Alitalia erhält neuen Staatskredit

Arrivederci Alitalia Mille Miglia.

Die Never-ending-story um das Fass ohne Boden Alitalia wurde um ein weiteres Kapitel erweitert. In den Hauptrollen des neuen Kapitels haben wir eine Fast-Pleite-Airline aus Italien, einen Eigentümer, der immer wieder nachschießt und – das ist neu – einen der beteiligt werden sollte, aber wohl doch nicht bereit ist, die Kosten mitzutragen. Aber der Reihe nach.

Alitalia erhält neuen Staatskredit | Hintergründe & aktuelle Entwicklung

Der italienische Staat gibt seit einiger Zeit „Überbrückungskredite“ an Alitalia. Diese werden wie oben beschrieben einfach verlängert bzw. von Zeit zu Zeit aufgestockt, um die Airline in der Luft zu halten. Aber eigentlich würde der Staat die Airline gerne verkaufen. Am liebsten unter der Bedingung, dass sich nichts ändern darf. Das ist für externe internationale Investoren natürlich nur wenig interessant, denn die sehen ja, wie erfolgreich das Modell funktioniert. Deshalb hat sich der Staat gedacht, dass es doch gar nicht so schlecht wäre, wenn man staatsnahe nationale Investoren (Atlantia, italienische Eisenbahn) zum Einstieg überreden könne (und ein strategischer internationaler Investor einen kleinen Minderheitsanteil übernehmen könne – im Augenblick liegt Delta Airlines in der Gunst ganz vorne). Dann kann man endlich das leidige Thema „Verkauf“ beerdigen und man hätte andere involviert, wenn mal wieder Geld nachzuschießen wäre.

Nachdem zunächst die Frist für den Abschluss des Deals mit Delta Airlines am 21. November verstrichen war. Erklärte jetzt der Baukonzern Atlantia, dass er nicht mehr bei Alitalia einsteigen werde.

Daher brauchte Alitalia dringend Geld von anderer Stelle und fand im italienischen Staat einen entsprechenden Kreditgeber. Dieser wird Alitalia einen Kredit über 400 Mio. Euro zur Verfügung stellen, um die Gesellschaft bis zum neuen avisierten Verkaufsdatum am 31. Mai 2020 in der Luft zu halten.

Alitalia erhält neuen Staatskredit | Frankfurtflyer Kommentar

Es ist schon beeindruckend, wie oft Alitalia vergeblich „gerettet“ wurde. Aus meiner Sicht liegt die Lösung in einer Restrukturierung, die die hohen Verwaltungskosten der Gesellschaft senkt. Seit Jahren ist die Gesellschaft nicht profitabel. Hinzu kommt die immer weiter alternde Flotte, die zu immer höheren Betriebskosten führt – gerade im Vergleich zu Konkurrenten, die in neue Flugzeuge mit niedrigeren Betriebskosten investieren können. Daher bleibt es spannend, wie es in der Alitalia-Saga weiter gehen wird.

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1 Kommentar

  1. Lasst sie doch sterben…..mussten unsere 18-jährige Katze auch gehen lassen! Sie war wie AZ „totkrank“ und ihr war ebenfalls nicht mehr zu helfen. An LH: Hände davon lassen !! — Wir erinnern uns, wie’s mit SWISSAIR endete. Man muss nicht JEDEN Schrott zwecks Expansion zusammenkaufen !!

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