Edelweiss verkleinert Langstrecke und setzt auf Airbus A340

Foto: Edelweiss

Edelweiss ist der Ferienflieger von Swiss und quasi so etwas wie die Condor (oder bald Eurowings Discover) der Schweiz. In den letzten Jahren ist die Airline massiv gewachsen und man hat die Langstreckenflotte quasi verdreifacht. Nun soll sie aufgrund der Pandemie wieder verkleinert werden und interessanterweise will man den zweistrahligen Airbus A330 ausmustern und voll auf den Airbus A340-300 auf der Langstrecke setzen.

Aktuell besteht die Flotte der Edelweiss aus zehn Airbus A320, zwei Airbus A330-300 und vier Airbus A340-300. Dabei sind die Airbus A330-300 mit einem durchschnittlichen Alter von etwa sieben Jahren zwar mit die jüngsten Flugzeuge des Ferienfliegers und dennoch will man diese nun abgeben.

Die Entscheidung, dass man auf der Langstrecke ausschließlich auf Vierstrahler setzen will, kommt durchaus überraschend, denn diese gelten allgemein als deutlich unrentabler als Zweistrahler, da sie aufgrund der vier Triebwerke mehr Treibstoff verbrauchen und auch erhöhte Wartungskosten mit sich bringen.

Der Airbus A340-300 sei für Edelweiss allerdings aktuell das geeignetere Flugzeug, da der Airbus A340-300 die richtige Größe für Edelweiss hat und auch über die entsprechende Reichweite für alle Fernziele verfügen. Dabei sei der Verbrauch des Airbus A340-300 nicht so bedeutend höher, als bei einem voll beladenen Airbus A330-300.

Edelweiss_A340_Take off

Sicherlich dürfte aber auch eine Rolle für Edelweiss spielen, dass der Airbus A340-300 komplett abgeschrieben ist und man die Flugzeuge aktuell, im Gegensatz zum Airbus A330-300, fast nicht mehr zu Geld machen kann, weshalb es vermutlich aktuell ein guter Kompromiss für die Airline ist, denn im Moment fliegt überhaupt nur noch eines der sechs Langstreckenflugzeuge von Edelweiss regelmäßig. Alle anderen stehen am Boden und sind dauerhaft geparkt.

Damit ist die Situation durchaus vergleichbar mit Lufthansa, welche auch noch länger am Airbus A340-300 festhalten will, während man Flugzeuge wie den Airbus A340-600 oder den Airbus A380 wohl aus der Flotte entfernen muss.

Auch Edelweiss will die Langstreckenflotte modernisieren

Eine Dauerlösung werden die Airbus A340-300 aber auch bei Edelweiss nicht sein, denn genau wie die Mutter Swiss oder die Konzernmutter Lufthansa will man bis Mitte des Jahrzehnts die Flugzeuge gegen modernere Jets ersetzen. Swiss hat hier als Termin für den Tausch der Airbus A340-300 bereist 2025 genannt.

Welches Flugzeug man wählen wird ist noch nicht bekannt, allerdings wird sich auch Edelweiss wohl aus der grauen Flotte von Lufthansa bedienen, womit die Entscheidung vermutlich zwischen der Boeing 787-9 und dem Airbus A350-900 fallen wird.

Der passendste Ersatz für den Airbus A340-300 wäre sowohl im Punkt Reichweite, als auch Größe die Boeing 787-9, welche man sich auch gut bei Edelweiss vorstellen könnte. Lufthansa hat insgesamt bereits 20 Boeing 787-9 bestellt, welche ab 2023 geliefert werden sollen und auch an die Konzerntöchter gehen werden.

Ob es bei Edelweiss nun die Boeing 787-9 oder der Airbus A350-900 wird, hängt auch massiv davon ab, wie sich der touristische Markt entwickelt. Man geht aktuell davon aus, dass sich touristischen Ziele deutlich schneller nach der Krise erholen werden und es ist auch denkbar, dass der Tourismus so weit bei der Lufthansa Gruppe wächst, dass für Edelweiss ein größerer Airbus A350-900 mehr Sinn macht, als die Boeing 787-9.

Edelweiss verkleinert Langstrecke und setzt auf Airbus A340 | Frankfurtflyer Kommentar

Auch für Edelweiss sind es schwere Zeiten und aktuell wartet man auch beim Ferienflieger auf bessere Zeiten. Dass man nun 1/3 der Langstreckenflotte möglicherweise abgeben wird, deutet darauf hin, dass man doch auch in den kommenden Jahren nicht mit einer Nachfrage von vor der Krise rechnet, als Edelweiss die Langstreckenflotte noch vergrößern wollte.

Dass man besonders auf den Airbus A340-300 setzen will ist durchaus erst einmal überraschend, aber für die Airline ist es wahrscheinlich das richtige Flugzeug, denn man muss auch Flüge wie nach Buenos Aires mit über 13 Stunden fliegen.

Danke: AeroTelegraph 

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