Deutlich hinter den Erwartungen: Lufthansa dünnt Flugplan massiv aus

Foto: Lufthansa

Das Wiederhochfahrend der Luftfahrt geht deutlich langsamer und schleppender von statten, als man ursprünglich hoffte und nachdem man im Sommer einen ersten, leichten positiven Trend als Hoffnungsschimmer gesehen hat, ist die Nachfrage nun sogar rückläufig.

Bei vielen Airlines liegt die Nachfrage nach Flugreisen im Winter deutlich hinter den Erwartungen, welche man noch vor wenigen Monaten hatte und daher muss nun auch Lufthansa den Flugplan wieder ausdünnen. Hierbei sollen zwar weiterhin fast alle geplanten Ziele angeflogen werden, allerdings werden die Frequenzen teils deutlich reduziert und auch schon geplante Flüge im Winter 2020/2021 müssen gestrichen werden, denn die schwache Nachfrage lässt hier keinen annähernd wirtschaftlichen Betrieb mehr zu.

Eigentlich wollte man diesen Winter immerhin 50% des letztjährigen Flugangebotes fahren, jedoch hat sich dies als viel zu optimistisch herausgestellt und Lufthansa muss auf etwa 30% des Angebotes aus 2019 reduzieren, was für die Airline ein harter Schlag ist.

Man will aber dennoch viele Ziele anfliegen um die Verbindung zu möglichst vielen Orten aufrecht zu erhalten, allerdings werden die Frequenzen teilweise deutlich gekürzt.

Während zwar auch auf der Kurzstrecke wieder Frequenzen zurückgefahren werden – denn auch in ganz Europa wird deutlich weniger geflogen – ist besonders die Langstrecke schwer getroffen. Hierbei bietet Lufthansa zwar im Winter wieder viele Ziele an, allerdings werden diese oft nur ein- bis zweimal pro Woche bedient, da vielerorts kaum Passagiere einreisen und mitfliegen dürfen.

Gerade auf den Langstrecken spielt daher für Lufthansa die Luftfracht eine immer größere Rolle und teilweise können einige Langstrecken sogar ganz ohne Passagiere ohne Verluste betrieben werden, nur mit dem was im Frachtraum mitfliegt. Allerdings wird dies auch nicht ewig so weiter gehen, denn die Preise für Luftfracht gehen inzwischen auch wieder von ihren Rekordwerten zurück.

Unsicherheit und sich tägliche veränderte Regeln schaden der Luftfahrt massiv

Das größte Hemmnis für die Luftfahrt und die gesamte Reisebranche sind aktuell die sich ständig ändernden Reiserestriktionen und Risikohinweise in Europa und auch die anhaltenden weltweiten Einreisebeschränkungen. In der aktuellen Unsicherheit buchen kaum noch Passagiere Flüge.

Für die Industrie sind allerdings gerade diese regelmäßigen Veränderungen das mit Abstand größte Problem, denn man kann sich grundsätzlich auf alles einstellen, aber ständige Veränderungen sind unkalkulierbar.

Deutlich hinter den Erwartungen: Lufthansa dünnt Flugplan massiv aus | Frankfurtflyer Kommentar

Es sieht so aus, als würden noch einige anstrengende Monate vor Lufthansa und der gesamten Industrie liegen. Dass man nun so drastisch reagieren muss, spricht schon eine deutliche Sprache. Die Airlines befinden sich aktuell nur noch im Überlebensmodus.

Hoffen wir, dass es bald wieder aufwärts geht und die Reisefreiheit wieder hergestellt werden kann. Auch wenn es erste positive Signale gibt, welche durchaus Hoffnung machen, ist es in vielen Fällen doch leider ein politisches Thema geworden und es ist unklar wann hier Lösungen geboten werden.

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