), bzw. bleibe in Asien einfach lange wach. Damit sind diese Tage zwar auch anstrengend, aber der Jetlag beschränkt sich auf das Gefühl eines „lustigen Wochenendes“, wenn Ihr versteht was ich meine.

Tipps gegen Jetlag | Frankfurtflyer Kommentar

Für Vielflieger ist der Umgang mit Jetlag fast täglich Brot, weshalb die richtige Technik essentiell ist um nicht regelmäßig total in den Seilen zu hängen. Wir haben im Team ganz unterschiedliche Techniken um damit umzugehen und auch eine gewisse Gewöhnung an die ständige Zeitumstellung können wir nicht abstreiten. Aber gerade bei dienstlichen Flügen in die USA mit einem Tag Aufenthalt, dann einem Anschluss nach Australien und einer Rückreise drei Tage später über Dubai haben wir nicht viele Chancen auf die Gewöhnung zu spekulieren und müssen aktiv werden, dass der Körper damit bestmöglich klar kommt.

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4 Kommentare

  1. Guter Beitrag! Wie ich finde ein wichtiges Thema an dieser Stelle ist auch die Reiseklasse. Sicherlich etwas was man herauf – und herunterdiskutieren kann, aber der Trend geht ja leider zu „immer mehr sparen und immer billiger“. Aber es macht schon einen Unterscheid ob ich mehrmals im Jahr oder gar Monat Langstrecken in der C oder Y mache. Leider herrscht bei vielen Arbeitgebern die Meinung „das kann der Mitarbeiter schon mal aushalten“ und bezahlen nur Y (wenn man Glück hat noch Y+). Auch wenn man am Zielort nicht direkt ins Büro geht so fällt es doch leichter nach einem C Flug sich entweder in den Rhythmus zu bringen (z.B. nach USA) oder das Wissen zu haben eine ganzen Tag Arbeiten zu können weil man Nachts auf dem Rückflug (z.B. aus SIN) einigermassen vernünftig schlafen kann. Ein Endlosthema 🙂

  2. Toller Beitrag!

    Ich mache folgendes:

    Viel Flüssigkeit, kein Alkohol
    Ab Boarding Uhrzeit vom Zielort verwenden
    Auf Nachtflügen Schlaftabletten verwenden
    Am Zielort erst schlafen wenn es Dunkel wird
    Langstrecke immer in F oder C

    Seit ich dies so anwende habe ich bei kurzen Reisen gar kein Jetlag mehr und bin sehr vom System überzeugt!

    • Du Glücklicher. Bei uns ist Y+ das höchste der Gefühle. Bezahle mir oft das Upgrade über Cash und MyOffer selber, gerade bei Asien und Indien zurück. Aber ich gebe Dir Recht: so wie du das machst ist es topp. Außer, dass ich zum Essen auch mal nen Wein trinke. 🙂

  3. Hinzu kommt natürlich auch noch, dass du – als Geschäftsreisender – am Zielort meistens arbeiten musst, während ich mich – als Urlauber – in die Strandliege fallen lassen kann.

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