Lufthansa erwägt die Einführung von Tarifen mit „flexibler Streckenführung“




Es ist eine weitere Kampfansage von Lufthansa an den Frankfurter Flughafen. Nachdem man gestern bekanntgegeben hat, dass man fünf Airbus A380 aus Frankfurt abzieht und ab Sommer 2018 in München stationieren will, überlegt man seitens Lufthansa nun über Tarife mit „flexibler Streckenführung“, bei welchen den Passagieren erst kurz vor Abflug mitgeteilt wird, über welchen Lufthansa Hub er zu seinem Endziel reist. So möchte Lufthansa die Passagierströme flexibler über Ihre Hubs leiten können und damit Kosten einsparen.

Lufthansa Tarife mit „flexibler Streckenführung“ | Details

Die Idee der Lufthansa Tarife mit „flexibler Streckenführung“ ist denkbar einfach. Passagiere mit sehr günstigen Flugtickets würden ein Ticket von A nach B buchen, ohne dass zum Zeitpunkt der Buchung bereits bekannt ist, wo der Passagier umsteigt. Erst kurz vor Abflug (vermutlich einige Tage) werden von Lufthansa die genauen Flüge festgelegt. So will man versuchen die Passagierströme von dem teurem Drehkreuz in Frankfurt nach München, Zürich und Wien zu lenken.

Beispiel: 

Ein Passagier bucht einen Flug von Berlin nach Los Angeles. Dabei wird nur der Tag an welchem er fliegt bei der Buchung bestätigt. Die genaue Reiseroute bekommt der Passagiere erst wenige Tage vorher mitgeteilt. So kann es passieren, dass man mit einem Lufthansa Ticket, statt von Berlin über Frankfurt nach Los Angeles zu fliegen, einen Flug von Berlin über Zürich nach Los Angeles mit der Swiss erhält und auf dem Rückweg über Wien mit Austrian Airlines fliegt.

Auch wenn die Qualität der Lufthansa Konzern Airlines in der Economy Class weitestgehend gleich ist, muss man als Passagier ein wenig Flexibilität mitbringen. Dafür soll man mit einem besonders günstigen Flugpreis belohnt werden.

Kurzfristig mit Swiss statt Lufthansa fliegen und in Zürich statt Frankfurt umsteigen, könnte bald Realität werden.

Lufthansa Tarife mit „flexibler Streckenführung“ | Streit um Flughafengebühren in Frankfurt

Lufthansa zahlt bereits jetzt in Frankfurt etwa 20% höhere Gebühren, als an ihren anderen Hubs in München, Wien und Zürich. Damit ist ein Passagier, welcher über Frankfurt reist für Lufthansa teurer. In den letzten Monaten ist ein Streit zwischen der Lufthansa und dem Frankfurter Flughafen entbrannt, da immer mehr Billigflieger nach Frankfurt gelockt werden, teils mit reduzierten Gebühren von bis zu 50%. Lufthansa beansprucht, als größter Kunde in Frankfurt, auch ähnliche Rabatte für sich.

Lufthansa Tarife mit „flexibler Streckenführung“ | Frankfurtflyer Kommentar

Grundsätzlich finde ich Tarife mit „flexibler Streckenführung“ durchaus ein interessantes Konzept. So kann der Lufthansa Konzern kurzfristig nach aktuellen Auslastungzahlen entscheiden, wo der Passagier umsteigt und vermutlich tatsächlich einiges an Kosten sparen. Spannend ist natürlich, ob sich dies auch in den Preisen wiederspiegeln wird. Allerdings sind die Flugpreise, insbesondere auf den Nordatlantik Strecken, momentan sowieso auf einem Rekordtief. Auch mit Lufthansa kann man stellenweise für etwa 300 Euro in die USA fliegen.

 

 

6 Kommentare

  1. Mal sehen wie lange die Lufthansa noch in Frankfurt bleibt.Und ob Billigeflieger nicht vor ablaufe des 1 Jahres in Frankfurt bleibt.

    Billig ist zwar im ersten moment gut.

    Aber wenn es so weiter geht dann wird Frankfurt nicht anderes werden wie der Flughafen in Hahn.

    Es wird nur verliere geben.

    • Das wird eine spannende Zeit. Ich denke persönlich, dass Lufthansa in Deutschland weiterhin zwei Hubs betreiben wird. Zusätzlich werden noch ein paar Strecken ex DUS und hoffentlich BER direkt geflogen. München hat ja auch seine Grenzen. Momentan deute ich das als Säbelrasseln.

      • Warum holt man sich überhaupt ein Billigflieger nach Frankfurt ?

        Was ist wenn noch andere Airlines abwandern zu einem anderen Flughafen.

        Erst wenn es an die Arbeitsplätze geht vielleicht wachen sie dann auch auf.

        Wenn es nach mir gehen würde sollte Frankfurt erst einmal dafür sorgen das im Terminal 1 die Menschen die kommen nicht auf die treffen die abfliegen.

        Das sollte zuerst einmal geregelt werden und nicht erst die Grossen Airlines verärgern.

  2. Ich finde das Thema recht spannend; Fraport vermiest es sich aktuell ziemlich mit seinem Hauptkunden, weil sie den Hals nicht voll kriegen. Wenn LH dadurch gezwungenermaßen über Alternativen zu FRA nachdenkt und vielleicht auch DUS und HAM stärkt, wäre das nicht verkehrt.

  3. Vielleicht wenn die Grossen Airlinies Frankfurt denn Rücken kehrt wachen sie vielleicht in Frankfurt auf.

    Was auch noch denn vorteil hat wenn nicht mehr so viel Flugbewegungen von Frankfurt aus gibt dann hat es sich mit dem Flugflärm auch erledigt.

    Was aber doch etwas schlecht ist.
    Es hängen zu viele Arbeitsplätze an dem ganzen.

    Es gibt so oder so verliere.

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