Lufthansa will Corona Schnelltests ab Oktober vor Langstrecken einführen

Nach wie vor legt das Coronavirus und besonders die weltweiten Reisebeschränkungen die gesamte Airlineindustrie lahm und der Dachverband IATA fordert nun mit Nachdruck, dass man durch eine weltweite, systematische Teststrategie das Reisen wieder ermöglichen soll. Bis es allerdings zu einer politischen Entscheidung hierüber kommt, will Lufthansa nicht warten und der Kranich will schon ab Oktober auf eigene Faust Corona Schnelltests einführen.

Hierbei will man sowohl in Deutschland, als auch in den USA Testzentren aufbauen, bei welchen alle Passagiere in Reihentests vor dem Abflug auf das Coronavirus getestet werden. Hierdurch soll die Sicherheit der Passagiere massiv gesteigert und die Verbreitung des Virus weltweit eingedämmt werden.

Um die Verbreitung des Coronavirus über Kontinente und Landesgrenzen hinweg zu unterbinden, haben Länder auf der ganzen Welt Einreiseverbote und Restriktionen verhängt. Hierbei will nun vor allem die Luftfahrt Industrie diese möglichst schnell wieder lockern und man bietet durch eine flächendeckende Testung ein deutlich erhöhtes Maß an Sicherheit.

Dabei gelten Reiseverbote als nur bedingt sinnvolle Maßnahme, wenn es um das Eindämmen einer Pandemie geht, insbesondere in Anbetracht des Schadens und der Kosten die sie verursachen.  Selbst die WHO hat bei Beginn der Pandemie noch davon abgeraten Grenzen zu schließen, da die Maßnahme in sich selbst nicht effektiv ist, wie man zum Beispiel in den USA sehr gut beobachten kann.

Lufthansa plant Antigen Schnelltests

Laut Aussage des Lufthansa Produktmanagers Björn Becker gegenüber Reuters, will Lufthansa ab kommendem Monat Corona Schnelltests vor Langstreckenflügen anbieten.

Wir werden diese Produkte in den nächsten Wochen zur Anwendung bringen. Das ist definitiv der nächste Schritt.

Da Tests allerdings nur in begrenzter Anzahl zu Beginn zur Verfügung stehen werden, will man diese Tests vorerst vorrangig für First- und Business Class Passagiere anbieten. Damit ist auch klar, dass es hierbei zum ersten weniger darum geht Reiserestriktionen zu umgehen, sondern darum, dass Passagiere mehr Vertrauen in das Reisen gewinnen. Nach wie vor haben viele Personen eine besonders hohe Angst, sich im Flugzeug mit dem Coronavirus anzustecken, wobei die ersten Studien dies nun widerlegen und das Flugzeug als überdurchschnittlich sicher klassifizieren.

Bei den von Lufthansa vorgesehenen Schnelltests handelt es sich um sogenannte Antigen Tests (nicht zu verwechseln mit Antikörper Tests), bei welchen anders als beim PCR Test nicht die DNA des Virus nachgewiesen wird, sondern ein Eiweißmolekül aus dem Virus.

Dabei liefern Antigen Schnelltests, wie sie bereits von Abbott oder Roche angeboten werden, etwa binnen 15 Minuten Ergebnisse, welche auch als ehrlich zuverlässig gelten, wie ein PCR Test. Dabei sind die neuen Schnelltests vergleichsweise günstig mit etwa 5 bis 10 Euro pro Test. Das größte Problem hierbei ist noch, dass diese Tests noch nicht in einer hohen Stückzahl zur Verfügung stehen.

Lufthansa will Corona Schnelltests ab Oktober vor Langstrecken einführen | Frankfurtflyer Kommentar

Flächendeckende Tests werden wohl der Weg sein, um besonders das interkontinentale Reisen wieder zu ermöglichen. Auch wenn klar ist, dass nicht das Reisen an sich, sondern das Verhalten des einzelnen für das Infektionsgeschehen maßgeblich verantwortlich ist, wird es wohl diese Tests benötigen, um auch die politische Akzeptanz zu schaffen, Grenzschließungen wieder aufzuheben.

Auch wenn die Reihentestung aller Reisenden sicher nicht das Allheilmittel ist, könnte es wenigstens wieder einen Teil der internationalen Reisen möglich machen und auch das Vertrauen der Passagiere wieder herstellen. Genau hierauf setzt man bei Lufthansa wohl, weshalb man ab kommendem Monat Schnelltests anbieten will.

Gerade mit Hinblick auf die USA, welche nach wie vor die Einreise für Personen aus dem Schengenraum untersagen, könnten Testzentren, wie sie Lufthansa nun auf eigene Faust aufbauen will, ein Schlüssel sein. Airlines und die IATA haben schon vor Monaten die Politik dazu aufgerufen, hier eine entsprechende Lösung zu finden. Nachdem dies nicht geschehen ist, will man nun vermutlich demonstrieren, wie es gehen kann.

Danke: Aero.de

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6 Kommentare

  1. Nehmen wir mal an, der Test dauert 15 Minuten, so dauert das nur schon bei 8 First-Class Pax. gut und gerne 2 (ZWEI) Stunden – – – plus noch die Business-Class.
    Bei paralell durchgeführten Tests
    MÜSSTEN mind. 50 Geräte zum Einsatz kommen. Dadurch:
    Früheres Erscheinen am Flughafen ?

    • Nicht der Test dauert 15 Minuten – es dauert 15 Minuten bis das Ergebnis vorliegt. Währenddessen kann man netürlich parallel andere Gäste testen.

      Ausserdem: solange die Einreise in die USA verboten ist nützt das alles nicht. Es ist und bleit eine Entscheidung der Politik. Und da bin ich im Blick auf die aktuelle Situation in den USA nicht sehr zuversichtlich.

    • Ich gehe davon aus, dass man hier nach Tarifregeln vorgeht. Sprich umbuchen kostenlos und Erstattung nach gebuchten Tarif. Aber am Ende ist das noch nicht bekannt und nur Spekulation.

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