Condor bekommt eine neue Lackierung

Condor befindet sich seit der Insolvenz der Mutter Thomas Cook in unverschuldeten Schwierigkeiten und kann, obwohl man selbst Gewinne einfliegt, nur dank eines Schutzschirmverfahrens und eines 380 Millionen Euro Notkredits weiter fliegen. Nun hat Condor fast schon als Symbol für den Neuanfang eine neue Lackierung vorgestellt – oder besser man hat die aktuelle Lackierung überarbeitet.

Ganz freiwillig geschieht dies allerdings nicht, denn Condor hätte sich die Kosten für die Überarbeitung der Lackierung der Flugzeuge sicher gerne gespart, allerdings muss man das Herzlogo von Thomas Cook von den Flugzeugen entfernen, denn die Markenrechte der insolventen Mutter sind an den chinesischen Konzern Fuson verkauft worden.

Ralf Teckentrup, Vorsitzender der Geschäftsführung von Condor, sagte hierzu:

Nach der endgültigen Trennung von Thomas Cook müssen aus markenrechtlichen Gründen der Thomas Cook-Schriftzug und das Herz-Logo komplett entfernt werden. Das Condor-Logo kehrt also nach 16 Jahren in die Leitwerke unserer Flugzeuge zurück, was die Condorianerinnen und Condorianer sehr stolz macht. Condor und unser Logo ist eine starke Marke, die seit 64 Jahren für Deutschlands beliebtesten Ferienflieger steht.

In den kommenden Wochen sollen alle Flugzeuge in der Condor Flotte mit dem neuen Design versehen werden, allerdings handelt es sich hierbei mehr um ein Facelift, denn das Thomas Cook Herz verschwindet von den Flugzeugen, sowie der Schriftzug am Heck der ehemaligen Muttergesellschaft. Stattdessen kommt wieder der Kondor als Logo auf die Leitwerke des beliebten deutschen Ferienfliegers.

Die „bewegte“ Geschichte der Condor Lackierung

Das Logo von Condor erinnert nicht ganz zufällig an das Lufthansa Logo, denn es stammt noch aus einer Zeit, als Condor eine 100%tige Lufthansa Tochter war. Statt des Kranichs im Kreis, fliegt man bei Condor mit dem abstrakten Kondor im Kreis. Dies ist auch durchaus einer der Gründe, warum viele „nicht Luftfahrtverrückte“ in Deutschland der Meinung sind, dass Condor „ja quasi Lufthansa“ ist.

Nachdem man Condor zur Jahrtausendwende an Thomas Cook verkauft hat, hat der Reisekonzern 2002 beschlossen, dass man alle Airlines der Gruppe in England, Skandinavien und Deutschland unter dem Markennamen „Thomas Cook Airlines“ in einheitlicher Lackierung auftreten lässt. So waren auch zwischen 2002 und 2004 die Condor Flugzeuge als Thomas Cook Airlines unterwegs.

Dieser Markenauftritt wurde in Deutschland allerdings, anders als in England und Skandinavien, nicht besonders gut angenommen. Die Marke Condor und deren Wert hat man ganz offensichtlich deutlich unterschätzt und schon 2004, hat man für Condor die Ausnahme gemacht, dass auf den Flugzeugen wieder Condor und nicht Thomas Cook Airlines stehen durfte.

Ich selbst habe in einem Reisebüro zu dieser Zeit eine sehr interessante Diskussion mitbekommen, in welcher Kunden nicht mit „dieser komischen, ausländischen Fluglinie Thomas Cook Airlines“ fliegen wollten und gerne eine deutsche Airline „sowas wie Condor“ gebucht hätten. Die Erklärung, dass Condor nun Thomas Cook Airlines sei war zwecklos und genau dies hat man wohl im Buchungsverhalten der Deutschen spüren können.

Condor bekommt eine neue Lackierung | Frankfurtflyer Kommentar

Die Rückkehr zum Kondor auf den Leitwerken bei Condor ist wohl mehr dem Zwang, als dem Wunsch nach einem neuen Logo geschuldet, zumindest zum jetzigen Zeitpunkt. Allerdings signalisiert Condor hierdurch auch wieder Eigenständigkeit und bei einem Verkauf an einen neuen Investor kann man zumindest bei einem kompletten Verkauf der Airline davon ausgehen, dass das Condor Branding beibehalten wird, denn besonders der Markenname Condor ist sehr wertvoll, wie die Geschichte mit Thomas Cook Airlines gezeigt hat.

Auch wenn die Ähnlichkeit des neuen (alten) Condor Logos mit dem der Lufthansa natürlich nun willkürlich ist, hat bekanntlich auch die Lufthansa Interesse an einer Übernahme der ehemaligen Tochter. Auch wenn man bei Lufthansa aktuell hierüber nicht sprechen will – vielleicht kommt der Kondor wieder nach Hause zum Kranich? Condor wäre zumindest die ideale Airline, um die gescheiterten Eurowings Langstrecken zu übernehmen.

Danke: Aerotelegraph

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