Ohne High Heels und Krawatte: PLAY uniformiert Crews mit T-Shirt & Sneaker

Im Mai kam die Betriebslizenz, noch diesen Monat soll es losgehen. PLAY geht in Island an den Start und bedient zunächst sieben Destinationen in Europa mit Reykjavík. Im Juli ist auch Berlin im Flugplan der neuen Airline zu finden, später soll es auch in die USA gehen.

Das Startup aus Island wurde von zwei ehemaligen Managern der insolventen WOW! gegründet. Mit zunächst einem Airbus A321neo greift die Gesellschaft in erster Linie Icelandair an, in Kürze will man drei Jets betreiben. Die Maschinen sind markant lackiert, mit günstigen Preisen und kostenlosen Tickets hat PLAY bereits Aufmerksamkeit erregt.


Auch die Mitarbeiter fallen mit den ungewöhnlichen Uniformen auf, die Outfits gehören einer anderen Ära an. Ein Designerehepaar wurde damit beauftragt das Outfit der Crews zu entwerfen und eine neue Version der normalerweise sehr traditionellen Kleidungslinie zu designen.

„Wir fühlen uns geehrt und freuen uns, mit PLAY an der Bekleidungslinie für die Kleidung der Crews arbeiten zu dürfen. Wir wollten wirklich all diese alten Ideen über Airline-Uniformen verwerfen und mehr Komfort einbringen. Daher haben wir versucht, die einschränkenden Regeln, die oft mit diesen Uniformen verbunden sind, abzuschaffen. Dazu gehören lockere Passformen, dehnbare Stoffe und natürlich bequeme Schuhe für die Arbeit an Bord. Das Ergebnis ist ein Mix aus Active Wear und einer frischen Uniform.“

Die Crews testeten die bequeme Kleidung kürzlich bei einem Fotoshooting mit Karate-Kicks und Yoga-Posen, so die junge Airline. Obwohl die Uniformen frisch und modisch sind, wurden diese nicht für Fotoshootings entworfen, vielmehr sollen sie die Grundwerte Einfachheit, Verspieltheit, Wettbewerbsfähigkeit, Gleichheit und pünktliche Leistung umfassen – so die Pressemitteilung.

Eine Managerin zeigte sich begeistert über die beiden Designer:

„Es war wirklich befriedigend zu sehen, wie gut Gunni und Kolla unseren Auftrag und unsere Ideen für diese Linie umgesetzt haben. Wir hatten bestimmte Vorstellungen von der Kleidung und wie sie unsere Marke repräsentieren soll, die Ergebnisse sind einfach unglaublich“

Darüberhinaus gibt es keine Anweisungen zu Frisur, Make-up, Tattoos oder Nagellack. Die Uniformen sind nicht geschlechtsspezifisch und die Crews können aus einer vielfältigen Auswahl an Outfits wählen.

Ohne High Heels und Krawatte: PLAY uniformiert Crews mit T-Shirt & Sneaker | Frankfurtflyer Kommentar

Als ich vor 15 Jahren in der Schulung einer Chartergesellschaft teilgenommen habe, erwähnte die Trainerin, dass Haargel für Männer erst seit kurzem erlaubt sei. Die korrekte Trageordnung einer Uniform besteht bei den meisten Airlines aus mehreren Seiten und umfasst neben dem korrekten Tragen der Kleidungsstücke zahlreiche weitere Details zu Schnürsenkel, Haargummis oder Anhänger an der Handtasche.

Lockere Outfits gibt es aber schon länger, selbst in Deutschland waren diese bei dba, Hapag Lloyd Express und später auch bei Air Berlin zu sehen. Poloshirts und schnittige Formen werden inzwischen bei mehreren Airlines gewählt, die weißen Sneaker dürften wohl Premiere als Crewuniform haben. Hoffentlich sind diese auch bequem und man kann Spritzer von Tomatensaft wieder leicht abwischen.

 

Fotos: PLAY

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6 Kommentare

  1. „… und man kann Spritzer von Tomatensaft leicht wieder abwischen.“
    Immer wieder nett, an welche – durchaus wesentlichen – Kleinigkeiten man als Außenstehender gar nicht denkt.

  2. Mich erinnert das ein wenig an Delta, die immer zum breast cancer awareness day den Flugbegleitern erlaubt haben im Oktober mit Jeans und Polo Shirt (mit entsprechenden Aufdruck, aber sehr dezent) zu arbeiten. Als ich vor einigen Jahren das erste mal eine Crew hatte, bei denen zwei FA in Jeans und Polo gearbeitet haben, habe ich die zuerst nicht als Crew identifiziert……

    Aber gerade zu so einer Airline wie Play passt die Uniform doch absolut.

    • Finde auch dass es zu PLAY passt. Bei dba damals war Nike der Sponsor der in den dba-Farben gehaltenen Uniformen. Typensache…stand nicht jedem

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