Warum der A380 für Norwegian eine schlechte Idee ist

Seit einigen Tagen fliegt Norwegian den von HiFly geleasten Airbus A380 zwischen London Gatwick und New York. Warum das aber für die Airline eine schlechte Idee ist, möchte ich Euch hier aufzeigen. Der europäische Billigflieger Norwegian setzt den Airbus A380 zwischen dem 3. August und dem 13. August auf der Strecke zwischen London Gatwick und New York ein. Dabei ersetzt der Airbus A380 bei Norwegian eine Boeing 787-9 auf folgendem Flug:

  • DI7015 London Gatwick 5:05PM nach New York JFK 8:05PM
  • DI7016 New York JFK 11:00PM nach  London Gatwick 11:00AM +1

Hintergrund sind die Probleme mit den Triebwerken der Dreamliner.

Warum der A380 für Norwegian eine schlechte Idee ist – Das Flugzeug passt nicht

Während Norwegian Ihre Dreamliner mit 309 Plätzen in der Economy und 35 in der Premium Economy verbaut verfügt der Airbus A380 von HiFly über 12 Plätze in der First Class, 60 in der Business und 399 in der Economy Class. Das Flugzeug ist einfach zu groß und zu premiumlastig ausgelegt. Man fliegt also eine der besten Kabinen der Welt für eine Low-Cost Airline wie Norwegian. Die Kunden wird es jedoch freuen.

Sicher wird der Triewbwerkshersteller Entschädigungszahlungen leisten müssen. Somit dürften die Leasinggebühren zum Teil aufgefangen werden.

Warum der A380 für Norwegian eine schlechte Idee ist – Jeder Gast verdient Geld für den Flug

Ja, Ihr habt richtig gelesen. Jeder Gast hat theoretisch Anspruch auf eine Entschädigung wegen Flugverspätung. Kein Flug (seit dem 3. August) ist auch nur annähernd pünktlich abgehoben.

Hätten die Flüge zwischen dem 3. August und dem 6 August um 17.05 Uhr starten sollen, so sind diese tatsächlich erst gegen 21.30 Uhr abgehoben. Die Verspätung in New York war dann zwischen 3:19 Stunden und 3:56 Stunden. Gäste hätten unter Umständen Anspruch auf Entschädigung von bis zu 600 Euro. Das kann bei einem vollen Flugzeug für die Airline schnell richtig teuer werden.

Auch bei den Rückflügen sieht es nicht besser aus. Auch hier ist so ziemlich jeder Flug um mehr als drei Stunden verspätet.

Warum der A380 für Norwegian eine schlechte Idee ist – Hintergründe

Norwegian fliegt in New York das Terminal 1 an. Hier stehen aber zur geplanten Ankunftszeit keine Airbus A380 Gates zur Verfügung. Das heißt die Gäste könnten gar nicht aussteigen, da das Flugzeug nicht abgefertigt werden kann.

Ob dies jetzt mangelhafte Planung ist kann man nur vermuten. Immerhin hat man es geschafft den Flug nun offiziell mehrere Stunden nach hinten zu legen. Man wird London nun um 21.05 Uhr, statt um 17.05 Uhr verlassen.

Warum der A380 für Norwegian eine schlechte Idee ist – Frankfurtflyer Kommentar

Der Start für den gebrauchten Airbus A380 hätte wohl kaum holpriger sein können. Zuerst gab es einen einmaligen Einsatz um gestrandete Urlauber zurück zu fliegen. Dann hat man massiv Probleme mit Verspätung, da das Flugzeug nicht in New York landen kann. Es bleibt spannend. Wir werden sehen ob Air Austral den Airbus A380 nach Reunion einsetzen wird. Fakt ist auch, dass ein EX-Singapore Airlines Flugzeug mit über 72 Premiumsitzen nicht wirklich zu Low Cost Airlines passt.

Was meint Ihr? Hat der Airbus A380 auf dem Gebrauchtflugzeugmarkt eine Chance?

4 Kommentare

  1. Einleuchtende Analyse. Aber vielleicht war just dieses Angebot super günstig? Man weiß es nicht.

  2. Sorry aber die Analyse ist etwas schwach. In den ersten 4 Tagen hatte Norwegian Probleme, die letzten 3 Tage war es aber im „normalen Rahmen“. Wie du selbst darstellt gab es halt Startschwierigkeiten. Davon aber die Schlussfolgerung zu ziehen das der A380 für Norwegian eine „schlechte Idee“ ist, ist etwas dürftig.

  3. Hey,
    ich hatte den Beitrag nach drei Tagen auf der Strecke geschrieben.
    Im Beitrag steht zudem, dass es wohl besser wird bezüglich der Verspätungen.
    Teuer wird es trotzdem für Norwegian. Mögliche Ausgleichszahlung Seitens der Triebwerkshersteller sind auch angesprochen worden.
    Das Oberdeck ist dennoch sehr bedürftig gefüllt.
    Insgesamt bleibe ich dabei, dass es keine optimale Konstellation war. Aber es gab nun auch keine wirklichen Alternativen.
    Tim

  4. Gute Frage, ich kann mir vorstellen, das vom Triebwerkshersteller Zahlungen geleistet werden.
    Wegen den technischen Problemen fliegt der Dreamliner ja derzeit nicht.
    Ob HiFly jetzt Dumpingpreise gemacht hat um zu vermieten kann man nicht sagen. Es gibt ja derzeit kaum Wide-Body-Flugzeuge, die man im Wet-Lease mieten kann.

    Tim

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