„Trocken“ fliegen | Diese Airlines schenken keinen Alkohol aus

Auf den Weinkarten der meisten Airlines gehört auch Champagner zum Angebot der Premiumklassen, Wein und Bier werden in der Regel auch in der Economy Class ausgeschenkt. Je nach Gesellschaft und Strecke muss man für alkoholische Getränke bezahlen, auf Langstrecken sind diese Drinks oft im Service inkludiert.

Einige Fluggesellschaften verbieten Alkohol generell und schenken ausschließlich Softdrinks aus. Meistens kommen diese Airlines aus muslimischen Ländern, wo Alkohol streng verboten ist. Während der Pandemie haben zeitweise auch andere Fluglinien auf den Ausschank von Bier, Wein und Cocktails verzichtet. Das Portal Simple Flying hat sich mit dem Thema genauer beschäftigt:

  • Air Arabia: Die emiratische Billigfluggesellschaft gibt an, dass Alkohol an Bord ihrer Flugzeuge verboten ist.
  • EgyptAir: Ägyptens Nationalairline und das Mitglied der Star Alliance serviert ebenfalls keinen Alkohol. Normalerweise wird aber mitgebrachter Alkohol an Bord geduldet.
  • Iran Air: Im Iran ist Alkohol für muslimische Iraner gesetzlich verboten, die Airline der islamischen Republik bietet daher auch keine Alkoholika an.
  • Iraqi Airways: Die staatliche Gesellschaft mit Sitz in Bagdad schenkt ebenfalls nur Softdrinks aus.
  • Kuwait Airways: Die nationale Fluggesellschaft Kuwaits erlaubt keinen Alkohol auf ihren Flügen.
  • Pakistan International Airlines: Auch der Konsum mitgebrachter Alkoholika ist laut Airline streng verboten.
  • Royal Brunei Airlines: In der Kabine der Fluggesellschaft von Brunei werden keine alkoholischen Getränke angeboten.
  • Saudia: „SAUDIA serviert keinen Alkohol an Bord und gestattet auch nicht den Konsum desselben während des Flugs“ so ein Satz aus den Beförderungsbedingungen.

Auf der Liste stehen überwiegend kleine Nahost-Airlines. Gleichzeitig ist es unvorstellbar, dass die drei Großen Golf-Carrier auf die meist üppigen Getränkekarten in den vorderen Klassen verzichten. Zeitweise hatten sowohl Emirates, als auch Qatar und Etihad richtige Bars an Bord ihrer Airbus A380 in Betrieb. Für einige Passagiere von Emirates durchaus ein Grund deswegen einen Flug dort zu buchen. Unser Autor Alex ist mehrfach mit Saudia geflogen und hat seine Erfahrungen, zu denen auch der Bordservice gehört, in einigen Reviews geschildert:

Review: Saudia Airlines Business Class A330 Istanbul nach Jeddah

Manche Airlines servieren nur auf bestimmten Strecken keinen Alkohol. Turkish Airlines bietet alkoholische Getränke nur auf internationalen Flügen und in den Flughafenlounges an. Auch in Indien oder China gibt es Gesellschaften die den Ausschank von Alkohol nicht auf Inlandsrouten anbieten. Während der Pandemie haben mehrere Airlines wie z.B. auch Lufthansa den Service eingeschränkt. Auf der Kurzstrecke in Economy Class gab es letztes Jahr nur noch Wasser, später kam auf längeren Flügen Kaffee & Tee hinzu.

Erst im Winter ruderten einige Netzwerkairlines wie KLM oder Aegean größtenteils zum alten Service zurück. Manche US-Carrier wie Southwest oder American bieten nach wie vor keinen Alkohol auf ihren Flügen innerhalb der Staaten an, selbst der Verkauf dieser Getränke wird nach wie vor ausgesetzt.

„Trocken“ fliegen | Frankfurtflyer Kommentar

Gerade auf Langstrecken hat man Zeit und bekommt einen ausführlicheren Service geboten. Für viele gehört ein Aperitif oder ein Glas Wein zum Essen dazu. Mit der Getränkeauswahl können sich Fluggesellschaften zudem durchaus abheben, indem sie besondere Jahrgänge oder exklusive Marken bereithalten.

Manche Airlines kommen aus Ländern, in denen der Genuss von Alkohol verboten ist, entsprechend wird diese Regel auch an Bord beherzigt. Die Berichte über EgyptAir, wo von Passagieren mitgebrachte Alkoholika geduldet sind, erscheinen daher zunächst merkwürdig. Mir war bisher nur bekannt, dass lediglich die alkoholischen Getränke gestattet sind, die die Flugbegleiter servieren. So soll übermäßiger Verzehr vermieden werden, was natürlich nicht vollständig kontrollierbar ist.

Generell sollte man die Wahl haben und nicht verzichten müssen. Selbst das Feierabendbier nach einem anstrengenden Meeting auf einem innerdeutschen Flug kann wie der Champagner in der interkontinentalen First Class zum richtigen Genuss werden.

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2 Kommentare

  1. Interessant wird es bei den Plänen Saudi-Arabiens, eine neue Fluggesellschaft auf Augenhöhe mit Qatar und Emirates zu gründen.
    Saudia ist ja eher eine Regionalgesellschaft.
    Ein Drehkreuz für Fluggäste aller Kontinente und Religionen dürfte eine interessante Herausforderung für das streng wahhabistische Land werden.
    Dem aktuellen Herrscher traue ich eine Reformierung durchaus zu. Mal sehen…

  2. Kann das so was von nachvollziehen mit dem Feierabend Bier:) Früher gabs sogar noch auf dem Rückflug mit Air Berlin den Feierabend Champagner von Söhnlein Brilliant, nachdem man vorher als QR Status Kunde die Weinbar von BA in Tegel durchprobiert hatte:) Eine weitere nicht trockene und preiswerte Airline scheint übrigens Gulf Air zu sein

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