Lufthansa-Piloten bauen auf Teilzeit-Modelle – Weitere 10.000 Jobs in Gefahr

Foto: Lufthansa

Die Cockpit-Crew ist derzeit noch die eine Berufsgruppe, die ohne Sanierungsplan bei der Lufthansa arbeitet. Bereits bei 16 Verhandlungsrunden hat die Arbeitnehmervertretung Vereinigung Cockpit (VC) mit der Lufthansa Konzernführung am Tisch gesessen. Und trotzdem konnte noch keine Einigung erzielt werden. Nun steigert sich die Hoffnung der Piloten auf einen sozialverträglichen Arbeitsplatzabbau mittels Teilzeit, Vorruhestand und Sonderurlaub.

Wie das Fachportal aero.de berichtet, hat die VC der Unternehmensleitung bereits fünf Angebote zu Einsparungen vorgelegt. Doch bei keinem konnte Einigung erzielt werden. Aber mittlerweile drängt die Zeit. Denn bereits Anfang 2021 müssten 20% der Stellen im Cockpit abgebaut werden. Das entspricht immerhin 500 Kapitänen und 500 ersten Offizieren.

Nach einem Interview von Lufthansa-Chef Carsten Spohr keimt allerdings Hoffnung auf. In dem Bericht zitiert aero.de den Lufthansa-CEO mit folgenden Worten „Innovative Teilzeitmodelle für die nächsten Jahre müssten möglich sein, um den unzweifelhaft vorhandenen Personalüberhang mit möglichst wenig Kündigungen zu kompensieren.“ Diese Aussage erfreut auch VC-Tarifvorstand Marcel Gröls. Somit scheint bald eine Einigung in Sicht.

Lufthansa-Piloten bauen auf Teilzeit-Modelle – Weitere 10.000 Jobs in Gefahr

Doch auch unabhängig von den Cockpit-Crews sieht der Personalbedarf bei Lufthansa derzeit düster aus. In 2022 will Lufthansa zwar wieder in die Gewinnzone, doch der Weg dahin bleibt steinig. Nach den 29.000 Stellen, die in diesem Jahr insgesamt bei Lufthansa wegfallen werden, geht der Kahlschlag auch in 2021 weiter. So äußert sich Spohr zumindest gegenüber Gabor Steingarts Morning Newsletter: „Wir gehen davon aus, dass uns ab nächstem Jahr nochmal ungefähr 10.000 Mitarbeiter verlassen müssen.“

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Mir war es neu, dass Lufthansa auch für 2021 schon weiß, dass weitere 10.000 Stellen gestrichen werden müssen. Muss diese Information durch ein Interview an die Öffentlichkeit kommen? Das empfinde ich zumindest in dem Moment sehr fragwürdig, wenn vorher die Mitarbeiter nicht abgeholt worden sind.

Positiv auf jeden Fall, dass sich die Piloten in einem Teilzeit-Modell wiederfinden können. Aber was ist auch sonst die Alternative? Die könnte eigentlich nur weniger Piloten in Vollzeit lauten.

Warten wir mal ab, wie lange die Einschränkungen im Luftverkehr noch gehen und wie lange das Geld bei Lufthansa noch reicht. Im schlimmsten Fall erhöht sich die Zahl von 10.000 Stellen noch mal drastisch.

Quelle: aero.de

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