United Airlines verändert Qualifikations-Kriterien für MileagePlus-Status drastisch

Mitglieder des United Airlines Vielfliegerprogramms MileagePlus dürfen sich auf erhebliche Änderungen bei der Status-Qualifikation einstellen. Ab 2020 ist die zurückgelegte Distanz beim Erreichen des Status nicht mehr relevant. Stattdessen setzt United auf Anzahl Flüge und Umsatz. Europäern wird damit der Zugang zum beliebten United Mileage Plus Gold-, Platin- oder 1K-Status deutlich erschwert.

Bisher können United Mileage Plus Mitglieder sich durch eine Kombination aus geflogener Distanz oder Flug-Segmenten, sowie den für Tickets ausgegebenen Kosten (Premier Qualifying Dollar) für den Status qualifizieren. Das empfindet United selbst nun als zu kompliziert. Daher führt die Airline mit Premier Qualifying Flights (PQF) und Premier Qualifying Points (PQP) zwei ganz neue Währungen ein.

Das Revolutionäre daran ist, dass zukünftig nicht mehr darauf geachtet wird wie weit Ihr fliegt. Jedes Leg einer Reise zählt als ein PQF. Egal ob nun inneramerikanischer oder transatlantischer Flug. Allein mit einer bestimmten Anzahl an Flügen lässt sich der Status jedoch nicht erreichten. So dienen die PQF nur als eine Art „Fast Track“ zum Status, da sie die Anzahl Premier Qualifying Points pro Status-Stufe reduziert. So braucht Ihr für den Premier Gold zukünftig 10.000 PQP oder aber 24 Flug-Segmente und dabei nur 8.000 PQP.

United Airlines argumentiert die Änderungen am MileagePlus Vielfliegerprogramm wie folgt:

Das Messen der Status-Qualifikation anhand des Umsatz und der Anzahl der Flüge, behandelt alle Kunden gleich. Wir nehmen diese Änderungen vor, um sicherzustellen, dass unsere loyalsten Mitglieder den bestmöglichen Nutzen aus ihren Vorteilen ziehen.

United Mileage Plus Status

United Airlines verändert Qualifikations-Kriterien für MileagePlus-Status | Status-Stufen

Wollt Ihr Euch ab dem 1. Januar 2020 für das Status-Jahr 2021 für den Premier Silver, Gold, Platin oder 1K qualifizieren, müsst Ihr folgende Voraussetzungen erfüllen:

Premier Status PQF + PQP Nur PQP
Premier Silver 12 PQF + 4.000  PQP 5.000
Premier Gold 24 PQF + 8.000  PQP 10.000
Premier Platin 36 PQF + 12.000  PQP 15.000
Premier 1K 54 PQF + 18.000  PQP 24.000

 

Veränderungen bei United MilagePlus

United Airlines verändert Qualifikations-Kriterien für MileagePlus-Status | Premier Qualifying Flights sammeln

Für jeden Flug, den Ihr mit United Airlines oder einem Star Alliance Partner absolviert, erhaltet Ihr zukünftig einen Premier Qualifying Flight (PQF) gutgeschrieben. Dabei ist es egal, ob Ihr innerhalb der Vereinigten Staaten oder beispielsweise von Deutschland in die USA fliegt. Ebenfalls unerheblich ist die Reiseklasse, in der Ihr fliegt. First Class oder Business Class Flüge qualifizieren nicht zu mehr PQF.

Lediglich mit Basic Economy Flügen verdient Ihr keine PQF. Da ein Premier Qualifying Point jedoch als ein Flug mit einem Start und einer Landung definiert ist, sammelt Ihr bei Flügen mit Zwischenstopps für jedes Leg einen PQF.

United Airlines verändert Qualifikations-Kriterien für MileagePlus-Status | Premier Qualifying Points sammeln

Schon jetzt hat das United MileagePlus-Programm mit dem „Premier Qualifying Dollars“ eine umsatzbasierte Komponente. Bisher wurden dabei jedoch lediglich der reine Flugpreis ohne Steuern und Gebühren, sowie einige Zusatzausgaben, wie für bevorzugte Sitzplätze, Economy Plus Sitz-Reservierung und –Abonnements gewertet.

Ab 2020 könnt Ihr zusätzlich zum reinen Flugpreis und den Sitzplatz-Reservierungen auch über bezahlten Upgrades, MileagePlus Award Co-pays und auf Flügen von Star Alliance Partnern PQP sammeln.

Ist euer Ticket durch United Airlines ausgestellt (Ticketnummer 016), dann errechnen sich die PQP an Hand des Ticketpreises (ohne Steuern). Wurde euer Ticket durch einen Star Alliance Partner ausgestellt, zählt dann doch wieder die Distanz Eures Fluges in Kombination mit der Buchungsklasse, da in dem Fall die Award-Meilen zu Grunde gelegt werden.

United Airlines verändert Qualifikations-Kriterien für Mileage Plus-Status | Gutschrift bei Preferred Partnern

Fliegt Ihr zukünftig mit einer „Preferred Parter“-Airline auf einem Ticket, welches nicht mit der Nummer 016 beginnt, dann werden euch basierend auf der geflogenen Distanz Punkte gutgeschrieben. Die Award-Meilen werden dabei einfach durch fünf gerechnet und ergeben so die Anzahl der Premier Qualifying Points. Hier werden auch wieder Zu- und Abschläge gemäß Eurer Buchungsklasse berücksichtigt. Zusätzlich wird euch für jedes Segment ein Pemier Qualifying Flight verbucht.

Das gilt für folgende MileagePlus Partner-Fluggesellschaften:

Air Canada, Air China, Air New Zealand, All Nippon Airways, Austrian Airlines, Avianca, Azul Brazilian Airlines, Brussels Airlines, Copa Airlines, Eurowings, Lufthansa, SWISS International Airlines

United Airlines verändert Qualifikations-Kriterien für Mileage Plus-Status | Gutschrift bei MileagePlus Partnern:

Für Flüge mit Mileage Plus Partner-Fluggesellschaften verdient Ihr einen Premier Qualifying Flight und eine Gutschrift an Premier Qualifiying Points über die Höhe der Award-Meilen geteilt durch sechs.

Das gilt für folgende MileagePlus Partner-Fluggesellschaften:

Aegean Airlines, Air Dolomiti, Air India, Asiana Airlines, Croatia Airlines, Edelweiss, EgyptAir, Ethiopian Airlines, EVA Air, Juneyao Air, LOT Polish Airlines, Olympic Air, SAS, Shenzhen Airlines, Singapore Airlines, South African Airways, TAP Air Portugal, Thai Airways International, Turkish Airlines

United Airlines verändert Qualifikations-Kriterien für Mileage Plus-Status | Frankfurtflyer Kommentar

Es war ja auch zu schön: Durch die Kombination des United Mileage Plus Status-Challenge und einem geschickt gerouteten Return-Flug an die Westküste der USA konnten wir uns bis vor Kurzem noch einfach den Star Alliance Gold-Status sichern. Das wird nun nicht mehr so einfach möglich sein.

Außerdem bestätigt sich mal wieder die Weisheit, dass keine Verbesserung in einem Vielfliegerprogramm ohne eine Verschlechterung auskommt. Noch vor kurzem kündigte United an, dass zukünftig die Upgrade Voucher durch PlusPoints ersetzt werden. Eine wirklich positive Mitteilung, der nun die Nachricht folgt, dass es zukünftig für Europäer wohl deutlich schwieriger wird, einen Status bei United Mileage Plus zu erlangen.

Spannenderweise erwartet United Airlines selbst eine steigende Anzahl an Status-Kunden. Das Erreichen des höchsten Status, dem Mileage Plus 1K, würde über die neuen Qualifikations-Kriterien jedoch schwerer.

Klassischerweise ist Delta ja in den USA der Vorreiter, wenn es um solche Änderungen geht. American Airlines und United zählen da eher zu den zeitnahen Nachahmern. Zuletzt setzte jedoch immer wieder United Impulse, wie zuletzt beim Aussetzen des Meilen-Verfalls. Lassen wir uns überraschen, wann und wie die beiden anderen großen U.S. Fluggesellschaften reagieren.

Solltet Ihr dem United MileadePlus-Programm treu bleiben, empfehlen wir Euch ganz klar zukünftig auf den Ticketpreis zu schauen. Reist Ihr auf einem der teuren Tarife, kann es durchaus Sinn machen, sich ein Ticket direkt bei United ausstellen zu lassen. Habt Ihr eine günstige Promo-Fare oder steht eine hohe Anzahl an Award-Meilen bei Eurem Flug aus, lasst Eure Tickets lieber über eine andere Fluggesellschaft, wie zum Beispiel Lufthansa ausstellen.

Hier informiert United über die Veränderungen beim MileagePlus Programm

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6 Kommentare

  1. Für mich war United nie interessant wegen der Minimum legs auf United. Da ich nicht in die USA fliege und auch dort jeden Transit vermeide war ich nie in der Lage, auf United Segmente abzufliegen. Von daher bleibe ich bei Asiana oder LH für meine *A Flüge

    • United ist immer noch ein interessantes Programm, aber es lohnt mehr oder weniger nur für Leute, die wirklich regelmäßig in die USA fliegen. Daher bist du bei Asiana oder Lufthansa vermutlich tatsächlich besser aufgehoben.

      LG
      Christoph

  2. Etwas – sehr – off topic.
    Ich wollte einmal wissen, was für ein Live-Linux hinter dieser Anzeige „Besser als ein neuer PC“ steckt. Bekommt man nicht heraus. Unmengen blumiger Worte und eine schöne Fake-Diskussion.
    Jetzt kommt die Anzeige auf einer einzigen Seite 4mal.:-)
    Ja,ja,Cookies löschen. Aber ist egal, stört mich nicht. Wenn es zur Finanzierung des Blogs beiträgt, solls recht sein.
    Worauf ich eigentlich off topic hinaus wollte: offenbar scheint dieser Schlangenölverkauf zu funktionieren.

    • Hallo Rainer,

      Klar ist off Topic, aber ein wichtiges Thema. Wir haben nur bedingt Einfluss auf die Anzeigen die auf dem Blog Geschaltet werden, da diese von Google kommen, aber wir können Manuel Anbieter sperren. Wenn du bei unseriösen anzeigen uns einen Screen Shot schickst, kann das durchaus helfen.

      LG
      Christoph

      • Also die schönste Anzeige war, wo es um das abgelehnte ESTA ging, wegen dem Iran Flug und oben drüber wurde für Flüge in den Iran geworben. 😀 Da musste ich dann doch herzhaft lachen.

      • Hallo Christoph,

        ach wo. Wer da wirklich drauf eingeht, versenkt etwa 35€. Kommt auch kein Abo nach. So etwas würde ich immer unter allgemeiner Lebenserfahrung abbuchen, auch wenn es mich in Regionen, in denen ich mich nicht auskenne, selbst trifft.
        Ist im konkreten Fall lustig, wie wenig treffsicher solche Anzeigen sein können. Die Anzeige kommt auch bei Golem und Heise, mitten im Herz der Sachverständigen.

        Alles bestens.

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