Flugtickets im Ausland starten und sparen: Geht das aktuell?

Es ist eigentlich kein wirkliches Geheimnis, wenn man Flüge, gerade in der First- und Business Class buchen will, ist es nicht selten günstiger, wenn man im benachbarten Ausland seinen Flug startet und nicht an dem Airport direkt vor der Haustür. Hierbei kommen auch absurde Szenarien zustande, wie dass man für den Flug von Frankfurt nach Dubai in der Lufthansa Business Class 2.100 Euro zahlen soll, aber wenn man einen Flug von Paris über Frankfurt bucht, zahlt man nur noch 899 Euro und sitzt auf dem exakt selben Flug von Frankfurt nach Dubai, auf exakt dem selben Sitz, zahlt aber 60% weniger, weil man zuvor von Paris nach Frankfurt geflogen ist.

Dies ist einfach in der sehr komplexen Preisgestaltung der Airlines begründet, denn andere Märkte bedeuten andere Preise, allerdings benötigt es immer auch die Anreise zum eigentlichen Abflughafen. Gerade in Zeiten von Corona stellt sich natürlich die Frage, ob dies aktuell überhaupt möglich ist und genau dieser Frage wollen wir diesen Beitrag widmen, denn es ist natürlich noch möglich, allerdings hat sich beim Reisen durchaus einiges geändert.

Wenn man bei dem Beispiel von dem Flug nach Dubai bleibt, bieten sich aktuell tatsächlich die Partnerangebote von Lufthansa oder auch Swiss ab Frankreich an. 899 Euro für einen Hin- und Rückflug nach Dubai sind derartig attraktiv, dass auch eine Anreise nach Paris mit 100-200 Euro pro Person kaum noch eine Rolle spielt, zumindest finanziell, denn offen bleibt die Frage, ob man das Ticket ungehindert in Paris anfliegen kann. Es ist für diesen Preis entscheidend, dass man den ersten Flug von Paris auch Frankfurt oder Zürich auch antritt. Ein späteres Zusteigen in Frankfurt oder Paris ist nicht möglich, wenn der erste Flug nicht genutzt wird.

Ironischerweise ist für viele fraglicher, ob man ungehindert in das Nachbarland reisen kann, als nach Dubai, aber dies ist ein anderes Thema, denn Fakt ist, man kann die Tickets im EU Ausland recht problemlos anfliegen. Im Fall von Frankreich benötigt man für die Einreise zwar einen negativen PCR Test, aber diesen benötigt man auch für die Einreise nach Dubai oder einen Transit in Zürich und Frankfurt.

Abgesehen davon, dass man einen PCR Test vorweisen muss, ist es aber in den meisten Fällen kein Problem ein Ticket im Ausland anzufliegen, auch nicht bei nötigen Übernachtungen. Man sollte sich hier aber dennoch vorher immer informieren, wie die lokalen Regelungen sind, denn in England wäre z.B. für Privatreisende aktuell nur ein Transit, aber keine Einreise (z.B. für eine Übernachtung) möglich und in Deutschland wäre eine Übernachtung in Hotels aktuell auch für private Übernachtungen am Flughafen untersagt, weshalb es in den meisten Fällen sinnvoll ist, nötige Übernachtungen im Ausland, in unserem Fall in Paris, am Flughafen einzuplanen oder zu vermeiden.

Sollte man überhaupt darüber sprechen/schreiben ob private Reisen möglich sind?

Ich freue mich schon jetzt auf die vielen Nachrichten, wie unverantwortlich es sei, hier darüber zu schreiben, dass Reisen möglich sind und vielleicht sogar Menschen zu motivieren dies zu tun. Reisen seien der Pandemietreiber Nummer 1 und man schleppt das Virus aus dem Ausland zwingend ein.

Mich ärgern solche undifferenzierten Aussagen inzwischen massiv, denn man macht es sich hier unglaublich einfach und darin sehe ich einen deutlich größere Gefahr, als in Menschen, welche unter Einhaltung von Hygienemaßnahmen reisen und nachweislich in Studien, auch vom RKI, nicht im erhöhen Maße am Infektionsgeschehen teilnehmen. Reisende sind wohl die am besten überwachte Gruppe in Bezug auf COVID-19 Infektionen und hier konnte keine Häufung an Infektionen festgestellt werden, ganz im Gegenteil, sie sind sogar geringer.

Mein Highlight sind immer diejenigen, welche für sich in Deutschland jede Menge Grauzonen einsetzen, oder gar gezielt nicht an die hier geltenden Regeln halten und dann von einem totalen Lock Down träumen. Also vermutlich für alle anderen, außer einen selbst? Reisen sind zulässig und möglich und solange sich die Reisenden an alle auferlegten Regeln halten, geht von ihnen ein extrem geringeres Risiko aus. Daher ist es unangebracht, gerade diese Gruppe von Personen stigmatisieren oder kritisieren zu wollen, insbesondere da sie sich in den meisten Fällen sehr genau an Regeln und Vorschriften hält, was in vielen anderen gesellschaftlichen Bereichen NICHT der Fall ist.

Es wäre sicher so schön, wenn man einfach nur das Reisen verbieten müsste und dann wäre das Virus im eigenen Land verschwunden. Dass dies nicht funktioniert, haben wir in vielen Teilen der Welt gesehen. Aber es wird immer Menschen geben, die Schuldige ausmachen müssen, denn es ist so schön einfach, wenn es die anderen von außen sind. So einfach ist es aber leider nicht.

Flugtickets im Ausland starten und sparen: Geht das aktuell? | Frankfurtflyer Kommentar

Jeder muss für sich selbst entscheiden, ob er aktuell reisen will und ob er es für vertretbar hält, allerdings ist es in allen Fällen sinnvoll, wenn man über die aktuelle Situation informiert ist. Auch Tickets, welche im Ausland beginnen, kann man nutzen und anfliegen, sogar einfacher als man teilweise denkt. Verbote sind hier zumindest extrem selten und es gibt sie in fast keinem Land in Europa.

Immer beachten sollte man aber, dass die Regelungen von Land zu Land unterschiedlich sind und man sich auch an die vor Ort geltende Maßnahmen halten muss, welche auch umfangreicher sein können, als in Deutschland. Dennoch ist es in fast allen Fällen möglich zu reisen und es kann auch als sicher bezeichnet werden, denn kaum in einer Branche gibt es derartig strikte und nachweisbar zuverlässige Hygieneregeln wie beim Reisen.

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24 Kommentare

  1. sehr gut geschrieben, Christoph! Ich selbst freue mich auch wieder in ein paar Wochen in Dubai zu sein. Werde allerdings per Prämienflug reisen, da sich aktuell Einreisebestimmungen aus dem Ausland schnell ändern können. Wer später im Jahr reisen will für den bieten sich durch die ausländischen Startpunkte klasse Möglichkeiten.

    • Der Prämienflug war ja immer schon angenehmer, als den Umweg über das EU Ausland und ganz klar, aktuell ist es mit Starts im Ausland aufwändiger geworden, aber es ist machbar und bei vielen Startpunkten hätte ich überschaubare Sorgen, wobei ich zu den Menschen gehöre, die auch immer bereit sind, die Pläne komplett zu ändern, wenn sich die Bedingungen ändern. Was habe ich im letzten Jahr Flüge umbuchen müssen ;)…. Aktuell sind die Flugpläne aber sogar stabiler als noch vor einigen Monaten.

  2. Das wird eine interessante Frage, ob es in den nächsten Jahren solche Budget-Angebote geben wird. Letztlich sind das ja Restposten von Geschäftsreisenden mit Flex-Tarifen, die zwar die Plätze füllen sollen, ohne aber für die zahlungskräftigen Flex-Passagiere interessant zu werden.
    Aber ohne voll zahlende Geschäftsreisende auch keine Restposten.
    Mal schauen. Aktuell hilft ja nur die Kristallkugel, sofern man denn eine besitzt.

  3. Restposten sind das nicht. Das sind ganz normale Tickets mit längerem Vorlauf die mit Tickets von Airlines vor Ort konkurrieren. In dem Fall z.B. mit Air France. Diese macht im Preiskampf dagegen Tickets aus Frankfurt über Paris billiger. Die Tarife sind grundsätzlich nie mit Preisen vergleichbar die 2 Tage vor Abflug erzielt werden. Meiner Meinung nach wird es in Zukunft eher noch mehr und noch günstigere Angebote geben. Zuletzt z.B. MAD-SFO über LIS mit TAP in business J für 999,- EUR oder Swiss MAD-ZRH-GRU in P business für 900,- EUR. Alles buchbar bis weiter nach 2022. In die USA gibt es dauerhaft günstige Tickets von SOF aus (halbes Jahr Vorlauf)

    • Wobei ich denke der TAP vergleich hinkt etwas. Das wirkt mir bei denen wie eine verzweifelte Methode billig Kapital einzusammeln. Aber das ist nur meine persönliche Meinung.

  4. Zunächst einmal geht es in diesem Portal ums Reisen. Und ob Reisen ein Pandemie-Treiber sein soll konnte bislang in keinster Weise von irgendjemandem geschweige denn wissenschaftlich untermauert werden. Genausowenig wie es einen faktischen Nachweis gibt, dass irgendeine Impfung eine Coronaansteckung verhindert. Ziel sollte eben wieder das vollkommen uneingeschränkte und wieder angenehme Reisen sein. Und ob jemand über 2, 3 oder 10 Stationen zu seinem Zielort fliegt, bleibt jedem selbst überlassen.

    • Bzgl. Impfungen: Es gibt aus Israel und den USA Studien mit Daten von Millionen von Menschen, dass Geimpfte NICTH mehr Infektiös sind und so sollten sie dann auch behandelt werden. Sprich hier liegt der nachweisliche Weg zurück in die Normalität.

  5. Ich glaube die „Reise-Diskussion“ ist eher vom Neid getrieben. Siehe das kürzliche Beispiel Mallorca (Die Wahrscheinlichkeit sich in einem öffentlichen Verkehrsmittel zur Arbeit anzustecken war viel höher, als die Reise nach Mallorca, wo zudem der Inzidenzwert zu dem Zeitpunkt so niedrig wie in keinem Bundesland in Deutschland war.)

    Und ich hoffe, dass es weiterhin solche Angebote aus dem benachbarten Ausland gibt. Vorallem auf Lanstrecke ist das oft sehr lukrativ.
    Ich war im Februar letzten Jahr mit meiner Frau in Neuseeland. Für 2.300€ pro Person in Business (Mit LH, Swiss, New Zealand, Cathay: CDG-FRA-SIN-AKL-HGK-ZRH-CDG). Plus noch total 300€ für FRA-CGD-FRA. 🙂

    • In der öffentlichen Debatte ist das Thema Reisen, im Falle von Mallorca eine reine Neiddebatte gewesen. Vom RKI gibt es ja immer den Hinweis auf den Zusammenhang von Mobilität und Kontakten und damit auch Infektionen.

      Jetzt ist dieser Zusammenhang statistisch zwar richtig, ABER wenn ich an mein erstes Semester und die Mathematik Vorlesung denke und hier an den Ausflug in die Logik: Der Zusammenhang zwischen Kontakten und Mobilität, sowie aus Kontakten und Infektion ist nicht stringent und entsprechend ist die Ableitung, dass Mobilität zwingend Infektion bedeutet nicht logisch.
      Es ist eine massive Vereinfachung und die Politik ist hier gefragt ob man diese Vereinfachung noch gehen kann, ein Jahr in der Pandemie. Man hat sich aktuell zu einem klaren Ja entschieden, aber ob das richtig ist, darf durchaus diskutiert werden.

  6. Exakt! Wir kamen erst aus Kolumbien zurück. Hatten ein super Angebot genutzt. In Business via AMS für unter 1.000€. Da akzeptiert man auch den deutlich verschlechterten Service der Lufthansa

  7. An der Diskussion, ob man aktuell reisen „sollte“ oder nicht, will ich mich gar nicht beteiligen.
    Blöd wird es aber, wenn man ein Schnäppchen ab Amsterdam bucht, und zum Zeitpunkt des Fluges gelten dann 14 Tage Quarantäne bei Einreise in die Niederlande. Wer möchte das beim Buchen riskieren?

  8. Ich hätte eine eine generelle Frage bei solchen Angeboten aus Sicht eines Paares. Ist es auf dem Rückflug möglich z.B. das Gepäck auf eine Person einzuchecken und die andere liegt quasi „ohne“ Gepäck? Die Idee wäre das dann z.B. meine Frau in Frankfurt bleibt und ich alleine nach AMS fliege und von dort dann wie auch immer mit dem Gepäck Heim reise. Hat das schon jemand ausprobiert?

    • @Chris: ein shortcheckin ist auf jeden Fall einen Versuch wert. Das einchecken auf 1 Person geht vermutlich nur dann, wenn du 23kg in einen Koffer packst. Das kannst du machen.

      Noch besser ist allerdings die LH Flüge von Strasbourg oder Basel EAP, wo Busse/Züge eingesetzt werden. Da wird das Gepäck (bis jetzt noch) nur bis FRA geroutet und danach kannst du damit hin wo do willst (also das letzte Leg einfach nicht nutzen – Androhung der Nachberechnung ignorieren)

      • @Jimmy die Denke ist dass man dann mindestens Business fliegen sollte und dann ja pro Person 2x23kg hätte (naja durch Status sogar theoretisch mehr aber ich will dann nicht allein drei Koffer durch die Gegend wuchten wenn ich allein aus Amsterdam mit dem ICE nach Frankfurt fahre 😜). Heißt Man bräuchte gar kein Short Check-in sondern würde beide Passagiere auf alle legs Einchecken aber meine Frau würde das letzte leg nicht antreten. Wenn kein Gepäck auf sie eingecheckt ist sollte das meiner Denke nach gehen.

        Klar, Strasbourg ist da sogar noch einfacher weil da muss dann theoretisch keiner das letzte leg antreten…

        • Es sind sogar 2 oder 3x 32kg pro Person ;). Also für die allermeisten reicht das und ja man könnte das so machen wie oben beschrieben. Also Theoretisch, weil laut Fare Rules müssen beide Reisende zusammen alle Segmente fliegen, sonst kann der Weiterflug gecancelt werden.

          In deinem Fall wäre es aber in der Praxis wohl kein Thema, wobei ich die Steuern für das letzte Segment deiner Frau nicht zurück fordern würde ;).

    • auf dem Rückflug ist das easy. Einfach den Flug bei Buchung so liegen, das der Weiterflug am Folgetag ist. Das geht immer wenn nur max. 24h dazwischenliegen. Dann gilt es als Layover, nicht Stopover, damit wird der Flug auch in der Regel nicht teurer. Ich habe das bei meinen Buchungen meist so gemacht. Z.B. Ankunft aus New York um 14 Uhr, dann Weiterflug am nächsten Tag um 10:00 Uhr. Somit kommt das Gepäck auf jeden Fall in Fra raus. Schwieriger ist das nur bei Ankünften um 6 Uhr morgens, da man am nächsten Tag kaum Weiterflüge vor 6 Uhr findet.

  9. Danke für deine Worte zum Reisen in Coronazeiten. Genauso sehe ich das auch!

    Es wird uns, die reisen wollen, laufend ein schlechtes Gewissen gemacht, dabei sitzen z.B. im Wartezimmer beim Arzt zig Personen ungetestet stundenlang aufeinander. Da ist die Gefahr größer als 100% getestete im Flugzeug.

  10. Hallo Christoph, zuerst einmal vielen Dank für deine immer wieder sehr guten Beiträge und Tipps.
    Hier meine Frage zum Thema günstige Flüge mit LH ab Paris via Frankfurt nach Dubai.
    Buche diesen Flug ab Paris und fliege nur mit „Handgepäck“. Checke online ein und erhalte meine Bordkarten für CDG-FRA und FRA-DXB. Fliege jedoch erst ab FRA los, da ich hierfür auch die Online- Bordkarte ausgedruckt habe zum Flug FRA-DXB, die ich zum Sicherheits Check und Borading in Frankfurt vorlege.
    Klappt das reibungslos oder zu welchen eventuellen Problemen kann es ggf. kommen?

    Vielen Dank für deine R-Mail.
    Peter
    15.04.2021

    • Na bloß nicht. Der Checkin allein genügt nicht, am Gate wird dann schon überprüft, ob Du auch physisch an Bord gehst. Das wird jetzt nicht gemacht, um Dir Deine Idee zu vermasseln, sondern um Gepäck und Passagiere zusammenzuhalten. Bei grenzüberschreitenden Flügen kommen natürlich weitere Interessen dazu. Hast Du vielleicht schon einmal erlebt, dass ein Passagier fehlt und es dann eine Stunde dauert, bis auch sein Gepäck wieder aus dem Frachtraum raus ist. Die Erfassung bleibt, auch, wenn gar kein Aufgabegepäck im Spiel ist.
      Als Nebenprodukt ist dann eindeutig feststellbar, ob Du beim ersten Leg auch tatsächlich anwesend warst.

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