Die Star Alliance heute

Das größte Luftfahrtbündnis der Welt existiert schon seit 1997 und ist mit Abstand die Allianz mit den meisten Fluggesellschaften und Verbindungen. Aktuell sind 26 Airlines aus allen Teilen dieser Welt sogenannte Vollmitglieder.

Größtes Ziel bei der Gründung war damals Effizienzsteigerung. Diese ist offensichtlich gelungen, da alle fünf Gründungsmitglieder heute noch existieren und nach wie vor Mitglieder sind!

Anlässlich der Gründungsfeier wurden auf dem Flughafen Frankfurt/Main je ein Flugzeug von Thai, United Airlines, SAS, Air Canada und der Lufthansa zu einer sternähnlichen Formation – ähnlich dem Star-Alliance-Logo geparkt.

Die Star Alliance heute | Absichten und Vorteile

Das Ziel war es also effizienter zu werden. Dazu wurden viele Maßnahmen beschlossen, die gleichzeitig große Vorteile für die Kunden erbrachten. Unter anderem sind dies heute noch Dinge wie:

  • Aufeinander abgestimmte Flugpläne
  • Tickets für Flüge bei mehreren Fluggesellschaften in einer einzigen Buchung
  • Gegenseitige Sammel- und Einlösemöglichkeit der Vielfliegerprogramme untereinander
  • Anerkennung des Vielfliegerstatus und Einräumung von Vorteilen
  • Gemeinsame Lounges
  • Mindestanforderungen der Qualitätstandarts
  • Synergien wie gemeinsame Bestellung von Flugzeugen und Ersatzteilen
  • Optimierung von Streckenrechten und Slots

Die Star Alliance heute | Mitglieder

Erst vor wenigen Tagen hat Adria Airways den Flugbetrieb eingestellt und somit die Star Alliance verlassen. Eine Insolvenz war schon häufiger der Grund für das Ende von Mitgliedschaften im Bündnis. Das gleiche Schicksal ereilte in der Vergangenheit auch VARIG, Mexicana, AnsettAustralia, Avianca Brazil und die Spanair.

Andere Gesellschaften verschwanden beispielsweise durch Übernahmen. Vielleicht erinnert Ihr Euch ja noch an die US Airways, Continental, TACA, oder die brasilianische TAM.

Aktuell sind es also diese 26 Mitglieder, es gibt zur Zeit keine neue Gesellschaft auf der Warteliste, aber durchaus Wunschkandidaten bzw. Airlines die gerne beitreten würden.

Etihad könnte nach dem Ende der Air Berlin und wirtschaftlich schwierigen Jahren einen starken Partner brauchen. Cathay bandelt schon länger mit der Lufthansa an, es wurden Codeshareabkommen unterzeichnet und viele sehen die Airline aus Hong Kong bereits aus der oneworld Allianz wechseln. Mit Air New Zealand gibt es zwar einen Partner in Ozeanien, Australien sieht aber noch etwas karg auf der Star-Alliance-Landkarte aus. Virgin Australia wäre da ein Kandidat!

 

Die Star Alliance heute | Die Zukunft

Spekulationen über neue Partnerschaften gibt es also zuhauf, der Sinn von Allianzen wird aber auch in Frage gestellt. Die Kosten für einen Beitritt sind enorm, gerade kleine Gesellschaften müssen sehr genau überlegen, wie sinnvoll oder riskant es für sie kommen kann. Ein Möglichkeit ist es, unabhängig von Allianzen, geeignete Kooperationen zu schließen.

Gerade die Golf-Carrier sind da aktiv. Oman Air empfindet einen Beitritt nicht für sinnvoll und kooperiert daher nur vereinzelt z.B. mit Lufthansa. Etihad ist nach dem Scheitern ihrer Übernahmestrategie eher an Codesharing interessiert, Emirates Chef Tim Clark findet Allianzen seien „alter Kram“ und Konkurrent Qatar, als einziger in einer Allianz, droht schon länger aus der oneworld Allianz auszutreten. Aber die Fliegerei verändert sich schnell, Strategien von heute sind morgen Schnee von gestern.

Die großen Carrier, die in unterschiedlichen Märkten operieren, profitieren am besten von dem Bündnis. United und Lufthansa sind da gute Beispiele. Beide sind stark über dem Nordatlantik tätig und intensivierten diese Zusammenarbeit. Im Rahmen eines Joint Ventures werden Flüge sogar gemeinsam vermarktet. Zubringerdienste übernimmt der Partner im jeweiligen Kernmarkt, eine Win-win-Situation für Kunden und Fluggesellschaften. Solche Joint Ventures bestehen ebenfalls mit Air Canada, ANA und Singapore Airlines.

Kleine Gesellschaften tun sich da wesentlich schwerer. Wer profitiert überhaupt? Gesellschaften wie Aegean oder Croatia Airlines bieten gar keine Langstrecken an. Sicher ein Gewinn für Aegean, die Welt über die großen Star-Drehkreuze in Europa mit Griechenland zu verbinden. Aber was haben die Airlines die in entfernten Märkten tätig sind davon?

Fehlen noch die vielen Low-Cost-Töchter der großen Gesellschaften wie Eurowings, Thai Smile oder Scoot. Die Regelungen für Star-Gold Kartenbesitzer sind, wenn überhaupt vorhanden, sehr komplex. Meist haben die Benefits für die Passagiere ein Ende, noch bevor sie bei den genannten Airlines einsteigen. Ein Versuch diese Situation zu verbessern, steckt mit den Connecting Partner noch in den Kinderschuhen.

Die Star Alliance heute | Connecting Partner

Die Benefits wie Loungezugang, Freigepäck und generelle Serviceleistungen kosten natürlich Geld. Aber diese Dinge werden gerade von Vielfliegern erwartet, schließlich hat nicht jeder, der beim Lowcoster einsteigt, 10€ für sein Ticket bezahlt. Die Enttäuschung ist verständlicherweise groß, wenn man mit einer Star-Alliance-Gesellschaft fliegt und nicht in die Lounge darf, nur weil das letzte Teilstück ein Eurowings Flug ist.

Solche Dinge möchte man verbessern und vereinheitlichen, bei vielen Benefits herrscht zudem Unklarheit. Hier die Aussage von der Homepage der Star Alliance:

Das Connecting Partner Modell der Star Alliance ist ein neues und innovatives Programm, mit dem Fluggesellschaften Partner der Star Alliance werden können, ohne Mitglied zu werden. Connecting Partners haben umfassende Geschäftsbeziehungen zu drei oder mehr, aber nicht zu allen 26 Mitgliedsgesellschaften.

In der Regel handelt es sich bei einem Connecting Partner um eine regionale Fluggesellschaft oder einen Billigfluganbieter. Connecting Partners können Tochtergesellschaften von Mitgliedern oder unabhängige Unternehmen sein.

Kunden mit Star Alliance Gold und Silver Status genießen maßgeschneiderte Vorteile im Rahmen des Produktangebots der einzelnen Connecting Partners auf Flugstrecken mit mindestens einer Mitgliedsgesellschaft und dem Connecting Partner.

Man will also Low-Coster und regionale Gesellschaften hierfür gewinnen. Ich könnte mir auch bestehende Vollmitglieder besser als Connecting Partner, also in einer Light Version vorstellen. Insbesondere diejenigen, für die eine Vollmitgliedschaft zu teuer ist oder die, die zu wenig von dem Verbund als Ganzes profitieren.

Allerdings lässt die Zustimmung noch auf sich warten. Mit Juneyao Airlines ist erst eine Gesellschaft dabei, in Kürze soll aber die THAI Smile dazustossen.

Die Star Alliance heute | Die Meilenprogramme

26 Gesellschaften sind aktuell in der Allianz und beinahe genauso viele unterschiedliche Vielfliegerprogramme sind inkludiert. Lediglich die Lufthansa-Group, sowie LOT und Croatia nutzen gemeinsam Miles&More. Die einheitlichen Level sind Silver und Gold, die Bedingungen diese zu erreichen bei den jeweiligen Programmen höchst unterschiedlich. Eine schöne Sache ist der Lifetime-Gold Status, den manche Programme einräumen.

Inzwischen hat sich auch viel getan was das Einlösen angeht. Die meisten Flugprämien lassen sich online buchen, aber die Suche ist je nach Programm manchmal steinig. Da ist also noch Luft nach oben.

Zuviele Regelungen und Ausnahmen sorgen leider noch für viel Komplexität. Bei manchen Gesellschaften gibt es auch als Gold-Kunde kein Freigepäck im günstigsten Tarif und bei den Loungezugangsregeln blickt man auch nicht immer durch. Gerade wenn die Billigtochter der großen Airlines einen Flug durchführt, muss man sich auf Verzicht einstellen.

Die Star Alliance heute | Frankfurtflyer Kommentar

Die Einschätzung von Emirates Chef Tim Clark kann ich nicht teilen. Ich glaube Allianzen sind nicht wegzudenken, wenn man überlegt, dass vorher jede Airline mehr oder weniger alleine klar kommen musste. Eine Lufthansa ist früher noch selbst nach Australien geflogen um Sydney im Flugplan anbieten zu können, was wohl mit heutigen Ticketpreisen nicht mehr darstellbar wäre. Viele Destinationen könnten auch gar nicht mit den Frequenzen von heute angeflogen werden.

Sogenannte Dreiecksflüge (Frankfurt-Bogota-Lima-Frankfurt) wurden vor den Allianz-Zeiten viel häufiger und in allen möglichen Kombinationen durchgeführt. Dadurch hatten Flugzeuge längere Bodenzeiten und Crews konnten nicht effizient geplant werden. Heutzutage sind solche Routings die Ausnahme.

Der entscheidende Vorteil für den Kunden ist sicher die Verknüpfung der Vielfliegerprogramme und das durchgängige Nutzen deren Benefits. Gerade die Star-Alliance-Lounges an den großen Knotenpunkten wie Amsterdam, Saõ Paulo, Los Angeles, Paris und Buenos Aires können sich sehen lassen.

 

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11 Kommentare

    • Absolut nachvollziehbar! Zum Beispiel von Münster über Frankfurt & Vancouver nach Portland zu fliegen, das ganze mit mehreren Airlines wie Lufthansa, Air Canada und United- dabei nur 1x buchen und einchecken- das ist schon toll! Auch ohne Status bringt das natürlich viel. Auch wenn etwas schiefläuft wird man umgebucht, man kümmert sich um das Gepäck und und und. Gerade auch an Flughäfen die Star-Terminals haben wie MUC oder LHR ist das Umsteigen wesentlich einfacher.

  1. Eine Frage bezüglich eines möglichen Star-Alliance-Vorteils:

    Ich habe in diesem Jahr bereits meinen Senator-Status verlängert, und dies jetzt bis Ende 02/2023.
    Nun werde ich in den nächsten drei Jahren beruflich bedingt viel nach und in Afrika reisen, dies gewöhnlich mit Ethiopian, einen anderen Star Alliance Mitglied. Soll ich die bei Ethiopian erworbenen Meilen (meist Business Flüge) weiterhin auf Miles&More gutschreiben lassen, obwohl mir dies statusmäßig nichts mehr bringt oder ist es sinnvoller, eine Sheba-Miles Karte bei Ethiopian zu beantragen, bei der ich spätestens Ende 2020 ebenfalls Gold sein werde.
    Danke für euren Tip!

      • ….. dies ist ganz einfach und logisch: MEIN Status: Senator und der gilt bis Feb. ’21. Nun habe ich im Jahr ’19 ODER ’20 Zeit, die 80’000 Meilen zu erfliegen (+25% Bonus = 100’000) Habe dieses Jahr jetzt schon über 100’000 Meilen erflogen und somit den Status wieder auf sicher. Nur: Ich kann mich pro Jahr bloss 1x qualifizieren; der Status aus dem Jahr ’19 wird also ans Ablaufdatum 02/21 angehängt und das ergibt dann Enddatum 02/23.
        Mit anderen Worten: 2020 ist das berühmte „Tote Jahr“! Muss also nächstes Jahr theoretisch keinen einzigen Flug absolvieren, es zählen bloss die Prämienmeilen, den Status habe ich ja im ersten der beiden Jahre erreicht ! Alles klar ?

    • Es gibt natürlich die Möglichkeit die ET-Meilen in einem anderen Programm zu sammeln wo du schnell Gold wirst, ob direkt ET oder einem der anderen mit niedrigerer Gold-Schwelle wie A3, SK oder OZ.
      Bei Miles & More weiter zu sammeln ist aber auch irgendwie sinnvoll. So kannst Du beispielsweise bequemer einen Prämienflug in C oder F buchen und hast nicht 20000 Meilen hier und 40000 da rumliegen…

      Aber ich würde immer bei wheretocredit checken ob und wo es Sinn macht zu sammeln! Gerade wenn du das „tote Jahr“ für den SEN requali hast und wirklich lieber woanders sammeln möchtest.

  2. Da gibt es bereits einen Link zu.

    In der Kurzform: Ende Dezember 18 100.000 Statusmeilen erworben und damit eine Senatorkarte bis 02/21 erhalten; in 2019 wiederum 100.000 Statusmeilen erworben und dadurch die Verlängerung des Senator-Status bis 02/2023 sichergestellt.

  3. @Andreas: ET macht ja eigtl keinen Sinn, da du den doppelt *G wärst.. und die Meilen bei ET sind quasi gar nicht einzulösen. Deshalb nimm sie lieber bei M&M mit, auch wenn es weniger sind..

  4. As you fly on Ethiopian Airlines you will earn you additional bonus miles
    ,
    Silver: 25% of the base miles.

    Gold: 75% of the base miles.

    Platinum: 100% of the base miles.

    Prämienflüge günstiger als M&M, lediglich ungünstig, Oneway kostet 75% vom Roundtrip

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