Lufthansa schließt ihre Basis in Bangkok

Foto: Lufthansa

Neben den Standorten in Deutschland betreibt Lufthansa auch einige Basen für Crews im Ausland. Dort sind regionale Flugbegleiter stationiert, die auf den Flügen nach Frankfurt und München eingesetzt werden. Eine Tradition, die es schon seit mehreren Jahrzehnten gibt.

Die regionalen Stewardessen und Stewards sind eine wichtige Unterstützung bei Sprachbarrieren, Umgangsformen und kulturellen Besonderheiten. Mehrere Airlines haben dieses Modell und haben selbst zum Teil auch wirtschaftliche Vorteile dadurch. Doch Corona verändert auch diese Situation.

Bei Lufthansa gab es zuletzt auf Flügen von und nach China, Japan, Südkorea, Indien und Thailand regionale Flugbegleiter. Die meisten Mitarbeiter sind wie ihre deutschen Kollegen in Frankfurt und München stationiert. Kleinere Standorte sind noch in Delhi, Bangkok und Tokio. Für die Mitarbeiter in Thailand gibt es nun eine bittere Pille: Die Basis BKK wird geschlossen.

Ende Februar ist Schluss

Die Flüge nach Bangkok unterliegen bei Lufthansa permanenten Veränderungen. Es gab Zeiten, an denen täglich ein Airbus A380 eingesetzt wurde, eine Flugplanperiode später folgte dann ein A340-300 mit nur etwa halber Kapazität. Der Kranich wollte auch Flüge von München in die thailändische Hauptstadt aufnehmen, gab diese dann aber kurzfristig an Eurowings ab.

Diese Entscheidungen hatten unmittelbare Auswirkungen auf die in Bangkok stationierten Crews. Mal waren es zu wenige, meist aber zu viele lokale Flugbegleiter. Um diese Mitarbeiter überhaupt noch einsetzen zu können wurden sie zeitweise auf Flüge in die Nachbarstaaten wie Singapur geschickt.

Die Covid19-Pandemie hat die Lage noch weiter verschärft. Durch die Restriktionen wurde die Einreise von Thailänder massiv eingeschränkt, die Mitarbeiter sind seitdem am Boden. Wichtige Schulungen, die bei der Lufthansa in Deutschland stattfinden, konnten nicht besucht werden. Dies führte zu Problemen mit den notwendigen Lizenzen.

Der finanzielle Druck ist enorm, der Konzern prüft permanent alle Ausgaben um den Abfluss liquider Mittel zu minimieren. Zahlreiche Maßnahmen wurden bereits beschlossen und umgesetzt, nun trifft es die Crewbase in Bangkok. Ende Februar 2021 ist Schluß, zu diesem Zeitpunkt werden die Mitarbeiter entlassen.

Lufthansa schließt ihre Basis in Bangkok | Frankfurtflyer Kommentar

Viele Fluggäste legen wert auf regionale Besonderheiten, Ansagen und Informationen in Landessprache und kulinarische Spezialitäten der Destination. Dazu gehören auch lokale Flugbegleiter auf entsprechenden Strecken. Einige große Airlines haben daher Mitarbeiter aus ihren wichtigen Märkten angestellt, teilweise sind diese auch vor Ort stationiert.

Diese Angestellten haben lokale Verträge, die meist niedrigeren Gehälter gehören zu den großen Vorteilen für die Fluggesellschaften. Zudem gibt es häufig keine Tarifbindung oder Gewerkschaften, befristete Verträge scheinen eher die Regel als die Ausnahme.

Doch es gibt auch Kosten für zusätzliche Räumlichkeiten oder administratives Personal. Für Trainings müssen die Mitarbeiter wie die Lufthansa-Flugbegleiter in Bangkok regelmäßig nach Deutschland reisen. Die Seite der Nachteile für die Airline scheint mit der Krise gewichtiger geworden zu sein. Lufthansa macht kurzen Prozess und entlässt jetzt die Flight Attendants, die teilweise seit mehreren Jahrzehnten beim Kranich angestellt waren.

 

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4 Kommentare

  1. „Wichtige Schulungen, die bei der Lufthansa in Deutschland stattfinden, konnten nicht besucht werden.“
    Das ist doch ein vorgeschobener Grund. Schon Mal was von digitaler Lehre gehört? Die Subventionen, die zuletzt geflossen sind, gehören auf den Prüfstand. BKK ist da nämlich erst der Anfang.

    • Nachdem ich auf meinem einzigen Flug mit LH von BKK nach FRA mit ansehen durfte wie die deutschen LH Damen mit ihren asiatischen Kolleginnen umgesprungen sind, verwundert mich dies nicht. Ich bedaure nur, dass ich als Steuerzahler diese, für mich no go Airline und ihre so derart unfreundlichen Flugbegleiter finanzieren muss. Wobei ich die selben schlechten Erfahrungen auch beim Bodenpersonal in Frankfurt machen durfte. Für uns gilt daher, nie wieder Lufthansa und nie wieder Frankfurt.

      • Ich war 30 Jahre Flugbegleiter und habe viele Flüge nach Bangkok gemacht. Jetzt wohne ich schon seit 8 Jahren in Thailand. Das was Sie schreiben hab ich leider auch schon mal erlebt, aber in meine 30 Jahren nur sehr selten, aber immerhin zu viel. Meine Thailändische und überhaupt die ausländischen Kollegen (Inder, Japaner, Koreaner, Chinesen und natürlich die Thailändischen Kollegen) waren mir sehr lieb. Ich hatte das Glück in einer Zeit zu arbeiten wo es noch „normal“ war und bevorzugte immer diese Flüge wobei ich mit meinen Ausländischen Kollegen zusammen arbeiten konnte. Einen Flug mit nur westliche Besatzung war meistens langweilig… Wie gerne ich auch bei der Firma war (ich hatte ein gutes Gehalt, tolle Flüge) seit 2012 ist es nur schlechter geworden und ich bin froh dass ich das nur am Rande erlebe. Nein Froh bin ich nicht darüber, nur für mich persönlich war 2012 der beste Zeitpunkt zu gehen. Mit tun diese Kollegen leid. Ich fühle mich machtlos und bedaure sehr was hier geschieht.

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