Wizz startet Inlandsflüge in Norwegen | Premierministerin wird nicht einsteigen

Foto: Wizz

Wizz Air startet durch. Der Billigflieger nutzt die Gunst der Stunde und baut sein Netzwerk aus. Dazu gehören ab November auch Inlandsflüge in Norwegen. Dort will Wizz die Schwäche der Konkurrenz nutzen und sich Marktanteile sichern.

Im Gegensatz zu den meisten Airlines verfügt der ungarische Lowcoster über ausreichend finanzielle Mittel und will investieren. Gerade jetzt wo die meisten Gesellschaften auf dem Rückzug sind, rechnet sich Wizz gute Chancen aus. So wird an anderen Standorten das Programm ausgebaut, auf dem Flughafen London-Gatwick wurde sogar eine neue Basis eröffnet.

Während sich British Airways und Virgin Atlantic dort zurückziehen, hat Wizz in Gatwick ein Flugzeug stationiert und wird ab der kommenden Woche in Richtung Süden abheben. Zahlreiche weitere neue Standorte wurden angekündigt.

Wizz startet Inlandsflüge in Norwegen

Ab dem 5. November geht es in Norwegen los, dann lautet das Motto: Angriff. Dafür werden am Flughafen Oslo zwei Airbus A320 stationiert. Im Fokus stehen frequentierte Inlandsflüge. Die Ziele sind Bergen, Tromsö und Trondheim. Auf der Rennstrecke nach Trondheim wird es teilweise über 20 Verbindungen am Tag geben!

Jeweils vier Flüge von der norwegischen Hauptstadt nach Bergen und Tromsö übernimmt Wizz, zweimal pro Tag verbindet die Billigairline Oslo mit Trondheim. Für die angeschlagenen Carrier Norwegian und SAS bedeutet das direkte Konkurrenz, die kleine Regionalfluggesellschaft Wideroe bekommt ebenfalls einen Mitstreiter.

Premierministerin wird nicht einsteigen

Kritik an dem Vorhaben kommt von der norwegischen Premierministerin Erna Solberg. In dem Onlineportal Norway Today äußerte sich die Politikerin zu den Plänen von Wizz Air:

Ich werde nicht mit einer Firma fliegen, die Angestellten das Recht verweigert, sich zu organisieren. So wie ich noch nie mit Ryanair geflogen bin. Denn vor zehn Jahren sagte ich, dass es für mich nicht akzeptabel sei, mit Fluggesellschaften zu reisen, die keine angemessenen und ordentlichen Arbeitsbedingungen für ihre Mitarbeiter haben

Wizz-CEO József Váradi fährt einen ähnlichen Kurs wie Ryanair-Chef O’Leary. Gewerkschaften sind den Managern ein Dorn im Auge, sie zerstören in ihren Augen das Geschäft.

Wizz startet Inlandsflüge in Norwegen | Frankfurtflyer Kommentar

Knallharter Wettbewerb und das trotz der Krise. Oder gerade deswegen? Wizz musste zwar auch schon Strecken aufgeben und Personal entlassen, die Pandemie hinterlässt überall Spuren. Der Lowcoster hat aber genügend Liquidität um sich genau jetzt auf lukrativere Märkte zu konzentrieren und in entstehende Lücken zu springen.

Spannend wird es in Norwegen, dort wird der Verdrängungswettbewerb wohl zu Überkapazitäten führen. Wer wird überleben?  Die SAS gehört zur Star Alliance und bietet ab Oslo Anschlussverbindungen, ist aber seit Jahren angeschlagen. Norwegian hatte schon vor der Krise erheblich zu kämpfen, Wizz hat also durchaus Chancen.

Den preissensiblen Kunden wird es freuen, die Ticketpreise für den reinen Flug starten bei 10€. Die Angestellten und deren Arbeitsbedingungen bleiben auf der Strecke.

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1 Kommentar

  1. Als Politikerin wird sie sich genug Geld von den Untertanen besorgen.
    Es wird niemand gezwungen bei Wizz oder Ryan zu arbeiten Bin ein paar mal mit WIZZ von BUD nach SXF geflogen um mir Umsteigeverbindungen und Geld zu sparen.
    Angenehmes Flugerlebnis.
    Wenn jemand bei einer Teuerairline FA werden möchte hat sie IMHO bessere Chancen , wenn er/sie schon 2 Jahre bei WIZZ oder RYAN gearbeitet hat.

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