Lufthansa Piloten akzeptieren Krisenplan | 5.000 Stellen gesichert

Gesichter der Lufthansa, Gesichter der Welt, Uniformen, Menschen, Kommunikation. Frankfurt, den 2.07.2013

Kurz vor Weihnachten können die Piloten der Lufthansa und sicher auch der Vorstand der Airline aufatmen, denn man hat sich mit der Pilotengewerkschaft, Vereinigung Cockpit, über einen Krisenplan für die Piloten geeinigt. Dieser sieht zwar für die Piloten des Kranichs durchaus spürbare Einschnitte vor, allerdings gibt der Konzern den etwa 5.000 betroffenen Piloten auch eine Beschäftigungsgarantie bis zum 31. März 2022, nachdem man in den letzten Wochen auch betriebsbedingte Kündigungen nicht ausschließlichen konnte.

In ihrer Vereinbarung haben sich die Lufthansa und die Vereinigung Cockpit darauf geeinigt, dass auch die Piloten einen Beitrag zum Abfangen der dramatischen Effekte der Krise auf die Lufthansa leisten werden. Dabei werden die aktuellen Einsparmaßnahmen nicht nur weitergeführt, sondern teilweise auch ausgeweitet.

Die getroffene Vereinbarung beinhaltet insbesondere die Grundlage für eine Verlängerung der Kurzarbeit für das Jahr 2021, eine Absenkung der Arbeitszeit mit äquivalenter Gehaltsanpassung und das Aussetzen von Tariferhöhungen, womit kein Pilot in den kommenden Jahren auf eine Gehaltserhöhung hoffen darf.

Betroffen von dieser Einigung sind Piloten von Lufthansa, Lufthansa Cargo, Lufthansa Aviation Training sowie eine Teilgruppe der Germanwings Piloten.

Michael Niggemann, Vorstand Personal und Recht, Deutsche Lufthansa AG, sagt:

Ich freue mich über den weiteren substantiellen Beitrag der Cockpitbeschäftigten zur Krisenbewältigung. Wir wollen die Laufzeit des Krisentarifvertrags nutzen, um mit der Vereinigung Cockpit nachhaltige strukturelle Lösungen als Reaktion auf die veränderten Rahmenbedingungen zu vereinbaren und Kündigungen auch nach der Laufzeit vermeiden zu können.

Daher setzen Lufthansa und die Vereinigung Cockpit die Verhandlungen 2021 fort, um in Anbetracht einer besseren Prognostizierbarkeit im kommenden Jahr nachhaltige Lösungen für die Zeit nach Auslaufen des Krisentarifvertrags zu vereinbaren.

Lufthansa Piloten akzeptieren Krisenplan | Frankfurtflyer Kommentar

Es war klar, dass auch die Mitarbeiter der Fluglinien einen massiven Beitrag zur Bewältigung der aktuellen Krise leisten müssen, denn anders lässt sich diese wohl kaum bewerkstelligen. Auch die Piloten müssen und wollen als Spitzenverdiener im Konzern wohl ihren Beitrag leisten, diesen Eindruck habe ich zumindest in den letzten Wochen in einigen Gesprächen mit Lufthansa Piloten gehabt.

Ein Lufthansa 747 Kapitän sagte sogar zu mir: „Ich würde auch zwei Jahre umsonst arbeiten, Hauptsache wir kommen da wieder raus und die lassen mich weiter fliegen!“

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3 Kommentare

  1. Mit bis zu 240.000 Jahresgehalt als Pilot auf er Langstrecke lassen sich gut solche Sprüche reißen. Wenn sie nur 30% Einsatz haben mit 30% des ursprgl Gehaltes, wird ein Senuorpilot nicht verhungern. Ich hoffe nur, dass es für die Berufseinsteiger und jungen 1st Officer auch praktikable Lösungen gab.

    • Ganz so einfach ist es vermutlich nicht. Ein kleiner Hinweis, wo sich der Boden der Tatsachen befindet, war zweifellos einmal überfällig, aber wirklich mit der Betonung auf *klein*. Die aktuelle Lage ist schon sehr speziell und sehr weit von dem eben genannten kleinen Hinweis entfernt. Überall natürlich, Wirt ist derzeit auch nicht gerade der Traumjob.

      Die Spitzengehälter gibt es ja auch nicht für Alle. Einmal abgesehen davon, dass jeder seinen Lebensstil an das verfügbare Einkommen anpasst und nicht stehenden Fusses ändern kann, steht ja auch die Frage im Raum, was ein arbeitsloser Pilot eigentlich machen soll. Die Qualifikation ist schon sehr speziell, für welche Tätigkeit außerhalb der Luftfahrtbranche wäre die eventuell nützlich?

      Aber wie auch immer, aus externer Sicht scheint das Ganze ein guter Kompromiss zu sein, vor allem weil der Personalbestand erhalten bleibt. So ganz bin ich noch nicht überzeugt, dass die pessimistischen Prognosen einer langsamen Erholung der Luftfahrt zutreffen. Wir *wollen* ja alle aus verschiedenen Gründen irgendwo hin reisen, ist alles nur aufgeschoben. Und die Sache mit dem Ersatz von Geschäftsreisen durch Videokonferenzen … Für einfache Fragen mag das durchaus funktionieren, Homeoffice hat aber gleichzeitig sehr deutlich die Grenzen nicht persönlicher Kommunikation gezeigt.

      • Homeoffice funktioniert sehr gut, ist in weiten Bereichen sogar produktiver. Geschäftsreisen werden in dem Umfang nicht wiederkommen, dafür werden schon die Controller sorgen. Telkos, VCs und Webex und Co ersetzen problemlos 2/3-3/4 der „Dienstreisen“.

        Wer mit 80000+ p.a. nicht temporär auskommt, hat vorher massiv über seine Verhältnisse gelebt.

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