Mehrere Ferienflieger starten ab Deutschland mit Großraumjets

Es war absehbar dass uns ein heisser Reisesommer bevorsteht. Die Menschen sind urlaubshungrig und wollen endlich wieder verreisen. Die Branche rechnet mit Nachholeffekten, was Reiseveranstalter, Hotelbetreiber und Airlines bereits deutlich spüren. Insbesondere Ferienflieger operieren bereits am Anschlag, Maschinen und Personal sind ausgelastet.

TUIfly am Limit

Diese Situation hatte am letzten Wochenende TUIfly zu schaffen gemacht, verschiedene Ursachen wirbelten den Flugplan durcheinander, es kam Verspätungen von bis zu zwei Tagen. Die Gesellschaft konnte nicht sofort reagieren, da Kapazitäten bei anderen Anbietern nicht ad hoc verfügbar waren. Inzwischen hat man die Lage wieder weitestgehend unter Kontrolle, was auch an einem Großraumflugzeug lag, das kurzfristig beschafft werden konnte.

Foto: TUIfly

So wurde ein Airbus A330 (9H-POP) von Hi Fly angemietet, der Urlauber zum Ziel und andere auch wieder zurück bringen konnte. Die portugiesische Gesellschaft hat sich auf Leasing spezialisiert und bietet Flugzeuge samt Besatzung für solche Aufträge an. Ob und in welchem Umfang Hi Fly für TUI weiter unterwegs sein wird, ist noch nicht bekannt.

Corendon wächst

Auch Corendon hat Bedarf, der türkische Ferienflieger baute bereits während der Krise seine Kapazitäten aus. Die Airline mit Sitz in Antalya hat schon Erfahrungen mit Wetleasing, so werden mehrere Jets von anderen Gesellschaften im Auftrag von Corendon betrieben.

Mit diesem Modell ist man unabhängiger und kann einzelne Spitzen flexibel abfedern. Nun haben die Verantwortlichen einen größeren Jet geholt und einen langfristigen Vertrag mit Airhub abgeschlossen. Auch hier handelt es sich um einen Airbus A330, die Kapazitäten sollen auf nachfragestarken Strecken genutzt werden.

Laut aeroTELEGRAPH war die Maschine (9H-LEON) in den letzten Tagen bereits in Düsseldorf, Hannover, Köln/Bonn und Stuttgart zu sehen. An Bord ist auch eine komfortabel bestuhlte Klasse, die vor allem im kommenden Winter interessant werden dürfte. Dann will man auch Langstrecken erobern und beispielsweise Ziele in der Karibik ansteuern.

Condor A330 weiterhin auf der Kurzstrecke

Condor bereitet sich mit drei A330-200 auf die Zukunft der Flotte vor, ab Herbst bekommt der Ferienflieger endlich neue Maschinen. Dann erwarten man in Frankfurt die erste A330-900neo, bis es soweit ist sollen mit den ehemaligen Etihad-Fliegern Erfahrungen gesammelt werden.

Foto: Condor

Neben Boston oder Seattle fliegen die Zweistrahler aber auch immer wieder von Frankfurt oder Düsseldorf nach Palma, bei der Rotation der D-AIYB sind teilweise bis zu fünf tägliche Flüge nach Mallorca vorgesehen. Die Passagiere dürften begeistert sein, an Bord ist die Original-Bestuhlung des Vorgängers geblieben. Dort sind Monitore in allen Sitzen und flache Betten in der Business Class installiert.

Mehrere Ferienflieger starten ab Deutschland mit Großraumjets | Frankfurtflyer Kommentar

Ob unfreiwillig oder von langer Hand geplant- Großraumjets sind in diesem Sommer wieder verstärkt auf Routen innerhalb von Europa zu sehen. Bei Corendon hält dieser Zustand noch eine Weile an, so richtig planen um einen Flug mit dem A330 nach Antalya zu buchen lässt sich allerdings nicht. Die Einsätze werden scheinbar kurzfristig vergeben und orientieren sich am Bedarf.

Condor ist hier etwas zuverlässiger, man hat aber auch gleich drei der A330 in der Flotte. Diese betreibt der Ferienflieger in Eigenregie und will in erster Linie das Personal im Cockpit lizensieren. Mit den Palma-Flügen schlägt man mit der gleichen Klappe eine weitere Fliege und kann die hohe Nachfrage stemmen. Definitiv ein aussergewöhnliche Art um auf die beliebte Ferieninsel zu kommen.

 

 

2 Kommentare

  1. Ich mag die Ausnahme sein, aber ich bin ja nicht so begeistert von den Langstreckenfliegern auf der Kurzstrecke.
    Für die kurzen Flüge brauche ich keinen flachen Sitz, der Service ist identisch, dafür aber viele umständliche Prozesse, da viele der Touristischen Flughäfen gar nicht die benötigte Infrastrukturen haben.

    Gerade wieder die Erfahrung mit WK ZRH IBZ gemacht. Während die LH 321/320 schön am Gate parkierten, hatte die WK A343 eine Vorfeldposition, weil es auf IBZ kein Pushback gibt und die grossen Flieger aufgrund der Spannweite nicht aus dem Parkposition am Gate drehen können. Also 300 Pax mit dem Bus, Gepäck ewigs, und unseres kam noch zuerst (alle Prozesse eingehalten :-))
    Genau das gleiche letztes Jahr mit der 748 nach PMI und zum Teil B777 der LX- wobei die LX A330 in OMI auch schon am Gate stand.

    Retour jetzt mit LH ext Gate direkt neben der Lounge. Perfekt.

    Manchmal hat man keine Wahl, aber meine Erfahrung zeigt, dass Grossraumflieger nicht unbedingt nur Vorteile für den Kunden haben.
    Lg Florian

    • Dem schließe ich mich an. Dachte mir das erst letzte Woche als ich zwischen London und Madrid in einem A330 geflogen bin. Das Boarding dauerte gut 45 Minuten und das IFE war inaktiv.

      Aber irgendwie war es dann doch etwas Besonderes da einzusteigen, Erwartungen sollte man aber keine haben.

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