EASA entdeckte einen neuen Fehler im Autopilot der Boeing 737MAX

Es vergeht fast keine Woche seit dem Grounding der Boeing 737MAX, in Folge zweier verheerender Abstürze binnen kürzester Zeit in Indonesien und Äthiopien, in der das Flugzeug nicht für neue Schlagzeilen sorgt. Jetzt hat die Europäische Luftfahrtbehörde ihre Liste an Mängeln bei der Boeing 737MAX an die FAA und Boeing geschickt, deren Lösung aus Europäischer Sicht Voraussetzung für eine Wiederzulassung des Flugzeuges sind.

Auf dieser Liste steht auch ein Fehler, welcher bis jetzt noch nicht bekannt war, denn die EASA entdeckte einen neuen Fehler im Autopiloten der Boeing 737MAX, bei welchem es den Piloten in bestimmten Notsituationen nicht möglich ist den Autopilot abzuschalten, bzw. er sich nicht automatisch abschaltet, was er eigentlich müsste.

Während es keine genaue öffentliche Beschreibung des Fehlers gibt, ist es durchaus bedenklich, dass weiter neue Fehler in der Software der Boeing 737MAX auftauchen. Das Flugzeug ist in einigen Flugsituationen auf die unterstützende Steuersoftware angewiesen und Fehler in der Steuersoftware MCAS haben sehr wahrscheinlich auch zu den beiden vorangegangen Abstürzen geführt.

Wie umfangreich dieser Fehler ist und wie lange Boeing benötigt um diesen zu beheben ist aktuell unklar. Weiterhin ist auch offen, wie lange das Flugzeug noch am Boden bleiben muss. Eine Wiederzulassung der Boeing 737MAX und insbesondere ein komplett ungestört laufender Flugbetrieb wird vermutlich erst für 2020 zu erwarten sein.

Bloomberg hat die gesamte Checkliste an zu behebenden Fehlern veröffentlicht, auf welcher insbesondere fünf Punkte hervorzuheben sind.

  • Die möglichen Schwierigkeiten das Trimmrad in einigen Flugzuständen per Hand zu bedienen
  • Die unzuverlässigen Anstellwinkelsensoren welche nicht redundant ausgeführt sind.
  • Fehler in der Datenverarbeitung der Steuersoftware aufgrund von einem langsamen Prozessor
  • Unzureichendes Training der Piloten und der Bedarf einige Prozeduren zu überarbeiten
  • Der neue Fehler mit dem Autopiloten

EASA entdeckte einen neuen Fehler im Autopilot der Boeing 737MAX | Frankfurtflyer Kommentar

Die Liste der zu behebenden Fehler ist lang und es bleibt die Frage offen, wie lange Boeing benötigen wird um diese abzuarbeiten und auch wie lange es dauert bis man Lösungen findet. Klar ist, dass weder die FAA, noch die EASA ein nicht perfektes Flugzeug akzeptieren werden und nach dem aktuellen Interesse an dem Flugzeug wird man das Prüfverfahren sicher sehr aufwendig gestallten.

Was mich persönlich beunruhigt ist, dass die Boeing 737MAX trotz aller jetzt bekannt werdender Fehler schon einmal zugelassen wurde. Hier scheint man auch bei den Behörden alles andere als gewissenhaft gearbeitet zu haben. Eigentlich habe ich mich als Passagier immer genau darauf verlassen, dass Flugzeugbauer und Aufsichtsbehörden hier eine extreme Sorgfalt walten lassen, die das Fliegen letztendlich zum sichersten Transportmittel machen.

Während ich mich nach wie vor sehr sicher fühle, wenn ich fliege und auch nach einer Wiederzulassung der Boeing 737MAX mit dieser fliegen werde, hoffe ich sehr, dass sowohl die Industrie, als auch die Behörden aus diesem Boeing 737MAX Skandal gelernt haben, damit sich so etwas nicht wiederholt.

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4 Kommentare

  1. In den anderen Boeing-Flugzeugen sind diese fehlerhaften Computerprogramme NICHT installiert? Es ist ja auch zum Glück noch nichts passiert und man hat’s evtl.bis jetzt gar nicht bemerkt, weil momentan die MAX im Fokus des Interesses steht

    • Soweit ich informiert bin, sind diese Systeme nicht in anderen Boeing Typen verbaut worden und extra für die 737MAX entwickelt worden. Auch die 737-800 hat diese nicht. Bei der MAX musste man viel mit Computern machen, da das Design „etwas kritisch“ ist.

  2. „Das Flugzeug hatte schon mal die Zulassung“. Genau das war auch mein erster, besorgter Gedanke. Ich fliege gerne und oft, mein Sicherheitsgefühl hat jedoch beträchtlich gelitten. Die Behörden müssen sich durch absolute Transparenz und Überarbeitung ihrer Prüfroutinen bemühen, dieses beschädigte Vertrauen wieder aufzubauen.

  3. Gerade bei der Erstzulassung eines Passagierflugzeugs muss doch penibeslt drauf geachtet werden dass alles im Bezug auf die Sicherheit überprüft wird – hier hat Boeing fahrlässig „Murcks“ abgeliefert indem sie eine fehlerhafte Software einbaute und die FAA hat ebenso fahrlässig gehandelt indem sie die Zulassung erteilte weil sie das Flugzeug nicht gewissenhaft auf ihre Flugtauglichkeit überprüfte…Das ist mehr als bedenklich – Boeing und die FAA sind somit der fahlässigen Tötung vieler hunderter Passagiere verantwortlich – ich werde,wenn überhaupt, in die „Kiste“ eingsteigen wenn sie mindestens ein paar Jahre nach Wiederzulassung unfallfrei und ohne technische Probleme geflogen ist. Einen weiteren technischen Unfall aufgrund eines Softwarefehlers kann sich Boeing ohnenhin nicht leisten – das wäre, und das prophezeihe ich, deren wirtschaftlicher Ruin….

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