Air New Zealand verabschiedet sich aus Europa

Seit fast 40 Jahren kommt Air New Zealand schon nach London, ab 2020 ist damit aber Schluss. Der Markt hat sich inzwischen sehr verändert und die Airline aus Neuseeland reagiert nun darauf. Gleichzeitig versuchen die Kiwis neue Märkte zu erschließen.

Air New Zealand verabschiedet sich aus Europa | Gründe

Aktuell kommt Air New Zealand täglich mit einer Boeing 777 nach London, das Routing führt von Auckland über Los Angeles. Die erste Teilstrecke AKL-LAX bleibt weiterhin erhalten, aktuell wird sie sogar 2x täglich von Air NZ angeflogen.

Die Weiterführung von Los Angeles nach London ist das entscheidende Problem. Auf dem Nordatlantik herrscht schon länger ein Preiskampf, alleine von London starten aktuell täglich zehn Maschinen in Richtung Hollywood-Metropole. Neben Netzwerkcarriern wie British, American Airlines, United und Virgin fliegt aus Gatwick auch der Billigflieger Norwegian.

Die B777 von Air New Zealand ist nach dem Start in Auckland zudem mehr als zwei Tage unterwegs, was die Effizienz einschränkt und einen Nachteil bei der Planung mit sich bringt. Ursprünglich war die Verbindung da, um Neuseeland mit Europa zu verbinden. Zeitweise wurde London auch über Hong Kong angeflogen.

 „Weniger als sieben Prozent aller Fluggäste zwischen Auckland und London haben sich vergangenes Jahr für einen Flug über Los Angeles entschieden, gleichzeitig ist der Atlantik einer der am härtesten umkämpften Märkte der Welt geworden.“

So begründete Air NZ-Chef Jeff McDowall den Schritt und fügte hinzu, dass Kunden aus inzwischen mehr als doppelt so vielen Verbindungen wählen könnten als noch vor zehn Jahren. Ein weiterer Nachteil war für Umsteiger in Los Angeles immer die Einreise, denn selbst wenn man nur im Transit war, musste man ein Visum oder die ESTA vorlegen.

Air New Zealand verabschiedet sich aus Europa | Folgen

Am härtesten trifft es die Mitarbeiter der Fluggesellschaft in London. Dort unterhält der Carrier eine Basis für etwa 130 Flugbegleiter, weitere 25 Stellen am Flughafen sowie im Verkaufsbüro in Hammersmith sind betroffen. Eine Präsenz für Verkauf, Fracht- und Marketingkunden soll jedoch bleiben.

Für Flüge nach Oktober 2020 werden keine Tickets mehr verkauft. Auch ein Verlust für viele Passagiere, die lediglich die Teilstrecke von London nach L.A. nutzten und in dem Produkt eine gute Alternative zu den amerikanischen Gesellschaften gefunden haben.

Air New Zealand verabschiedet sich aus Europa | Zukunft

Die frei gewordenen Kapazitäten können anderweitig genutzt werden und Air New Zealand hat bereits konkrete Pläne mit der Hoffnung mehr Ertrag zu generieren. Zeitgleich mit dem Ende der London-Verbindung startet die Airline aus Neuseeland einen Ultra-Langstreckenflug nach New York.

Qantas hat was das angeht große Pläne für die Zukunft und ist auf der Strecke Perth-London sehr erfolgreich. Weitere Strecken sind unter dem „Project Sunrise“ in Planung, ab 2022 soll Sydney direkt mit New York und London verbunden werden.

Air New Zealand will schon in einem Jahr von Auckland aus den Flughafen Newark mit einer 787-8 ansteuern. In der Kabine werden einige Economy-Sitze zugunsten des Premium-Angebots weichen, was der Reichweite entgegenkommt. Zu Beginn soll die Strecke 3x wöchentlich angeboten werden. Man scheint zunächst etwas vorsichtig, denn abhängig vom Kerosinpreis unterliegen solche Ultra-Langstrecken auch einem gewissen Risiko. Die neue Verbindung nach Newark bekommt dann übrigens die bisherigen Flugnummern des London-Routings NZ1 und NZ2.

Air New Zealand verabschiedet sich aus Europa | Frankfurtflyer Kommentar

Auch wenn es sie nur in London gibt: Die schwarzen Jets von Air New Zealand sind in Europa schon ein besonderer Anblick. Die Entscheidung ist wirtschaftlich notwendig geworden, das Schicksal von über 150 Mitarbeitern scheint besiegelt.

Ich bin gespannt auf den Erfolg von der Route nach New York. Je nach Entwicklung könnte diese Strecke Potential für eine höhere Frequenz haben. Nach London kehren die Neuseeländer wohl nicht so schnell zurück – das Land ist einfach zu dünn besiedelt und zu weit entfernt. Das Aufkommen an Anschlussflügen scheint ebenfalls zu gering.

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3 Kommentare

    • Findest du? Gerade die C finde ich furchtbar. Da kann man dann gleich das Tim Clark Konzept nehmen und die Fenster im Flieger einsparen. Wer positioniert denn so seine Sitze?
      Ansonsten ist es traurig. Ich bin damals noch von FRA mit denen geflogen. Auch schon lange nicht mehr möglich.

  1. Weine ich keine Träne nach, die Presswurst-Business mit der unglaublich bescheuerten Anordnung/Ausrichtung brauche ich nicht und vermeide sie wie die Pest. Ich mag die Kiwis und deren Land sehr, aber das geht gar nicht, sorry mates!!

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