Tim: Warum ich Billigairlines fliege

Heute möchte ich euch beschreiben, warum auch wir manchmal nicht drum herum kommen Billigairlines zu fliegen und warum ich es manchmal sogar gut finde. Dieser Beitrag ist eigentlich das genaue Gegenteil von dem, was wir auf Frankfurtflyer regelmäßig predigen. Allerdings saß, während ich diesen Beitrag geschrieben habe bei Ryanair im Flugzeug, irgendwo über den Alpen, zwischen Italien und Deutschland. Eigentlich hatte ich gar nicht vor über diese Reise zu schreiben. Ryanair haben wir schon mal im Detail vorgestellt und auch einen kleinen Guide zu den Top Travelhacks geschrieben.

Allerdings hatte ich auf meinem Instagram-Profil ein paar Fotos in der Story gepostet und einen kleinen Shitstorm ausgelöst.
In dieser kleinen Kolumne möchte ich deshalb einfach niederschreiben, warum ich trotzdem manchmal Low Cost Airlines fliege. Teilweise mag ich es und teilweise finde ich es furchtbar – Warum? Das lest ihr jetzt.

Warum ich Billigairlines fliege – Die letzte Reise

Vor kurzem musste ich nach Italien fliegen, enauer gesagt nach Spilimbergo etwa 80 Kilometer nördlich von Venedig. Ab Frankfurt hat man die Möglichkeit nach Venedig oder Treviso zu fliegen. Von dort benötigt man dann mit dem Auto eine gute Stunde zum Ziel.

Als ich die Reise buchen wollte habe ich recht spannende Preise gefunden. Lufthansa wollte in der Economy knapp 400€ für den Flug, Ryanair 20€!

Meine letzte Firma hätte ohne weiteres Lufthansa gebucht, da in der Travel-Policy Billigflieger ausgeschlossen sind. Wenn man aber seinen Flug selbst bezahlen darf (oder muss), dann denkt man bei solchen Preisen zwei Mal nach.

Die Flugzeiten beider Airlines waren okay und in diesem Fall nicht ausschlaggebend. Die Entfernung zum Ziel war diesmal auch nicht relevant, da fast identisch.

Soll man jetzt Ryanair fliegen, obwohl die Mitarbeiter nicht unbedingt gut behandelt werden, oder fliegt man doch lieber die Lufthansa und unterstützt somit einen Milliardenkonzern. (Ich schreibe beides ganz bewusst so provokant.)

Für mich war die Entscheidung recht einfach. Für 20 Euro Flugpreis und 12 Euro für Priority Boarding (wer braucht das schon), sowie zwei Gepäckstücke in der Kabine, habe ich dann die billigen Ir(r)en gebucht.

Im Allgemeinen lässt sich sagen, dass verschiedene Faktoren für mich relevant sind. Abflugzeiten und Preise sind zusammen mit der Reisedauer am wichtigsten. Erst danach kommt, zumindest auf der Kurzstrecke, der Komfort.

Warum ich Billigairlines fliege – Gründe für und gegen Billigflieger

Man zahlt natürlich für alles extra, aber das finde ich gar nicht mal so schlimm. Vielmehr stören mich die ständigen Verkaufsveranstaltungen. Service darf man nicht erwarten, das ist klar. Allerdings hatte ich auf allen vier Ryanairflügen dieses Jahr genügend Platz. Zweimal erwischte ich die alte Kabine, hier ist der Sitzabstand wirklich schlecht. Bis zu zwei Stunden Reisezeit sollte man es aber auch überleben. Der Sitzabstand in der neuen Kabine ist ganz passabel. Da ich jedes Mal kurz vor knapp eincheckte, hatte ich Plätze mit mehr Beinfreiheit oder habe wie diesmal einen Gangplatz erwischt. Ganz angenehm, wenn man an Bord schnell mal auf eine freie Dreierbank wechseln möchte.

Mit dem Priority Pass lässt sich der Aufenthalt am Flughafen meist sogar ganz angenehm gestalten.

Natürlich kommen einige Billigflieger oft in Kritik, vor allem was den Umgang mit dem eigenen Personal betrifft. Das ist aber sicher ein anderes Thema, was man in einem eigenen Beitrag diskutieren könnte.

Warum ich Billigairlines fliege – Frankfurtflyer Kommentar

Meine Kaufentscheidung (und das gebe ich zu) war rein vom Preis getrieben. Eine Differenz von 100+ Euro wäre es mir wohl wert gewesen um mit Lufthansa zu fliegen, beispielsweise 150 gegenüber 32 Euro.

Bei aller Liebe, fast 370 Euro Differenz sind dann doch etwas sportlich. Dafür fliege ich dann lieber mal mit der Familie in Urlaub. Dann aber nicht mit Ryanair, denn diese Rubbellos-Verkaufsveranstaltung kann man nicht so oft ertragen. Und auch wenn ich sie ab und an quasi gezwungenermaßen mal fliege, finde ich, dass man diese Firmenpolitik so wenig wie möglich unterstützen sollte, aber manchmal kommt man eben nicht drum herum.

 

 

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10 Kommentare

  1. Auf der einen Seite solche Arbeitsbedingungen unterstützen, auf der anderen Seite aber schreiben man solle so etwas so wenig wie möglich unterstützen. Ich wünschen Ihnen und Ihrer Familie ebenfalls solche Arbeitsbedingungen!

    • Danke für das Feedback Heinz. Ich habe mich weder für das eine noch das andere ausgesprochen. Ich habe geschrieben, das es ein anderes Thema ist, über den man einen eigenen Beitrag schreiben könnte. Über politische und Arbeitsrechtliche Themen möchte ich aber nciht schreiben.
      Kurze Frage zum nachdenken: wo wurden die Klamotten produziert, die du gerade trägst?
      Tim

  2. 370 Euro unterschied ist in der Tat viel. Was mir an dem Beitrag fehlt ist der Vergleich mit anderen Airlines.

    Ebenfalls muss man sich die Frage stellen, ob man die Reise unbedingt machen möchte, auch wenn man dann mit einem Billigflieger fliegt.

    Was die Sitzplätze etc angeht stimme grundsätzlich zu. Die empfinde ich als okay, für Kurzstrecke. Ich bin einmal mit Ryanair geflogen, auch aus Preisgründen. Bei dem einen Mal wird es auch bleiben. Je mehr Flieger in der Luft sind desto häufiger könnte es zu Problemen und Verspätungen kommen. Natürlich gibt es weitere Faktoren.

    Wenn es die Umstände erlauben lasse ich persönlich die Reise lieber ausfallen. Jedenfalls was Ryanair angeht.

  3. Sich ab und an für einen Billigflieger zu entscheiden bedeutet nicht, dass man als Passagier grundsätzlich die Arbeitsbedingungen dieser Airlines unterstützt. Oft ist es wirklich eine Abwägung des kleineren Übels, in diesem Fall eine des Preises. Für mich ist das nachvollziehbar und auch in dieser Kolumne eindeutig zu erkennen.

  4. Ich kann deine Argumente verstehen. Ich mache es auch Kurzstrecken auch, zumindest mit EasyJet. Viel Unterschied ist da innerdeutsch zur LH sowieso nicht.
    Ryanair allerdings meide ich. Der Boss nervt mich schon seit Jahren und mit denen will ich eigentlich nichts zu tun haben.
    Auf der Langstrecke meide ich LCC generell, da durch das fehlende Interlining sofort Freude aufkommt, wenn mal was nicht läuft wie geplant.

    • Hallo Bettina,

      Ich sehe das sehr ähnlich wie du und unterscheide selbst zwischen Ryanair und anderen Billigflieger. Bei Ryanair stört mich einfach die Firmenphilosophie und der Umgang mit den „Angestellten“, die keine sind.

      LG
      Christoph

      • Hallo Christoph,

        richtig. Auch wenn sich jetzt Gewerkschaften einschalten, ist das schon ziemlich unglaublich, was bei Ryanair los ist. Gerade die Geschichte mit der schlafenden Crew auf dem Boden. Ja, es ist nicht ok sowas zu fälschen, aber dass der Arbeitgeber hinterher noch einen draufsetzt und Security Videos online stellt, finde ich einfach unglaublich. So etwas kann man ja wohl auch anders regeln. Das ist für mich ein absolut abschreckendes Beispiel.

  5. Inwiefern hat der Ort der Herstellung einen Bezug auf die arbeitsrechtlichen Bedingungen der Mitarbeiter? Es gibt in Deutschland und Europa prekäre Arbeitsverhältsnisse und solche die ich befürworte, ebenso wie überall auf dieser Welt. Konkret: Wenn mein Schlafanzug unter schlechten Bedingungen in Europa produziert wurde kann ich dies nicht mehr gutheißen als z.B. unter erstrebenswerteren Bedingungen im nahen nicht europäischen Ausland.
    https://www.welt.de/wirtschaft/article160960823/Van-Laack-kritisiert-fehlende-Fairness-der-Branche.html

  6. Ich meide Ryanair auch wie der Teufel das Weihwasser, aber manchmal geht es einfach nicht anders. Bei diesem Preis würde ich genau so handeln

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