Lufthansa will TAP Air Portugal kaufen

Die erste Auslieferung eines Airbus A330-900neo erfolgte an TAP.

Das die Lufthansa Gruppe gerne durch Zukäufe von andere Airlines wachsen möchte, ist inzwischen mehr als deutlich. So hatte man an der ehemaligen Tochter Condor genau so Interesse bekundet, wie an der insolventen Alitalia, welche man immer noch sehr gerne übernehmen möchte. Nun scheint es aber auch fortgeschrittene Verhandlungen über den kauf von TAP Air Portugal zu geben.

Zwar wollen Lufthansa und TAP Air Portugal die Gerüchte nicht kommentieren, jedoch sind die Pläne wohl schon recht konkret und Lufthansa will zusammen mit United Airlines 45% der noch staatlichen Airline in Portugal übernehmen.

Aktuell gehört TAP zu 50% dem portugiesischen Staat und zu 45% der Investmentgesellschaft Atlantic Gateway, hinter der der portugiesische Unternehmer Humberto Pedrosa und der Amerikaner David Neeleman stehen. Gerade Neelemann ist in der Airlinewelt kein Unbekannter, denn der US Unternehmer hat schon erfolgreiche Airlines wie Jet Blue gegründet und will in den kommenden Jahren mit einer neuen Airline in den USA durchstarten.

Die 45% Anteile von TAP Air Portugal, welche durch die Atlantic Gateway gehalten werden, stehen aktuell zum Verkauf und nach Berichten von Bloomberg und dem Handelsblatt soll es gerade sehr fortgeschrittene Verhandlungen mit Lufthansa und United Airlines geben, welche diese Anteile wohl übernehmen wollen.

Allerdings könnten United und Lufthansa TAP aktuell nicht komplett übernehmen, denn der portugiesische Staat möchte TAP aktuell wohl nicht privatisieren. Zwar gibt es immer wider Pläne, TAP endlich an die Börse zu bringen, allerdings will man TAP wohl vorher rentabel machen und in den letzen Jahren hat man bie TAP nie Geld verdient.

Für Lufthansa selbst wäre es allerdings auch kein unüblicher Vorgang erst nur größere Anteile an Airlines zu übernehmen, bevor man sie im Erfolgsfall komplett übernimmt. Selbiges hat man zuletzt mit Brussels Airlines gemacht und erst vor etwas über einem Jahr die Anteile auf 100% erhöht.

Wie passt TAP zu Lufthansa und United Airlines?

Sowohl TAP Air Portugal, als auch Lufthansa und United Airlines sind Star Alliance Mittglieder und entsprechend unterhalten sie alle drei bereits eine Partnerschaft. Gerade Lufthansa und United Airlines sind allerdings durch das Atlantic ++ Joint Venture, bei welchen alle Flüge über den Nordatlantik gemeinsam vermarktet werden, bereits extrem miteinander verbunden.

TAP Air Portugal würde sich sicher auch sehr gut in das Transatlantik Geschäft einbinden, denn in der letzten Zeit hat man gerade die Strecken nach Nordamerika massiv ausgebaut.

Besonders interessant ist TAP allerdings auch, da man für Flüge nach Südamerika einen geographischen Vorteil hat und besonderes in Brasilien ist TAP bereits jetzt schon eine nicht zu unterschätzende Größe, was nicht nur an der Historie der beiden Länder liegt. So kann TAP mit dem Airbus A321neo inzwischen viele kleinere Städte im Norden von Brasilien mit Lissabon non-stop verbinden. Gerade der Norden von Brasilien ist von Europa nicht einfach zu erreichen und in vielen Fällen hat sich hier ein Flug über die USA angeboten, was allerdings eine immense Reisezeit bedeutete.

Lufthansa will TAP Air Portugal kaufen | Frankfurtflyer Kommentar

Ein wenig überraschend kommt die Aussage durchaus, dass Lufthansa Interesse an TAP hat, allerdings liegt die Überraschung mehr darin, dass TAP überhaupt zum Verkauf steht. Lufthansa selbst zeigt in den letzten Jahren ja förmlich an jeder Airline, welche potenziell übernommen werden könnte Interesse. Dies hat einen guten Grund, denn man kann davon ausgehen, dass der europäische Airlinemarkt in den kommenden Jahrzehnten zwischen den drei großen Airlines (Lufthansa Group, IAG (British Airways und Iberia) sowie Air France/KLM) aufgeteilt wird.

Interessant ist durchaus, dass die Verhandlungen mit TAP schon sehr weit fortgeschritten sein sollen. Spannend ist hierbei die Frage, ob die Regierung in Lissabon eine Zusage zur kompletten Übernahme von TAP machen wird. Für Lufthansa wäre es tatsächlich etwas Neues, wenn man eine staatliche Airline übernimmt ohne die Aussicht hier die vollständige Kontrolle zu erhalten.

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