Asiana und Korean Air könnten fusionieren

Der Luftfahrtmarkt in Korea war immer sehr interessant, denn obwohl das Land mit etwa 80 Millionen Einwohnern etwas kleiner als Deutschland ist, gibt es dort gleich mehrere internationale Airlines, welche Langstrecken anbieten. Die zwei größten sind Korean Air und Asiana Airlines. Die aktuelle Krise der Weltluftfahrt könnte nun dazu führen, dass beide Airlines fusionieren.

Asiana Airlines befindet sich schon seit einigen Jahren in einer Phase der Restrukturierung und die Asiana Mutter, der Industriegigant Kumho, wollte die Airline verkaufen. Nachdem dieser Verkauf an Hyundai im September gescheitert ist, wird Asiana als schwer angeschlagene Airline von der staatlichen Entwicklungsbank Koreas gestützt.

Nun sieht die Entwicklungsbank als Lösung für die Situation von Asiana, dass man die Airline mit Korean Air fusioniert und so eine große koreanische Airline schafft. Im Detail ist vorgesehen, dass Hanjin KAL als Eigentümer von Korean Air große Aktienanteile von Asiana übernimmt, welche sich gerade in Besitz der Entwicklungsbank befinden. Anschließend würde der Staat in die dann entstehende neue Airline noch mehr Geld einbringen, um die Übernahme zu stützen.

Aktuell ist dies noch nicht entschieden, allerdings will Hanjin KAL in der kommenden Woche eine Aufsichtsratsitzung zu diesem Thema abhalten. Auch Korean Air ist durch die Corona Krise schwer angeschlagen und benötigt daher wohl staatliche Hilfen.

Wie könnte eine Zukunft von Asiana und Korean Air als eine Airline aussehen?

Asiana ist in etwa nur halb so groß, wie Korean Air und nachdem die Korean Muttergesellschaft auch die Anteile an Asiana übernehmen soll, kann man davon ausgehen, dass die neue Airline sich eher wie Korean Air positionieren wird und vermutlich auch den Namen Korean Air weiterführt.

Damit kann man auch davon ausgehen, dass Asiana bei einer Fusion in absehbarer Zeit aus der Star Alliance verschwinden wird, denn Korean Air ist eine der bedeutendsten Airlines in der SkyTeam Allianz und wohl auch sehr zufrieden in dieser. Damit wäre Asiana nach South African und Avianca die dritte Airline der Star Alliance, welche wegen des Corona Virus aus der Allianz ausscheiden muss.

Interessant zu erwähnen ist sicher auch, dass nach einem Zusammenschluss von Asiana und Korean Air, die neue Airline eine Flotte von 16 Airbus A380 hätte und sollte man diese alle weiter betreiben, wäre man der zweitgrößte Airbus A380 Betreiber nach Emirates. Sowohl nach Europa, als auch nach Nordamerika und in die USA, konnten sowohl Korean Air, als auch Asiana durchaus ihre Superjumbos in der Vergangenheit füllen, sodass dies kein abwegiges Szenario für die Zukunft ist.

Asiana und Korean Air könnten fusionieren | Frankfurtflyer Kommentar

In Korea könnte nach einem Zusammenschluss von Asiana Airlines und Korean Air eine neue große Airline entstehen, welche auch in der Krise stark genug ist, um diese zu überstehen und sich neu zu positionieren.

Ärgerlich könnte das Ganze für die doch beachtliche Anzahl an Meilensammlern bei Asiana werden, denn nicht selten wurde das Vielfliegerprogramm der Koreaner genutzt, da man hier für bis zu vier Jahre einen Star Alliance Gold Status erhalten hat. Bei einem schnellen Austritt aus der Star Alliance von Asiana, würden Asiana Club Mitglieder vermutlich kurzerhand einen SkyTeam Status erhalten und in das Korean Air Pass Programm überführt werden.

Während das Korean Airpass Programm wenigstens noch einige sehr interessante Möglichkeiten zum Meilen Einlösen bereit hält, werde aber besonders all diejenigen verärgert sein, welche es auf einen Star Alliance Gold Lifetime Status bei Asiana abgesehen hatten, denn wie immer hält ein Lifetime Status nur auf die Lebenszeit eines Vielfliegerporgramms und nicht zwingend auf die Lebenszeit eines Vielfliegers.

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9 Kommentare

    • SAA und Avianca sind beide noch in der Star Alliance, wie lange das aber noch der Fall sein wird ist mehr als fraglich. Das meinte ich damit.

      Wobei gerade bei Aviance die Aviance Brazil schon die Star Alliance verlassen musste!

  1. Als miles and more Member ein trauriges Szenario., stand after C-19 ein Flug nach Korea auf Meilenbasis auf meiner Wunschliste….. Einziger Trost, ich sammle bei Skyteam auch, und man bekommt schneller attraktive Meilen zusammen.

    • Ist bei mir exakt genauso. Hatte ein oder zwei Rewardflüge bei OZ auf der Bucketlist. Kann ich wohl vergessen …
      Der große Nachteil bei Asiana ist/war und was was mich schon immer, genau seit 1997, stört, ist, daß Asiana keinen Produkteshop auf Meilenbasis hat. Man kann mit den Meilen kaum was anfangen. Außer Upgrades (welche auch massiv schwerer geworden sind, da man dies nur mit einem Full-Price Ecoticket tun kann) oder Freiflüge (ebenfalls schwer geworden).
      Das wird dann bei KAL besser, die haben einen Katalog, wo man sich Sachen für Meilen bestellen kann.
      Und da ich auch zweigleisig gefahren bin, habe ich bei KAL auch schon etliche Meilen angesammelt.

  2. Südkorea hat meines Wissens ca. 50 Millionen Einwohner, Deutschland 80 Millionen.
    Denke nicht, dass Sie Nordkorea hier berücksichtigen wollten.

    • Das ist tatsächlich die Frage, ob man unter zwei Marken weiter fliegt oder beide zusammen führt. Für die Airlines würde letzteres leider mehr Sinn ergeben.

      • Die Koreaner haben recht stark aufgestellte Gewerkschaften. Um die nicht zu arg zu verärgern und nicht ein Veto zu kassieren, hat man natürlich zugestimmt, daß alles gleich bleibt. Aber es ist kritallklar, wohin mit der Zeit die Reise gehen wird: Es wird nur EINE geben. Haben wir doch in der Wirtschaft schon oft erlebt, wie es real dann läuft …

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