Turkish Airlines missachtet Kontaktverbot am Flughafen Düsseldorf

Symbolbild Turkish AIrlines.

Freie Mittelsitze und das Einhalten von Abstandsregeln ist bei den wenigen Flügen, die noch ab deutschen Flughäfen starten, mittlerweile zum Standard geworden. Anders hält es da die teilstaatliche Airline Turkish Airlines. Im Rahmen einer Rückholaktion kam es am Mittwoch (22. April 2020) am Flughafen Düsseldorf zu dichtem Gedränge am Checkin und während der Sicherheitskontrollen.

Einen Tag vor Beginn des Fastenmonats Ramadan absolvierte Turkish Airlines einen Teil seiner konzertierten Rückholaktion. Im Zuge dieser Rückholaktion werden 25.000 türkische Staatsbürger aus 59 Ländern zurück in die Türkei befördert. Allein 3.300 Fluggäste traten ihren Heimweg ab den deutschen Flughäfen Frankfurt, Köln und Düsseldorf an.

Turkish Airlines missachtet Kontaktverbot am Flughafen Düsseldorf | Schlangen am Checkin

In Düsseldorf landeten am 22. April 2020 gleich zwei Turkish Airlines Boeing 777 mit einer Kapazität von jeweils 349 Fluggästen. Eine Maschine sollte um 13 Uhr und die andere um 16 Uhr starten. Beide Maschinen seien laut Informationen des express.de bis auf die letzten Plätze ausgebucht gewesen. Und so füllte sich die Abflughalle des Flughafen Düsseldorf einige Stunden vor den beiden Flügen entsprechend deutlich. Was im normalen Flugbetrieb keine Herausforderung ist, wurde in Zeiten des Coronavirus zu einem Problem. Hunderte Fluggäste reihten sich in die Schlangen zum Checkin ein. In vielen Fällen wurden dabei Abstandsregeln komplett ignoriert. Und zwar in einem solchen Ausmaß, dass mehrfach Sicherheitskräfte und Polizei eingreifen musste.

Turkish Airlines missachtet Kontaktverbot am Flughafen Düsseldorf | Engpass an der Sicherheitskontrolle

Auch im weiteren Verlauf der Abfertigung verschärfte sich die Situation, denn die eingecheckten Passagiere hatten als nächste Station die Sicherheitskontrolle vor sich. Die zuständige Sicherheitsfirma Kötter war darauf nicht vorbereitet. Auf Grund von Kurzarbeit mussten sich die nur 48 Mitarbeiter im direkten Kontakt um 700 Passagiere kümmern. Özay Tarim, ein Sprecher der Gewerkschaft ver.di äußerte sich gegenüber dem Express wie folgt: „Für uns steht die Gesundheit der Kollegen aktuell über allem und in diesem Fall war ein ausreichender Schutz überhaupt nicht gewährleistet. Hier hätte deutlich besser organisiert und geplant werden müssen. Denn der mangelnde Abstand an den Kontrollstellen war und ist für die Kontrolleure ein Gesundheitsrisiko.“

Warum der Flughafen Düsseldorf und Turkish Airlines sich hier im Vorfeld nicht besser abgestimmt und für ausreichend Sicherheitsvorkehrungen gesorgt haben, ist bisher nicht bekannt.

Turkish Airlines missachtet Kontaktverbot am Flughafen Düsseldorf | Frankfurtflyer Kommentar

Eine katastrophale Performance von Turkish Airlines und dem Flughafen Düsseldorfs. Auch wenn in der derzeitigen Situation in öffentlichen Bereichen Selbstdisziplin von allen gefordert ist und jeder selbst dafür zu sorgen hat, dass er sich an die Einhaltung der Kontaktverbote hält, sind Fluggesellschaft und Flughafen gefragt, notfalls für derer Einhaltung zu sorgen. Stattdessen werden zwei Widebody-Flugzeuge wie im normalen Betrieb abgefertigt.Für mich einfach nicht nachvollziehbar.

Auch vor dem Hintergrund, dass die Türkei selbst ja kein Interesse daran haben kann, dass sich Passagiere auf und vor der Reise in die Türkei anstecken und damit die Ausbreitung des Virus fördern.

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14 Kommentare

  1. der Vorwurf geht meiner Ansicht nach in die falsche Richtung: für die Organisation der Check-In-Schlangen ist der Flughafen und nicht TK verantwortlich, für die Einhaltung der Regeln sind dann die Passagiere und nicht TK verantwortlich. Wenn das schlecht organisiert war, muss man dem Flughafen Düsseldorf einen Vorwurf machen.
    Für die Sicherheitskontrolle ist der Flugahfen Düsseldorf und die beauftragte Sicherheitsfirma Kötter verantwortlich, nicht TK. Wenn das schlecht organisiert war, unzureichend Personal bereitstand, dann muss man erneut dem Flughafen Düsseldorf einen Vorwurf machen, nicht TK!

    Für TK ist die Arbeit damit getan und die Verantwortung erfüllt, wenn sie im Vorfeld die Zahl der erwarteten Passagiere melden, alles andere liegt in der Verantwortung des Flughafens und der vom Flughafen beauftragten Dienstleister!

    Dass die Maschinen voll, also mit besetztem Mittelsitz geflogen sind, ist natürlich riskant. Aber die Alternative würde da ja darin bestehen, rund ein Drittel weniger Passagiere befördern zu können. Ich denke, die Mehrheit der Ausgeflogenen war froh, endlich rauszukommen und hat das Risiko durch die engere Besetzung gerne in Kauf genommen, angesichts der Alternative, noch länger auf den Rückkehrflug warten zu müssen.

    Viel wichtiger ist nun, wie die Rückkehrer nach Ankunft weiter behandelt werden. Wenn sie gleich nach hause entlassen werden, dann wäre jegliche Vorsichtsmassnahme sowieso überflüssig gewesen. Erforderlich ist, dass die Passagiere erstmal in Quarantäne untergebracht werden und dort wiederholt getestet werden.

    • Bitte eigene versagen nicht auf andere tragen,wenn flieger und passagiere in Deutsche boden befindet müssen deutsche regeln achten und diese regeln müsste flughafen betreiber und sicherheitsleistern gewährleisten,was hat das ganze mit TK und Erdogan zu tun.( bin kein Erdogan wähler) abgesehen an bord jede muss schutzmaske tragen und beim ankunft jede 14 tägige querentina antreten,das wird vorneweg mit unterschrifft abgestimmt.n

  2. „endlich raus zu kommen“? allein diese Wortwahl lässt zu wünschen übrig? Raus aus was? Aus dem Virenhotspot? dem sicheren Tod entflohen und dann sicher „zuhause“ in der Heimat?

    Es fragt sich, wer hier „heim geholt“ wird? Türkische Staatsbürger, die in seit Jahrzehnten in Deutschland leben und lieber in der Sonne die Quarantaine „erleben wollen“ und sie ihrem Oberhäuptling (den anderen Ausdruck wollte ich nicht verwenden) mehr vertrauen als der Angie und deshalb in die Türkei zurück wollen?

    Ich habe eben in Deutschland wieder Autos aus Italien, Spanien und Rumänien gesehen. Wann werden die „rausgeholt“?

  3. @Jimmy: ich nehme an, dass die hier zurückgeholten Türken die gleichen Motive haben, wie die aus aller Welt zurückgeholten Deutschen… Zwingend erforderlich gewesen wäre das in den meisten Fällen auch nicht. Aber verständlich. Und daher habe ich auch Verständnis für den Wunsch dieser Türken, in die Türkei zurückzukehren.
    Und das schreibe ich als jemand, der als Deutscher momentan sich im Ausland befindet und sich bewusst dagegen entschieden hat, vorzeitig per Rückholaktion nach Deutschland zurückzufliegen. Einmal, weil ich hier Arbeit habe, die ich nicht abbrechen will.

    Zum anderen aber in der Tat auch, weil ich in die hiesige Regierung mehr Vertrauen im Umgang mit dieser Krise habe als in Angie & Co. (wobei ich, was man dem Satz wohl entnehmen kann, mich nicht in der Türkei befinde…, tatsächlich bin ich derzeit in Israel)

  4. Ich weiß gar nicht, was dieser Aufriss jetzt soll.
    Bis vor zwei oder 3 Wochen hat trotz Corona auch die deutsche Bunderegierung noch vollgepackte Flugzeuge im Rahmen der Rückholaktionen fliegen lassen.
    Es war sogar ein Bericht im TV von einem Eurowings Flug nach Barcelona. Dort durften auf dem Weg nach Spanien nur 80 Passagiere mitgenommen werden, da die spanische Regierung eine Ansteckung auf dem Weg im Flugzeug vermeiden wollte.
    Auf dem Rückweg war der A320 dann bis auf den letzten Platz voll. O-Ton der Flugbegleiterin. „Das ist von der Bundesregierung so gewünscht, mit jedem Flieger so viele Leute wie möglich zurück nach Deutschland zu holen.“ Ich möchte nicht wissen, wie viele Ansteckungen da passiert sind und wie viele andere Leute hier angesteckt wurden, als die Reisenden dann in DUS ankamen und mit Bahnen etc. schön weiter gereist sind. So zu tun, als ob nur die Türkei solche Maßnahmen ergreigt ist also fadenscheinig. Die Deutschen waren um kein Stück besser.

    Für die Abstimmung zwischen Flughafen und Kötter sind auch die beiden verantwortlich. Kötter hätte sich erkundigen müssen, wie viele Passagiere erwartet werden und den Bedarf mit dem Airport abstimmen müssen. Aber dazu waren wohl wieder mal weder die mangelnde Führung des Flughafens noch die mäßige und durch etliche Skandale bekannte Firma Kötter in der Lage.

  5. Ich bin am 11.4 von izmir nach düsseldorf geflogen.da war der Flieger auch voll von sunexpress noch dazu mussten wir fast 3 Stunden an der Pass Kontrolle warten.weil zu wenigeschalter offen waren. 3 Flieger die gleichzeitig gelandet sind da hat sunexpress auf vollem Niveau versagt da hätte man die Landezeiten besser etwas voneinader variieren können anstatt alle gleich zeitig landen zu lassen.

  6. Sorry, Frankfurtflyer, ziemlich entbehrlicher Beitrag. Mit den Kommentaren ist ohnehin schon alles gesagt. Es ist Sache des Flughafens Abstandsregeln zu organisieren. Und die Passagiere müssen nach Ankunft ohnehin in Quarantäne – ist also Sache der Türkei und ihrer Behörden. Etwas weniger Hysterie wäre angebracht.

  7. Dieser Artikel war wieder einmal politisch völlig korrekt. Und dabei wird wieder einmal politisch völlig korrekt der wesentliche Anteil der Passagiere an dieser Situation herunter gespielt. Versagt haben hier nicht nur TK, sondern vor allem die offensichtlich völlig undisziplinierten Passagiere, denen niemand verboten hat, beim Einchecken die 2 m Abstand zu halten! Und die niemand gezwungen hat, so eng zu drängeln. Und wenn ich mich jetzt fragen würde, warum das so war, dann wäre das vielleicht politisch nicht mehr korrekt..und darum frage ich mich das natürlich nicht.

    • Danke Ralf, volle Zustimmung.

      Ist immer einfach in der Argumentation den Spieß umzudrehen. Und das konnten gewisse Völker schon immer gut. Spieße umdrehen.

    • angeblich musste die Polizei ja die Heimkehrer zu Disziplin auffordern und die haben sich genauso wenig daran gehalten, wie diejenigen aus dem Kreis die es immer noch nicht sein lassen können, als Komplettfamilie zum Einkaufen zu gehen.

      Ich gucke bei der Gelegenheit gerne auf youtube den Klassiker von Hallervorden: einfach mal dort „Türken“ suchen…. LOL

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