Lufthansa sieht in Frankfurt keine Zukunft für den Airbus A380

Noch zu Beginn diesen Jahres haben wir freudig auf die Ziele des Lufthansa Flaggschiff, dem Airbus A380 geblickt. Doch die Entwicklung für den Riesenvogel hat sich innerhalb kürzester Zeit dramatisch verändert. Das zeigt ein Blick auf die Schlagzeilen unserer Seite:

Sechs Maschinen werden ausgeflottet

Insgesamt 14 Exemplare sind in der Kranich-Flotte. Doch mit der Größe und Leistung des Airbus A380 war Lufthansa – wie viele andere Betreiber auch – schon länger unzufrieden. Daher wurde beschlossen ab 2022 sechs Flugzeuge auszuflotten. Corona hat diese Umsetzung beschleunigt, die Maschinen werden bereits vorher die Airline verlassen.

Es war vorher nur logisch, dass die verbleibenden acht Superjumbos dann nicht mehr an beiden Drehkreuzen eingesetzt werden. Der Betrieb dieser Anzahl ist aus wirtschaftlicher Sicht nur von einem Hub sinnvoll. Die Entscheidung wollte man zu einem späteren Zeitpunkt treffen, doch die Covid-19 Pandemie wirbelt so manches durcheinander.

Nach Abwägung verschiedenster Kriterien und vor dem Hintergrund, Lufthansa langfristig wettbewerbsfähig aufzustellen, hat das Unternehmen entschieden, dass die A380 zukünftig nur noch aus München eingesetzt werden soll.

Ein Sprecher der Airline ergänzte dem Portal aero.de gegenüber, dass die verbleibenden Maschinen zunächst geparkt bleiben und die Reaktivierung in Zukunft nur eine Option sei.

Die neue Lufthansa wird kleiner

Alle Konzerntöchter der Lufthansa Group sehen ihre Flotten in Zukunft kleiner. Alleine Lufthansa will sich von 100 Maschinen trennen. Es trifft die älteren Modelle, überwiegend Vierstrahler wie den Airbus 340-600 und die Boeing 747-400. Die sechs Lufthansa-A380 will Airbus in Zahlung nehmen. Einige der Vierstrahler parken bereits im Flugzeugfriedhof in Spanien, wohin sie in den vergangenen Wochen überführt worden sind.

Auch Austrian Airlines wird Federn lassen, die gebeutelte Tochter aus Österreich wird um 28 Flugzeuge verkleinert. Aus Belgien kam ebenfalls die Nachricht über eine Schrumpfkur von Brussels. Die Belgier werden sich von einem Viertel der Flotte trennen. Es ist zu erwarten, daß es noch weitere Anpassungen geben wird. Lufthansa-CEO Carsten Spohr sieht die Auswirkungen noch bis weit in das nächste Jahr gehen. Er geht davon aus, daß Lufthansa auch 2021 bis zu 300 Jets weniger einsetzen kann.

Lufthansa sieht in Frankfurt keine Zukunft für den Airbus A380 | Frankfurtflyer Kommentar

Es kommt nicht überraschend, dass der Konzern in Zukunft seine verbleibenden Riesenvögel nur noch an einem Standort betreiben will. Überraschend ist eher der Zeitpunkt an dem die Meldung kommt. Mit einer Reaktivierung der A380 in diesem Jahr rechnet kaum jemand.

Das Vorhaben sie künftig nur noch in München einzusetzen macht Sinn. Der bayerische Flughafen ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen und bringt ausreichend Umsteiger. Die Zufriedenheitswerte der Kunden sind dort zudem um einiges höher. In der Vergangenheit hatte Lufthansa obendrein auch immer wieder Streitigkeiten mit der Fraport.

Bleibt zu hoffen dass der Doppeldecker überhaupt jemals wieder abheben wird.

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4 Kommentare

  1. Was wird dann mit dem First Class Terminal passieren?
    Gibt es dann noch Angebote ab FRA (der 340-600 Entfällt wohl auch?) wenn nur noch 747-8 es ab FRA geben wird?

    • Gute Frage. Und was ist mit der 777X? Aber es bleiben HON Circle Member und Umsteiger die ab München oder Zürich First Class fliegen.

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