Kreatives Sparen: American Airlines baut Espresso Maschinen aus, um Gewicht und Treibstoff zu sparen

Kaffee ist in den USA extrem beliebt und alle USA Airlines sind mehr oder weniger stolz auf den Kaffee, welchen sie an Bord servieren, denn meist stammt dieser aus einer Partnerschaft mit einem bekannten Kaffeegiganten wie Starbucks. Dass man aber eine wirkliche Kaffeekultur an Bord der US Airlines kennen würde wäre übertrieben und als wohl einzige Airline aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten hatte American Airlines eine Espresso Maschine an Bord einiger Flugzeuge mit denen man Espresso oder auch Cappuccino frisch zubereiten konnte.

Dabei gab es diesen besonderen Service nur in der First Class und hier nicht in der domestic First Class, wie die US Airlines ihre Business Class auf Kurzstrecken nennen, sondern in der Flagship First, welche lediglich auf den Boeing 777-300er und einigen Airbus A321 angeboten wurde. Diese Flugzeuge sind auf Ultra Premium Strecken, wie zwischen New York und Hongkong oder London oder auch New York und Los Angeles geflogen.

Nun hat der Espresso bei American Airlines allerdings ein Ende gefunden, denn die Airline baut die Espressomaschienen aus. Hierdurch will man vor alle  Gewicht und damit auch Treibstoff einsparen und natürlich die Kosten drücken. Auch wenn die Airline diesen Schritt anders begründet, man hat eine gewisse Geschichte mit solchen Sparmaßnahmen, allerdings werden sie auch nicht als unkritisch gesehen.

Wir möchten damit beitragen, Treibstoff und Emissionen einzusparen und auch das Produkt vereinheitlichen um Verwirrung zu vermeiden, was auf welchem Flugzeug angeboten wird.

Während ich nicht nachvollziehen kann, warum es zu Verwirrung geführt hat, dass es Espresso nur in der Flagship First Class, also dem besten Produkt der Airline gibt und nicht in anderen Klassen, ist der Einsparaspekt von American Airlines sicher ein sehr realer.

American Airlines Flagship First Class in der Boeing 777-300er

Der Ausbau einer Espresso Maschine alleine wirkt sicher nicht wie der große Wurf, wenn es darum geht Kosten zu senken, allerdings summiert sich hier einiges auf und American Airlines hat auch eine Geschichte, in welcher man mit genau diesen Schritten recht beachtliche Einsparungen erreicht hat.

Es geht sicher nicht um die 15 Cent, welche das Aufbrühen des Espresso kostet und auch die mehreren tausend Euro, welche solch eine Espressomaschine für ein Flugzeug kostet, fallen kaum ins Gewicht, wenn man sie mit den Kosten für Wartung und vor allem für zusätzlichen Treibstoff vergleicht. So kann man durch das Einsparen eines Kilogramm in einem Passagierflugzeug über ein Jahr hinweg mehrere zehntausend Dollar einsparen, weshalb das Gewicht des Equipments immer sehr entscheidend ist.

Schon vor Jahrzehnten hatte American Airlines einmal vorgerechnet, dass sie bei einer Boeing 737 bis zu 40.000 Dollar einsparen, wenn man eine Kaffeekanne aus den Flugzeugen entfernt. Aber auch mit anderen Dingen war man mehr als kreativ, so hat man sich schon in den 80er Jahren dazu entschlossen, die Zitronen für Getränke in 16, anstelle von 10 Teile zu schneiden oder aus den Salaten eine der fünf Oliven entfernte. Dies hätte hunderttausende von Dollar pro Jahr gespart, da man es auf bis zu 200 Millionen Passagiere anwenden kann.

Bei den Espresso Maschinen wird der Effekt sicher auch eine sehr beachtliche Zahl sein, welche man einsparen kann, allerdings sind hiervon überhaupt nur 36 Flugzeuge betroffen, sodass man sich zu diesem Schritt vermutlich entschlossen hat, da es einfach ein Nischenprodukt war, welches kaum bekannt und damit auch kaum angenommen wurde. Der Aufwand es bereit zu stellen ist dann wohl einfach zu groß.

Kreatives Sparen: American Airlines baut Espresso Maschinen aus, um Gewicht und Treibstoff zu sparen | Frankfurtflyer Kommentar

Dass man durch die Reduktion von Gewicht an Bord der Flugzeuge Geld sparen kann ist kein Geheimnis und Airlines haben ganze Abteilungen, die sich damit beschäftigen, ob man die Beladung oder Ausstattung der Flugzeug nicht optimieren kann um ein paar Kilo einzusparen. Wenn man einige Teller oder Tassen am Boden lassen kann, weil sie nie genutzt werden, kann man unglaubliche Summen einsparen.

Allerdings muss man hier auch aufpassen, dass man sich nicht im Sparwahn verrennt. So gab es schon einen asiatischen Billigflieger, welcher nur Flugbegleiterinnen mit sehr geringen Gewicht eingestellt hat oder fast alle US Regional Airlines haben keine Öfen mehr an Bord, was dazu führt, dass man auch auf vier Stunden Flügen, welche es durchaus mit einer Embraer 190 gibt, kein warmes Essen serviert werden kann, obwohl dies in der Business Class so beworben wird.

Den Espresso bei American Airlines werden wohl aber die wenigsten Passagiere wirklich vermissen, denn die wenigsten wissen überhaupt, dass es diesen gibt. Anders als bei Lufthansa oder Swiss wird hier auch kein Espresso oder Cappuccino aktiv angeboten und man muss in manchen Fällen die Flugbegleiter förmlich schütteln, um einen Espresso zu bekommen. Manch einem war der Aufwand einfach zu groß diese Maschine anzuschalten.

Danke: SimplyFlying

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1 Kommentar

  1. Der Artikel ist zum Veröffentlichungszeitpunkt schon wieder veraltet. Bei einem US-Blog heißt es mit Verweis auf einen AA-Sprecher:

    „the machines will stay on the aircraft and this is temporary as service is modified on these flights and the expresso offering is currently not available“

    Die Espresso-Maschinen werden also entgegen des Artikels nicht ausgebaut, lediglich das Zubehör vorübergehend entfernt.

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