Review: Lufthansa Economy Class Airbus A330-300 München nach Washington

Lufthansa wurde vor einigen Monaten mit einem fünften Stern ausgezeichnet und entsprechende Erwartungen hat man natürlich auch an die Lufthansa in allen Klassen. In dieser Review will ich meine Erfahrung mit der Lufthansa Economy Class im Airbus A330-300 auf einem Flug von München nach Washington D.C. mit Euch teilen.

Ich bin mit recht hohen Erwartungen in meinen Flug in der Lufthansa Economy Class gegangen, immerhin ist Lufthansa die erste und noch einzige fünf Sterne Airline in Europa. Wer diese Prädikat einer Premium Airline hält, muss auch „auf den billigen Plätzen“ in der Economy Class, wo 80% der Fluggäste sitzen, einen sehr guten Service bieten. Insbesondere stellt sich daher auch die Frage: Lohnt es sich, einen Aufpreis für einen Flug in der Lufthansa Economy Class zu zahlen?

Lufthansa Economy Class Airbus A330 | Check- In und Boarding

Der Check-In für meinen Flug war absolut unproblematisch. In meinem Fall habe ich auf Lufthansa.com online eingecheckt und mir meine Bordkarte auf das Mobiltelefon schicken lassen. Alternativ hätte man auch an einem der Check-In Schalter, oder Automaten am Flughafen, einchecken können und hier auch sein Gepäck abgeben. Gerade der Check- In Prozess ist etwas, was bei Lufthansa erstaunlich schnell, einfach und zuverlässig funktioniert.

Generell funktionieren die Bodenprozesse bei Lufthansa meist sehr gut und reibungslos. So auch in München, wo alle USA Flüge an besonderen Gates abgefertigt werden. Nach der zentralen Pass- und Sicherheitskontrolle muss man vor den USA Gates noch einmal eine erneute Passkontrolle durchlaufen, bei welchen die Dokumente erneut überprüft werden und einige Passagiere müssen (wohl nach dem Zufallsprinzip) noch durch eine zweite Sicherheitskontrolle. Mir blieb diese zweite Sicherheitskontrolle allerdings erspart, so dass ich binnen weniger Minuten am Gate war.

Das Boarding für meinen Flug erfolgte mit wenigen Minuten Verspätung. Hierüber hat man am Gate auch zur eigentlichen Boardingzeit informiert.

Das Einsteigen selbst lief in diesem Fall sehr strukturiert ab, da man über zwei Gates L28 und L27 in das Flugzeug einsteigen konnte. Hierbei durften an einem Gate die Passagiere der Business Class, sowie HON Circle, Senatoren und Star Gold Mitglieder das Priority Boarding nutzen. Zeitgleich wurden an dem zweiten Gate Passagiere geboardet, welche etwas mehr Zeit benötigten, wie z.B. Familien mit kleinen Kindern oder ältere Passagiere.

Nach nur 20 Minuten waren alle Passagiere an Board obwohl der Flug fast voll ausgebucht war. Damit sind wir dann auch pünktlich in Richtung Washington D.C. gestartet.

Lufthansa Economy Class Airbus A330-300 | Sitz & Kabine

Mein Lufthansa Airbus A330-300 verfügte über 185 Sitzplätze in zwei Kabinen. Dabei sind die Sitzplätze, bis auf in wenigen Reihen, in einer 2-4-2 Anordnung verbaut. Leider waren die besten Sitzplätze in der Lufthansa Economy Class bei meiner Buchung schon vergeben, so dass ich in Reihe 25 am Gang in der sogenannten „bevorzugten Zone“ Platz genommen habe.

Die Kabine macht dabei beim Betreten direkt einen moderne und angenehmen Eindruck. Man hat der Lufthansa Economy Class auf diesem Flug durchaus angesehen, dass die Sitze vor kurzem erst erneuert wurden. Auch die Farbgebung mit den blauen Sitzen und den gelben Kopfstützen hat mir gut gefallen.

Auf allen Sitzen befand sich bereits beim Boarding eine Decke, sowie ein überraschend großes Kopfkissen mit Stoffbezug. Besonders das Kopfkissen empfand ich auf diesem Flug als sehr angenehm, insbesondere mit der verstellbaren Kopfstütze konnte ich hier sehr angenehm sitzen und auch einige Stunden schlafen.

Auch wenn Ledersitze oft als hochwertiger angesehen werden, bevorzuge ich die Stoffbezüge, welche z.B. Lufthansa auch verwendet. Wenn man mehrere Stunden sitzt ist die Belüftung des Sitzes und somit auch des Rückens bei Stoffsitzen deutlich besser. Airlines verbauen übrigens gerne Ledersitze, da sich diese einfacher reinigen lassen, als Stoffbezüge.

Sehr aufgeräumt war der Sitz selbst. Oben an der Rückenlehne der Vordersitze war immer der persönliche Monitor verbaut. Dabei hat man in der Lufthansa Economy Class die selbe Auswahl im In Flight Entertainment, wie in allen anderen Klassen auch. Lufthansa hat sogar vor wenigen Wochen die Auswahl an Filmen und Serien noch erweitert. Zusätzlich findet man noch Spiele, Hörbücher, Musik und Informationen über den Flugverlauf im IFE der Lufthansa Economy Class.

Bedient wird das IFE über einen Touchscreen, welcher sehr gut funktionierte und sich fast so angenehm bedienen lies, wie ein iPad. Lufthansa stellt auch in der Economy Class den Passagieren kostenlose Kopfhörer zur Verfügung. Diese erfüllen natürlich ihren Zweck, sind allerdings nicht besonders hochwertig. Ich verwende daher meine Bose IQ25, welche ich sehr empfehlen kann.

In der Tasche direkt unter dem Bildschirm finden alle Unterlagen der Lufthansa Platz, wie z.B. das Bordmagazin oder auch die Sicherheitshinweise. Für persönliche Gegenstände, welche man am Platz haben möchte, gibt es noch ein eigenes Haltenetz weiter unten. Wenn man dieses allerdings leer lässt, gewinnt man noch etwas an Beinfreiheit.

Die Beinfreiheit war übrigens durchaus gut. So konnte ich mit 185cm Körpergröße hier sehr angenehm sitzen und hatte noch mehrere Zentimeter Platz mit meinen Knien zum Vordersitz.

Der Sitz in der Lufthansa Economy Class lässt sich übrigens überdurchschnittlich weit nach hinten lehnen. Dies ist zum Schlafen oder Ruhen durchaus sehr angenehm. Um den Passagier hinter einem nicht die gesamte Beinfreiheit zu Rauben, wird beim Zurücklehnen auch das Sitzpolster nach vorne geschoben. Allerdings kann man bei einem zurückgelehnten Sitz des Vordermannes z.B. keine Laptop mehr aufklappen um zu arbeiten. Daher vordern die Flugbegleiter auch beim Essenservice alle Passagiere dazu auf, ihren Sitz gerade zu stellen, damit der Hintermann angenehm essen kann.

Der Tisch am Vordersitz in der Lufthansa Economy Class ist in zwei Teile geteilt, so dass man ihn nicht immer komplett ausklappen muss, wenn man z.B. nur etwas trinkt. Zusätzlich gibt es noch einen sehr cleveren Getränkehalter.

Lufthansa Economy Class Airbus A330-300 | Der Service

Auf diesem Flug von München nach Washington D.C. gab es zwei Servicedurchgänge in der Economy Class. Direkt nach dem Start wurde ein Mittagessen serviert und etwa 90 Minuten vor der Landung noch ein kleiner, warmer Snack als Abendessen.

Zu Beginn des Service startet man bei Lufthansa mit dem „Cocktail Service“. Hierbei werden den Passagieren in der Economy Class eine erste Runde Getränke serviert. Insbesondere Aperitifs, wie Gin& Tonic, Whisky& Cola, Campari Orange oder einfach nur Sekt werden hier sehr aktiv angeboten. Ich habe mich mit einem Wasser und einer Cola Zero begnügt. Dass alle alkoholischen Getränke bei Lufthansa in der Economy Class noch kostenlos sind, ist besonders auf Flügen über den Nordatlantik, ist nicht mehr selbstverständlich.

Zum Aperitif gab es noch eine Tüte mit kleinen Salzbrezeln zum Knabbern.

Nachdem der Aperitif abgeräumt wurde, wurden heiße Tücher verteilt. Dies ist sicherlich die Ausnahme in einer Economy Class.

Anschließend wurde das Mittagessen serviert. Hierbei wird alles auf einem Tablett serviert. Neben einem Salat als Vorspeise lagen auf dem Tablett noch ein Brötchen, Butter, Käse und ein Stück Erdbeerkuchen als Dessert.

Beim Hauptgang konnte man zwischen Pasta mit Tomatensoße und Hühnchen wählen.

Ich habe mich für das Huhn entschieden. Besonders das optische Erscheinungsbild dieses Essens hat mich nicht gerade angesprochen, obwohl es einigermaßen gut geschmeckt hat. Auch wenn mir natürlich klar ist, dass man von Essen in der Economy Class nicht all zu viel erwarten darf, war dieses Hot Meal nicht besonders gut.

Zum Essen wurden noch einmal Getränke vom Wagen serviert. Zusätzlich sind mehrfach Flugbegleiter durch die Kabine gelaufen und haben Wasser, sowie Wein nachgeschenkt. Besonders die gute Versorgung mit Getränken, war das, was mir hier am besten gefallen hat.

Zum Abschluss des Essenservice wurde noch Kaffee und Tee, sowie Baileys und Cognac ausgeschenkt.

Nach dem Essen wurde die Kabine verdunkelt und die nächsten vier Stunden versuchten die meisten Passagiere ein wenig zu schlafen. Während dieser Phase des Fluges standen in der hinteren Bordküche immer Wasser und Saft für die Passagiere bereit. Auch andere Getränke konnte man hier jederzeit haben. Zusätzlich sind die Flugbegleiter mehrfach mit Wasser und Saft durch die Kabine gekommen.

Etwa 90 Minuten vor der Landung in Washington wurde das Licht wieder eingeschaltet und der zweite Service begann. Dieser war deutlich schneller als der erste Service. Neben einer vollständigen Getränkerunde vom Wagen, gab es hier noch einen kleinen warmen Snack in Form einer vegetarischen Pizza.

Nach weniger als 30 Minuten war der Service auch schon wieder beendet und die Kabine wurde für die Landung in Washington vorbereitet. Hier sind wir überpünktlich gelandet.

Was mir bei beiden Service Durchgängen aufgefallen ist war, dass die Crew durchweg sehr freundlich war. Man hat sogar versucht, alle Statuspassagier mit Namen anzusprechen, was überraschenderweise auch funktioniert hat. Auch dass man immer aktiv noch ein zweites Getränk oder auch z.B. Wein zum Essen angeboten hat, hat mir gut gefallen.

Lufthansa Economy Class Airbus A330-300 | Frankfurtflyer Kommentar

Ein Flug in der Economy Class wird niemals den selben Komfort bieten, wie ein Flug in der Business Class, das ist klar. Allerdings hat mich die Lufthansa Economy Class auf diesem Flug wirklich sehr positiv überrascht. Besonders die moderne Kabine und die für eine Economy Class sehr bequemen Sitze haben mir gefallen. Aber auch beim Service konnte Lufthansa in der Economy Class durchaus punkten, insbesondere da man hier noch einen vollen Service ohne irgendwelche „Buy on Board Extras“ bietet.

Dass das Essen eher mittelmäßig war, lassen wir so dahin gestellt. Hier könnte man noch ein paar Aufwertungen vornehmen.

Ich habe eingangs die Frage gestellt, ob es sich lohnt, einen Aufpreis für einen Flug in der Lufthansa Economy Class zu zahlen, gegenüber eines Mitbewerbers. Auch wenn man diese Frage nicht mit einem klaren Ja oder Nein beantworten kann, kann ich mir durchaus vorstellen, dass es Sinn macht, einen kleine Aufpreis für einen Lufthansa Economy Class Flug zu bezahlen. So sind die Flugzeuge durchweg in einem sehr guten Zustand und der Service meist etwas besser als bei anderen Airlines (besonders auf Flügen über den Nordatlantik).

Was allerdings der größte Vorteil der Lufthansa Economy Class ist, sind die vielen Ziele, die Lufthansa nonstop anfliegt.

Ich für meinen Teil kann die Lufthansa Economy Class empfehlen, auch wenn First- und Business Class fliegen natürlich deutlich angenehmer ist ;).

7 Kommentare

  1. Christoph, du fliegst Y – war die C ausgebucht? 😉

    Danke für den Report, der alle wesentlichen Teile des Fluges enthalt.
    Was heißt denn, „die Kabine wurde verdunkelt“? Licht aus habe ich gelesen. Mussten die Sonnenblenden runtergemacht werden?

  2. Hallo Marcel,

    Wenn die Business ausgebucht ist fliege ich halt First. Aber was macht man nicht alles für den Blog ;).

    Nein im Ernst, ich fliege wie jeder andere auch mal in der Economy und das ist auch nicht schlimm. Ein bisschen Realität schadet ja nie.

    Die lichter wurden bei dem Flug ausgeschaltet und die Passagiere gebeten, die Sonnenblenden zu schließen, damit alle Passagiere ruhen oder eine Film schauen können. Leider haben sich nicht alle Passagiere daran gehalten.

    LG
    Christoph

  3. Danke für deine Antwort.

    Also eigentlich ist das ja ein reiner Tagflug, da erwarte ich schon, dass die Kabine hell ist bei offenen Sonnenblenden, der Tageszeit eben entprechend. Und auch wenigstens 2 Getränkerunden mit dem vollem Wagen bei einer Flugdauer von 8 Std., dazu vielleicht einen Schokoriegel bzw. Kekse. Kontakt mit der Kabinencrew. Sich als Gast fühlen. Möglichkeit aus dem Fenster zu schauen. Halt ein Flugerlebnis.

    Aber es setzt sich halt immer mehr durch, dass auch auf reinen Tagflügen (westwärts) die Kabine zwingend abgedunkelt wird. Klar, das soll den Passagieren suggerieren, dass jetzt geruht werden soll und der Service runtergefahren wird. Eine dunkle Kabine mit schlafenden Passagieren verursacht halt weniger Arbeit beim Personal.

    Mal sehen, wie es AC auf ZRH-YYZ hält den übernächsten Montag, wo ich drauf bin.

    Gruß Marcel

  4. Das mit den Sonnenblenden sehe ich leider ganz anders. Es ist auch bei Tragflügen so, dass man deutlich besser mit dem Jetlag klar kommt, wenn man hier ein wenig schläft. Die Empfehlung ist die Hälfte der Zeitverschiebung. In diesem Fall sind das 3 Stunden. Man kann sich hierüber streiten, aber ich empfinde es als sehr unangenehm, wenn die Kabine permanent hell ist bei Tragflügen.

    Grundsätzlich hat Lufthansa hier zwei volle Service Durchgänge gemacht. Nach dem Start (drei mal mit vollem Getränkewagen) und vor der Landung (ein mal mit vollem Getränkewagen) dazwischen wurde öfter Wasser und Saft verteilt. In der Küche konnte man alles bekommen was man wollte oder auch bei den Flugbegleitern bestellen. Ich fand das gut! Wenn hier noch mehrfach ein Wagen durch die Kabine geschoben wird, stört dies schon sehr. Das es bei der dunklen Kabine darum geht, dass die Crew keine Lust hat zu arbeiten, klaube ich nicht ;). Die waren schon immer verfügbar.

    LG
    Christoph

  5. Danke für deine Meinung.

    Vieles ist sicher Geschmackssache. Mich stört das Flimmern der Bildschirme bei geschlossenen Sonnenblenden mehr als eine taghelle Kabine entsprechend der Tageszeit. Des Weiteren ist der eine Vielflieger, der nur schnell von A nach B kommen will. Der andere fliegt (zumindest Langstrecke) selten und wünscht sich ein Flugerlebnis (z.B. über Grönland aus dem Fenster schauen).

    So wie du den Service auf deinem Flug beschreibst, finde ich das im Nachhinein in Ordnung.

    An meiner These, dass das Bordpersonal auf reinen Tagflügen bei einer dunklen Kabine nicht arbeiten will, halte ich aber strikt fest! Es kommt dann darauf an, wo die Mehrzahl des Personals ist: Verfügbar in der Galley oder dauerhaft in fast voller Stärke im Ruheraum.

    An dieser Stelle aber auch mal ein herzliches Dankeschön für die Seite und vor allem die guten und sehr schnellen Antworten. Man merkt, dass dir sehr an deiner Seite gelegen ist. Man bekommt hier immer das Neueste mit. Die Tipps habe ich im Großen und Ganzen befolgt, wie man an meinem dicken Meilenkonto – ohne bis dato geflogen zu sein – erkennen kann. Bei Interesse und bei Zeiten dazu mehr.

    Was meinen Flug anbetrifft:
    Ich fliege auf 2 Tickets (anders ging es leider nicht) DUS-ZRH-YYZ. 11 Uhr LX nach ZRH, tags drauf AC 9:30 Uhr nach YYZ. Ich denke, dass es aufgrund der Nacht dazwischen Wunschdenken von mir ist, dass man in DUS den Koffer bis YYZ labelt+transportiert?

    Und ich denke, dass 7:30 Uhr da sein mit Koffer ausreicht (Online eingescheckt, automatischer Pass, Handgepäck bestimmungsgemäß gepackt)?

    Gruß
    Marcel

  6. Hallo Marcel,

    Über die Sonnenblenden kann man sich vorzüglich streiten, aber mir persönlich hilft es, wenn die Kabine bei Tragflügen nicht permanent hell ist. Wer aus dem Fenster schauen möchte, soll das auch gerne machen, aber ich habe in der First Class schon Mitpassagiere gebeten wenigstens drei der vier Fenster zu schließen. Das hat auch immer geklappt.

    Für deinen Flug mit AC von ZRH nach YYZ sollte zwei Stunden vor Abflug ausreichend sein um inkl. Check In zum Flug zu kommen ohne in Stress zu geraten. Ich wünsche dir auf jeden Fall eine gute Reise und hoffe das AC hier auch eine gute Performance zeigt ;).

    Über deine Meilen- Erfolgsgeschichte würden wir natürlich gerne hören, wenn du dazu Zeit hast.

    LG
    Christoph

  7. Christoph, dann sei mal froh, dass ich keine First fliege, sonst könntest du nicht schlafen 😉

    Melde mich nach meinem Urlaub+Segmentrun dus-zrh-yyz-vra-hav-yyz-fra-dus

    Bis dahin
    Marcel

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