Condor und Lufthansa verhandeln über Codeshareabkommen

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Lufthansa würde ihre ehemalige Tochter gerne wieder kaufen, daran lässt man auch keinen Zweifel und hat noch vor einiger Zeit ein Gebot für Condor abgegeben. Inzwischen hat die Thomas Cook allerdings beschlossen, dass man sich erst sanieren will, bevor man die verschiedenen Thomas Cook Airlines verkauft. Jetzt sollen Lufthansa und Condor über ein umfangreiches Codeshareabkommen verhandeln, so berichtet es zumindest die Nachrichtenagentur Reuters.

Interessant ist diese Entwicklung vor allem deswegen, da Lufthansa angekündigt hat, dass man Condor angreifen wird, wenn man diese nicht übernehmen kann. Nachdem aus der Übernahme vorerst nichts wird, hat man sich auch dazu entschieden mit dem Billigflieger aus dem Lufthansa Konzern, Eurowings, ab Frankfurt auf der Langstrecke einzusetzen. Ab kommenden Sommer wird Eurowings dann in direkter Konkurrenz zu Condor fliegen.

 

Auch wenn Lufthansa und Condor zu den Berichten von Reuters keine Stellung nehmen wollten, ist es durchaus interessant, dass man anscheinend über Codeshare Abkommen auf der Langstrecke verhandelt. Aktuell arbeiten beide Airlines schon auf der Kurzstrecke zusammen und Lufthansa dient oft als Zubringer für Condor Langstreckenflüge.

Ein Codeshareabkommen zwischen Condor und Lufthansa auf der Langstrecke würde es beiden Airlines erlauben die gegenseitigen Flüge selbst zu vermarkten und damit das eigene Angebot deutlich zu vergrößern. So könnte man dann über Lufthansa z.B. einen Condor Flug, unter Lufthansa Flugnummer, in die Karibik buchen.

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben

Auch wenn Thomas Cook verkündet hat, dass Condor aktuell nicht mehr zum Verkauf steht, bedeutet dies nicht, dass man es nach einer erfolgreichen finanziellen Sanierung des Konzerns nicht doch wieder angeht. Gerade Condor ist für Thomas Cook ein Sorgenkind. Zwar verdient die Airline Geld, allerdings stehen hier hohe Investitionen in neue Langstreckenflugzeuge an und auch die alternden Boeing 757-300, welche das Rückgrat der Kurzstreckenflotte darstellen, müssen früher oder später ersetzte werden.

Mit dem Hintergrund, dass Condor in ein bis zwei Jahren doch verkauft werden soll, macht die erneute Kursänderung von Lufthansa im Bezug auf Condor durchaus Sinn. Durch die Zusammenarbeit kann man Condor schon jetzt ein Stück weit in das Geschäft der Lufthansa integrieren, was eine spätere Übernahme deutlich vereinfachen würde.

Nur unter dem Hintergrund einer absehbaren Übernahme von Condor, würd eine Zusammenarbeit von Lufthansa, Condor und möglicherweise auch Eurowings auf der Langstrecke Sinn ergeben, denn eigentlich sind die Airlines auf einigen Strecken direkte Konkurrenten.

Condor und Lufthansa verhandeln über Codeshareabkommen | Frankfurtflyer Kommentar

Bei Lufthansa soll man es in den letzten Jahren schon mehrfach bereut haben, dass man die einstige Tochter Condor an Thomas Cook verkauft hat. Daher ist das große Interesse von Lufthansa an Condor nur mehr als nachvollziehbar. Dass man nun aber anscheinend über ein Codeshareabkommen auf der Langstrecke verhandelt, ist für mich durchaus überraschend.

Laut den Informationen von Reuters, könnte es schon ende des Jahres soweit sein. Damit würden Condor und Lufthansa noch vor dem Start der Langstrecken von Eurowings ab Frankfurt eng zusammenarbeiten. Ich bin gespannt, wie sich die Situation rund um Condor und Lufthansa weiterentwickelt.

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