Für Euch getestet: Currywurst mit Pommes aus dem Eurowings WingsBistro

Hier stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis nur teilweise. Foto: Sebastian

Woran erkennt man, dass Eurowings eine andere Zielgruppe als die Mutter Lufthansa bedient? Na klar, am Catering. Während Lufthansa auf regionale Gerichte in der Business Class und auf healthy superfood im Bordbistro setzt, geht es bei Eurowings durchaus auch mal deftiger zu. Passend für den einfachen Mann (oder die einfache Frau) wird dann auch mal auf dem Flug zum Ballermann der Döner in der Galley aufgewärmt. Oder wie im Sommerflugplan 2022 die Currywurst mit Pommes.

Currywurst. Ja, genau. Eurowings tritt noch mal nach gegen die längst vom Himmel verschwundene Airberlin und hat die Currywurst in die Speisekarte aufgenommen. Was der eine oder andere Airberlin-Fan als Frevel bewerten dürfte, habe ich auf meinem Flug nach Fuerteventura getestet.

Für Euch getestet: Currywurst mit Pommes aus dem Eurowings WingsBistro | Produkt, Preis und Präsentation

Currywurst

Eurowings beschreibt die „Currywurst mit Soße“ in seinem Wingsbistro wie folgt: „Das Kultgericht aus Berlin. Die würzige Wurst in pikanter Currysoße ist ein einzigartiges Geschmackserlebnis“. Für 7,50 Euro wird euch das Gericht blank in einer Pappschale Plastikschale mit Holzstäbchen serviert. Currypulver Fehlanzeige.

In Berlin wird man für den stolzen Preis von 7,50 Euro wohl eher weniger Abnehmer für eine Currywurst ganz ohne Schrippe finden. Dafür ist die Portion mit zwölf Wurstscheiben zumindest nicht klein.

„Fries in the Skies“ Pommes frites

Die „Fries in the Skies“ könnt Ihr zusammen mit einer veganen Mayo von Jean Bâton bestellen. Auf schnöden Ketchup verzichtet man hingegen. Teils zum Unverständnis der Fluggäste.

Auch die „Fries in the Skies“ werden in einer Pappschale serviert. Dabei handelt es sich jedoch um ein spezielles Verpackungsprodukt, welches gewährleisten soll, dass die Pommes wirklich knusprig aus dem Ofen kommen.

Auf die vegane Mayo musste ich, wie viele andere Gäste auch, bei meiner Bestellung leider verzichten. Die war nicht ausreichend an Board vorhanden.

Wer nur Pommes frites essen möchte, wird mit 5,50 Euro zur Kasse gebeten.

So werden Currywurst und Pommer am Platz serviert. Foto: Sebastian

Für Euch getestet: Currywurst mit Pommes aus dem Eurowings WingsBistro | Geschmackserlebnis

Von wegen würzige Wurst, pikante Currysoße und einzigartiges Geschmackserlebnis. Wobei „einzigartig“ war das Geschmackserlebnis. Einzigartig schlecht. Warum hat das denn niemand mal Probe gegessen. Die Wurstscheiben hatten in etwa den Geschmack von gebratenem Pappmaschee. Und die Currysoße war geschmacklos wie ein Engländer auf Kanaren-Urlaub (sorry folks, ich mag Euch wirklich gerne). Zumindest mit einem kleinen Portiönchen Currypulver hätte man dieses Desaster etwas kaschieren können. Aber dann wären wir mit der Currywurst wahrscheinlich in einer Preisrange von 9 Euro gelegen.

Glücklicherweise rissen die „Fries in the Skies“ das Ganze wieder etwas raus. Die Pommes waren echt knusprig und hatten für die Rahmenbedingungen einen super Geschmack. Blöd nur, dass es nichts zum Dippen gab. Die Currysoße schied aus, vegane Mayo war aus und für Ketchup hätte man wehrlose Tomaten quälen müssen. Dem hat vermutlich „Jean Bâton“ nicht zugestimmt, als man ihn für die Zusammenarbeit gewonnen hat.

Wollt Ihr das volle Programm genießen, könnt Ihr für zwölf Euro eine Mantaplatte als Deal bestellen. Damit spart Ihr einen Euro im Vergleich zum separaten Kauf der Einzelartikel.

Hier stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis nur teilweise. Foto: Sebastian

Für Euch getestet: Currywurst mit Pommes aus dem Eurowings WingsBistro | Frankfurtflyer Kommentar

Seit dem Flug quält mich der Gedanke, warum Airberlin das mit der Sansibar Currywurst seiner Zeit noch akzeptabel hingekriegt hat. Die war um Meilen besser als das, was Eurowings da gerade auf die Traytables schmeißt.

Der eigentliche Renner waren aber die „Fries in the Skies“. Unzählige Male dackelte die Flugbegleiterin mit einer bekritzelten Serviette zur Kollegin nach vorn, um die nächste Pommes zu bestellen (willkommen im 21. Jahrhundert Eurowings). Was mir aber nicht in den Kopf will: wie kann man eine Menge X „Fries in the Skies“ an Bord haben (und das müssen wirklich viele gewesen sein), aber nicht ausreichend Mayo dazu servieren können? Hey, das Gericht gibt es nur in Kombination mit Mayo. Hier muss niemand planen „oh heute, könnten 20% das Schnitzel und 80% der Gäste den Graupeneintopf nehmen“.

Da macht man sich glaub ich mehr Probleme, als man müsste. Daher: Hey Eurowings Bordprodukt-Verantwortlicher! Wenn Du das liest, dann kauf den Jungs und Mädels bitte zukünftig einen Karton mit Ketchup und Mayo.

6 Kommentare

  1. Während man über Geschmack noch streiten könnte (naja, beim Vergleich der Fotos aus Prospekt und Wirklichkeit ist das doch eher eindeutig), so sind die Hinweise zur Logistik einfach nur Fakten. Da hat wohl einer was falsch geplant (und wir reden hier zum Glück nur von Ketchup und Majo).

    • Das Problem ist, dass Pommes und Mayo unabhängig voneinander beladen werden. Die Pommes landen mit den frischen Sandwiches an Bord. Die Mayo wird in einem anderen Trolley beladen. Da kommt es ab und an zu diesem Problem.

    • Die Unterdruckkammer ist tatsächlich garnicht so unüblich. Wenn ich mich richtig erinnere gibt es in Frankfurt bei der LSG auch so eine, in der die neuen Menüs immer getestet werden. Leider passt das, was da in der Versuchsküche gekocht und für gut empfunden wird nicht mehr ganz zu dem was dann im großen Maße für die Flieger produziert wird.

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