AirGo Galaxy Business Class Sitz Konzept | Mehr Sitze und mehr Luxus?

In den letzten Jahren hat sich die Business Class mehr und mehr zu einer extrem luxuriösen Angelegenheit entwickelt. Die Passagiere erwarten inzwischen, dass man ein komplett flaches Bett, jede Menge Platz und auch direkten Gangzugang hat. Für Airlines wird dies zunehmend zum Problem, denn das wohl teuerste Gut im Flugzeug ist Platz.

Hier kommt der AirGo Galaxy Business Class Sitz ins Spiel, welcher zwar bis jetzt nur als Konzept existiert, allerdings will man hiermit jedem Passagier nicht einfach nur direkten Gangzugang und ein komplett flaches Bett bieten, sondern auch Dinge wie eine Bar im Flugzeug oder Doppelbetten für Paare oder ganze Familien Suiten.

Dabei wirbt man damit, dass man sogar extrem platzsparend unterwegs sei und mehr Sitze auf derselben Fläche unterbringt als alle vergleichbaren Business Class Sitze. Auch hat man sich schon Gedanken über die zunehmend populär werdenden Airbus A321 auf Langstrecken gemacht und kann das Konzept genau für dieses Flugzeug anpassen.

Direkter Gangzugang von jedem Sitz

Grundsätzlich handelt es sich bei dem AirGo Galaxy Business Class Sitz um eine Heringbone Anordnung, wie wir sie bereits kennen. Dabei sind die Sitze in einer 1-2-1 Anordnung immer schräg zur Flugrichtung verbaut.

Die Animationen lassen zwar auf eine moderne Kabine schließen, allerdings scheint dies wie etwas zu wirken, was wir schon kennen. Die Innovationen liegen wie immer im Detail.

Besonderes Highlight sind die versenkbaren Trennwände zwischen den Fenstersitzen, wodurch man sich ein Doppelbett bauen kann, was sicher bei Paaren beliebt ist. Sogar eine ganze Familien Suite, bei welcher man drei oder mehr Sitze zusammenlegen kann, ist möglich.

Durch den Verzicht auf ungenutzten Raum will man eine sehr hohe Dichte an Passagiersitzen in der Kabine erreichen können und dies auch in der Business Class. Auch hat man z.B. die Trennwände so eng wie möglich gestaltet.

Allerdings fällt schnell auf, dass der Sitz „eng“ ist. So ist die Bettlänge mit 191cm recht kurz, insbesondere wenn man beachtet, dass die Sitze oben und unten schmaler werden. Auch ist die Sitzbreite im Bettmodus mit 21,5 Zoll oder 55 Zentimetern alles andere als üppig.

Dieser enge Sitz ermöglicht es allerdings im direkten Vergleich deutlich mehr Sitze in ein Flugzeug zu bauen. In der Boeing 777 würde man von dem United Polaris Sitz zum AirGo Galaxy Konzept gleich acht Sitze mehr in der vorderen Kabine verbauen können.

Besonders interessant ist auch, dass man schon für Flugzeuge wie den Airbus A320 oder den Airbus A321XLR ein Konzept entwickelt hat. Hierbei setzt man im Wesentlichen nur auf die Fensterplätze und verbaut diese in einer 1-1 Anordnung.

Natürlich gilt auch im Airbus A321, dass die AirGo Galaxy Sitze recht eng sind, aber sicher bequemer als Recliner Sessel. Auf Mittelstrecken oder kürzeren Langstrecken ist auch ein enger Lie Flat Sitze immer noch eine sehr angenehme Angelegenheit und die Option des „Doppelbetts“ auch in einem kleinem Flugzeug ist eine super Idee.

Beim Kabinendesign hat man auch den „Unterhaltungswert“, bzw. den WOW Faktor für die Passagiere mit einkalkuliert und so hat man z.B. eine Bar für die Business Class, sowie sehr schön gestaltete Schränke im Eingangsbereich des Flugzeuges entwickelt.

Gerade in Flugzeugen wie der Boeing 777 oder dem Airbus A350 verzichtet man meist aus Platzgründen auf eine Bar. Die meisten Airlines haben wenn überhaupt nur eine Bar im Airbus A380 verbaut, welcher leider bald nicht mehr produziert wird.

AirGo Galaxy Business Class Sitz Konzept | Frankfurtflyer Kommentar

Ich finde solche neuen Kabinen und Sitz Designs immer sehr spannend und auch dem neuen AirGo Galaxy Business Class Sitz kann ich durchaus etwas abgewinnen. Allerdings sehe ich hier den Trend mit ein wenig Besorgnis, dass die Business Class Sitze immer enger werden.

Zwar achtet man auf die Eckpunkte wie direkten Gangzugang und einflaches Bett, jedoch klaut man nach und nach den ein oder anderen Zentimeter um doch noch einige Passagiersitze mehr in der Kabine unterzubringen. Während ich dies bei immer weiter fallenden Business Class Preisen durchaus verstehen kann, ist es nicht unbedingt eine Steigerung des Komforts.

Etwas leidlich habe ich dies bei der neuen Turkish Airlines Business Class lernen müssen, welche zwar direkten Gangzugang bietet und auch ein flaches Bett, aber auch in dem extrem engen kurzen Sitz mit dem noch kleineren Fußfach war der Schlaf in dem neuen Flugzeug nicht wirklich angenehm.

Gerade für Airlines, welche auf einigen Strecken immer noch keine flachen Betten anbieten, da diese zu viel Platz kosten, könnte dieses Konzept sehr interessant sein.

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3 Kommentare

  1. Was mich an diesen neuen Konzept viel mehr stört ist das schräge sitzen zum Fenster.

    Zum einen gehöre ich zu den Personen, die durchaus gerne ab und an mal aus den Fenster schauen, zum anderen stelle ich mir auch vor, das das Fenster in den Monitoren sehr oft spiegelt und man dadurch die Kabine doch vom natürlichen Licht abschotten muss.

    • Genau, das mit dem fehlenden Blick aus dem Fenster ist mir auch sofort aufgefallen. Nicht das man dauernd rausguckt, aber überhaupt nicht? Man könnte hier aber auch gleich die Fensterblende einsparen, da eh der Sitz mit der Lehne davor steht.

  2. Ich finde solche neue Konzepte auch immer spannend! Gerade Betten nebeneinander ist natürlich für Privatreisen wirklich klasse, auch wenn die Familie doch eher unrealistisch sitzt (Anschnallgurt? Und wahrscheinlich sehr unbequem so ohne Rückenlehne gegen die Kabinenwand gelehnt…sieht aber werbetechnisch cool aus).

    191cm Liegefläche ist natürlich sehr kurz, aber an den Fensterplätzen kann man ja wenigstens die Füße rausstrecken (und hoffen, dass nicht ständig einer dagegen rennt).

    Das mit dem fehlenden Blick aus dem Fenster finde ich auch schade, aber ich persönlich schaue nicht so viel raus…

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