Herausfordernder Start von Buy on Board bei Austrian | Wiener Melange ohne Kaffeemaschine

Foto: Austrian

Letzte Woche hat Austrian Airlines als erste der drei großen Gesellschaften der Lufthansa Group ein neues Servicekonzept gestartet. Die inkludierten Snacks und Getränke wurden auf Kurzstrecken in der Economy Class abgeschafft. Mit dem neuen Kurs will man Fluggästen künftig eine breitere Auswahl und qualitativ hochwertigere Mahlzeiten anbieten. Dafür bittet der österreichische Carrier in Zukunft zur Kasse.

Zusammen mit dem Caterer Do&Co wurde das Angebot entwickelt, eine Menükarte mit den Bestandteilen und Preisen wurde kurz vor der Start veröffentlicht. In der „Austrian Melangerie“ finden sich neben Snacks und Getränken zahlreiche Spezialitäten der österreichischen Küche. Darunter eine Brettljause, die Alpen-Poké Bowl oder ein warmes Schwammerl Gulasch. Auch Schnitzel und Sachertorte sind im Sortiment, dazu kann man Almdudler oder eine Wiener Melange bestellen.

Die AUA musste für die Umsetzung zunächst investieren, auf längere Sicht erhofft man sich Einsparungen und eine Steigerung der Kundenzufriedenheit. Nicht alle Passagiere waren mit dem Standard-Snack zufrieden, spezielle Wünsche wie Sondermahlzeiten konnten auf kurzen Strecken nicht erfüllt werden. Wie gut das kostenpflichtige Angebot angenommen wird, muss sich noch zeigen.

Wiener Melange ohne Kaffeemaschine

Eine Umstellung auf Buy on Board bedeutet eine lange Vorlaufzeit. Das Konzept muss entwickelt werden, man benötigt einen Lieferanten, Abrechnungscomputer und Schulungen für die Crews. Für die Flugbegleiter ist die Umstellung zunächst eine Herausforderung. Einige Bestandteile müssen aufgeheizt und Kaffeespezialitäten einzeln in der Bordküche gefertigt werden. An Bord der A320-Flugzeuge bei Austrian gibt es schon länger keine Kaffeemaschinen mehr, diese sind schwer und wartungsintensiv. Stattdessen gab es Heißwasser und Instantware. Für das neue Sortiment wurden jetzt Kaffeepressen und Milchaufschäumer angeschafft.

Auch der Airline fehlen Erfahrungswerte. Die Beladung ist begrenzt, die Nachfrage nach den einzelnen Produkten unvorhersehbar. Mit Hilfe einer Software will man die Flüge auswerten und Prognosen aufstellen. Dabei sollen möglichst viele Passagiere ihr Wunschprodukt erhalten und gleichzeitig wenig überschüssige Frischware in der Tonne landen.

Die Melangerie ist auf Flügen bis zu 180 Minuten verfügbar, der Service in der Business Class bleibt unverändert. Zum Abschluss wird allen Fluggästen eine Schokolade gereicht. Auf eine kostenlose Wasserflasche wie es Lufthansa und Swiss auch künftig anbieten werden, wird bei der AUA verzichtet.

Foto: Austrian

Herausfordernder Start von Buy on Board bei Austrian | Frankfurtflyer Kommentar

Alles neu in Sachen Bordservice bei der Austrian, eine Umstellung für Passagiere und Besatzungen des rot-weißen Carrier. Ab sofort muss man für die Verpflegung bezahlen, die Auswahl ist dafür umfangreicher.

Abläufe müssen sich jetzt noch einspielen, die derzeit überschaubare Buchungslage könnte den Crews in der Anfangszeit entgegenkommen. Wie gut sich der Service mit handgefertigten Kaffeegetränken und warmen Mahlzeiten bei voller Hütte auf kurzen Flügen darstellen lässt, müssen nun die Stewardessen und Stewards bewerten.

Ob Gäste der Business Class ebenfalls ein Schnitzel bestellen können, ist uns nicht bekannt. Ein Verantwortlicher des neuen Konzepts zeigte sich dem Branchenportal aeroTELEGRAPH gegenüber mit dem Start zufrieden. Als nächstes führt Swiss am 30. März das Buy on Board-Produkt „Saveurs“ in Zürich ein.

 

 

Danke: aeroTELEGRAPH

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3 Kommentare

  1. Bin vor langer Zeit mit Nikki / Lauda von VIE nach ARN geflogen. Man konnte das „Essen“ gleich zusammen mit der Buchung bestellen und gleich bezahlen. Erspart Zeit an Bord und die Crew wusste, wer was bestellt hat und konnte die Lieferung gleich nach dem Start servieren – – – ganz im Gegensatz zu mir, der sich überhaupt nicht mal mehr erinnern konnte, etwas Warmes bestellt zu haben .

    • Das Problem dabei ist (wie an sich immer): Ich muss beim Buchen schon entscheiden. Was weiß ich, wie ich in 1 oder 2 Monaten drauf bin? Und vor allem, was evtl. kurz vor dem Abflug alles passiert. Evtl. esse ich ja vor dem Abflug noch mit Bekannten, so das ich dann doch keinen Hunger mehr habe. Natürlich erleichtert es die Planung und sollte on Top angeboten werden (Dann aber mit der Verpflichtenen Abnahme durch den Gast), aber die Option der Nachbuchung muss in meinen Augen gegeben sein.

      • Man kann doch Beides durchführen. Vorbestellungen für diejenigen, die auf Nummer sicher gehen möchten und Auswahl vor Ort für die Unentschlossenen. Mit dem Vorteil, sich nicht im Voraus festlegen zu müssen und dem Nachteil, das Gewünschte dann eventuell nicht zu erhalten.
        Mir persönlich würde bei „Brettljause“ vermutlich die Auswahl leicht fallen. Klingt zudem auch nicht unbedingt nach Ellenbogenkampfhandlungen mit dem Nachbarn.
        Aber ob es je einmal Austrian Y wird. Aktuell gibt es ja interessante Angebote in Y+ ab Österreich. Je nach Abflughafen wäre da auch ein innerösterreichischer Y-Flug inbegriffen. CPT ist aber leider schon gebucht.

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