Bombardier CSeries wird zum Airbus A220

Seit heute hat Airbus eine neue Flugzugfamilie in der 100-130 Passagier Klasse. Der Airbus A220 wird das Marktsegment der großen Regionaljets abdecken, welches aktuell enorm schnell wächst. Auch wenn es nun seit heute mit dem Airbus A220 ein komplett neues Modell in der Airbus Produktpalette für zivile Flugzeuge gibt, ist er nicht wirklich ganz neu, denn es ist 1:1 die Bombardier CSeries.

Dass Airbus nun die Bombardier CSeries als Airbus A220 verkauft, geht auf eine Beschwerde von Boeing zurück, in welcher sie anmahnen, dass Bombardier beim Bau der CSeries vom kanadischen Staat massiv subventioniert wurden und dies eine Wettbewerbsverzerrung sei. Bei der neuen Regierung unter President Trump ist man bei Boeing hiermit auch auf offene Ohren gestoßen und die USA belegten die Bombardier CSeries mit einem 300% Strafzoll, wenn eine US Airline dieses Flugzeug kaufen wollte.

Delta Airlines hatte zu diesem Zeitpunkt bereits 75 Modelle der CSeries fest bestellt und war über diese massiven Zusatzkosten natürlich sehr unglücklich. Allerdings hat Delta schon damals verkündet, dass man die Strafzölle nicht zahlen wird.

Ab 2019 möchte Delta die CSeries oder nun den Airbus A220 einsetzen um die Flotte zu erneuern.

Aber nicht nur Delta war von diesem Problem betroffen. Gerade in den USA gibt es einen riesigen Markt für große Regionalflugzeuge mit 100-130 Sitzen. Daher haben Bombardier und Airbus eine sehr kreative Lösung gefunden. Die CSeries wird an Airbus verkauft und ist somit kein Projekt von Bombardier mehr. Allerdings ist Bombardier selbstverständlich ein großer Zulieferer für den neuen Airbus A220.

Dabei ging dieser Übergang von Bombardier zu Airbus erstaunlich schell, so dass gemunkelt wird, dass Airbus und Bombardier schon vor den Strafzöllen an einer Zusammenarbeit gearbeitet haben. Offiziell hat Airbus aber nun die CSeries und deren Produktion als Airbus A220 übernommen.

Airbus A220 | Konkurrenz im eigenen Haus

Der Airbus A220 wird in zwei Varianten angeboten und unterscheidet sich, wie meistens bei Airbus üblich, in der Länge und damit in der Passagierkapazität.

  • Der Airbus A220-100 (ehemalige CSeries CS100) für bis zu 108-133 Passagiere
  • Der Airbus A220-300 (ehemalige CSeries CS300) für bis zu 130-160 Passagiere

Dabei deckt man mit den neuen Airbus A220 genau die Größe der älteren Airbus A318 und A319 ab. Da die CSeries  Airbus A220 allerdings schon für diese Größe designed wurde und nicht eine verkürzte Version eines deutlich größeren Flugzeuges ist, ist der Airbus A220 deutlich leichter und damit auch wirtschaftlicher, als der Airbus A318/A319.

Der Airbus A220 bietet für einen Jet seiner Größe eine enorm angenehme Kabine. So sind die Sitze in einer 2-3 Anordnung verbaut und deutlich breiter als in der Boeing 737 oder auch dem Airbus A320.

In Europa kennen die meisten den Airbus A220 vermutlich schon, zumindest von der Ferne. Swiss ist einer der größten Betreiber der Bombardier CSeries Airbus A220. Hier haben wir eine Review vom Flug in der Swiss Airbus A220 von Frankfurt nach Zürich.

Bombardier CSeries wird zum Airbus A220 | Frankfurtflyer Kommentar

Dass Airbus die CSeries übernehmen wird, war mir durchaus schon bekannt, aber dass man sie in Airbus A220 umbenennt, hat mich anfangs ein wenig überrascht. Allerdings macht es für Airbus natürlich großen Sinn, dieses Flugzeug unter eigenem Namen mit passender Serienbezeichnung zu verkaufen.

Ich bin gespannt, wie erfolgreich man mit dem Airbus A220 wirklich sein wird. Airbus und auch Boeing sehen in den großen Regionaljets einen enormen Markt. Früher oder später wird auch die Lufthansa Gruppe einen Ersatz für die Airbus A319 Flugzeuge benötigen und ich bin gespannt, ob man hier den Airbus A220 ordern wird oder eher die neue Embraer 195 E2.

2 Kommentare

  1. Ich habe ehrlich gesagt erst zwei Flüge mit der CS300 bzw. ja nun Airbus A220-300 gemacht aber fand ihn jedes mal cool. Es ist auch durchaus wahrscheinlich, dass wir deutlich mehr Betreiber in Europa sehen werden und es würde mich nicht wundern, wenn Lufthansa hier noch einige Exemplare für sich und ihre Töchter bestellt.

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