Frankfurtflyer geht dahin wo es weh tut | Landebahn Nord-West

Frankfurtflyer geht auch dahin wo es weh tut – an die Landebahn Nord-West am Frankfurter Flughafen. Dadurch, dass Lufthansa fast alle Langstrecken stillgelegt hat, benötigt die Airline natürlich deutlich weniger Flugzeuge. In Absprache mit dem Frankfurter Flughafen durfte Lufthansa einige dieser Flugzeuge auf der neuen Landebahn Nord-West des Airports abstellen. Ein seltener und zugleich trauriger Anblick.

Frankfurtflyer geht dahin wo es weh tut | Landebahn Nord-West | Ein kleiner Ausflug

Da ich nicht allzu fern vom Flughafen in Frankfurt entfernt wohne, habe ich mich am Wochenende auf den Drahtesel geschwungen und bin zum Flughafen gefahren. Das Wetter war gut, aber Straßen und Radwege waren ungewöhnlich leer. Die Menschen in der Region scheinen das Kontaktverbot zu beherzigen. Zumindest waren die meisten nur zu zweit unterwegs und ich habe nur eine – und dabei denke ich jetzt einmal naiv – „Großfamilie“ auf einem Ausflug gesehen. Was aber auch auffiel: am Himmel war praktisch nichts los. Ich sah eine Boeing 777 von Air Canada im Anflug auf Frankfurt und danach lange Zeit nichts „großes“ mehr.

Die Aussichtsplattform für Planespotter an der Landebahn Nord-West in der Nähe der Feuerwache war zwar für viele ein Ausflugsziel, aber man war sehr versucht ca. 1,5-2m Abstand zu halten. Das hat auch überraschend gut geklappt. Mit nur 30 Besuchern, die dort waren, auch ohne Probleme möglich. Alle waren gekommen, um das Unglaubliche mit eigenen Augen zu sehen – auf der Landebahn abgestellte Lufthansa Flugzeuge. Ein beklemmender Anblick.


Auf der ganzen Landebahn standen insgesamt 17 (wenn ich mich nicht verzählt habe) A330, A340-300 und A340-600. Alle eigentlich dazu gedacht, Menschen und Güter zwischen weit entfernten Lokationen zu transportieren.

Die drei Widebody Liverys der Lufthansa nebeneinander

Frankfurtflyer geht dahin wo es weh tut | Landebahn Nord-West | Frankfurtflyer Kommentar

Es ist kein schöner Anblick, die Flugzeuge der Lufthansa mit demontierten Sensoren und teilweise abgedeckten Triebwerken zu sehen. Wenn man dann überlegt, wie viele Menschen damit beschäftigt sind, ein Flugzeug in die Luft zu bekommen bzw. wie viele sich um ein ankommendes Flugzeug kümmern, kann einem ganz anders werden. Natürlich geht es vorrangig um die Kranken und die direkt Betroffenen. Aber auch hier geht einem die Krise nahe.

An der Landebahn Nord-West lässt sich die Wucht der Krise abseits aller Zahlen rund um Infizierte erfassen und wahrnehmen. Hoffentlich bekommen wir die Krise bald in den Griff und bekommen die Möglichkeit, schrittweise auf die Wiederherstellung des Normalzustands hinzuarbeiten.

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