Qantas geht ins 100. Betriebsjahr

Qantas 747

Nur die Avianca und KLM sind noch älter, dann folgt schon die australische Qantas. Die Fluggesellschaft aus Down Under feiert diesen Monat den 99. Geburtstag und geht damit in das 100. Betriebsjahr! Als Queensland and Northern Territory Aerial Services, abgekürzt Q.A.N.T.A.S. wurde sie am 16. November 1920 gegründet und entwickelte sich zu einem bedeutenden Unternehmen.

Qantas geht ins 100. Betriebsjahr | Geschichte

Es sprach vieles für die Notwendigkeit einer Fluggesellschaft zu jener Zeit. Neben Fracht- und Postflügen waren es auch Zählflüge für große Viehherden und natürlich der Passagiertransport in den den vielen strukturschwachen Regionen Australiens. Schnell fand die junge Gesellschaft zahlungskräftige Investoren und die Flugzeugflotte bekam Zuwachs. Der zweite Weltkrieg dämpfte jedoch diesen noch jungen Erfolg, die Hälfte der Maschinen waren zerstört. Doch schon 1945 flog Qantas dann zum ersten Mal nach London. Als Känguru-Route mit der Flugnummer QF 1 ist diese heute noch bekannt und existent.

Die Airline wurde im Laufe der Zeit verstaatlicht, die Destinationen wurden mehr und die Flotte wuchs bis hin zur 747. In den 90er Jahren übernahm Qantas die Australian Airways und wurde privatisiert, 2008 kam der erste A380. Einige Jahre später wurde eine Kooperation mit Emirates gestartet, in Folge dessen verschwand Frankfurt aus dem Flugplan. London Heathrow ist seitdem die einzige europäische Destination im Streckennetz.

Aktuell sind 131 Flugzeuge in der Flotte, dazu kommen noch weitere Maschinen der Tochtergesellschaften. In dem Regionalverbund QantasLink operieren mehrere Unternehmen und führen Nebenstrecken durch. Qantas Freight ist für Frachtflüge zuständig, 2004 wurde der Billigflieger Jetstar gegründet.

Qantas geht ins 100. Betriebsjahr | Heute

Aktuell haben die Australier 149 Flugzeuge auf der Orderliste, das sind mehr als die Kernmarke zur Zeit in der Flotte hat. Darunter auch 36 Einheiten des Airbus A321XLR, perfekt für das Brot- und Buttergeschäft im Inland und nach Neuseeland. Durch die hohe Reichweite sind aber auch viele Ziele in Asien und von Perth auch Indien nonstop und wirtschaftlich erreichbar.

Auf der Langstrecke liegt der Fokus aktuell deutlich auf ultralangen Nonstop-Verbindungen. Seit März 2018 werden erfolgreich die Städte Perth und London verbunden, das Ziel ist es die Känguru-Route von Sydney ab 2022 ebenfalls ohne Zwischenstopp anzubieten. Unter dem Namen Project Sunrise wird konkret an diesem Vorhaben gearbeitet.

Neben London steht auch New York auf der Wunschliste dieser langen Direktflüge. Erst im Oktober wurde die Auslieferung einer werksneuen Boeing 787-9  mit einem Testflug auf genau dieser Strecke verbunden. Über 19 Stunden war der Dreamliner von der U.S. Ostküste nach Sydney unterwegs und sammelte neue Erkenntnisse. Potentielle Ziele wären aber auch Paris, Rio de Janeiro, Kapstadt und wer weiß- eines Tages sehen wir sie vielleicht sogar in Frankfurt wieder.

 

In der Zwischenzeit verlassen alte Flugzeuge die Flotte, am 3. Dezember steht der letzte Flug der 747 auf dem Plan. Es geht noch einmal nach San Francisco und im Anschluss zum letzten Parkplatz in die Wüste. Neue spritsparende Maschinen kamen inzwischen dazu und senken die durchschnittlichen Betriebskosten. Mit dieser Maßnahme stirbt gleichzeitig auch das alte Business Class Produkt aus, welches dann nur noch vereinzelt z.B. auf dem A380 zu finden ist. Dieser bleibt noch einige Jahre in der Flotte, daher werden die 12 Riesenjumbos nach und nach mit einem komplett neuen Interieur ausgestattet.

 

Demnächst ist auch mit einer Großbestellung für die QantasLink zu rechnen. Die Regionaltochter braucht Ersatz für ihre 20 Boeing 717 die mit einem Durchschnittsalter von 18 Jahren und den 17 Fokker 100 mit einem durchschnittlichen Alter von 27 Jahren alles andere als up to date sind. Mögliche Kandidaten einer Nachfolge kommen von Embraer, Mitsubishi oder Airbus mit dem A220.

Qantas geht ins 100. Betriebsjahr | Partner & Konkurrenten

Die Qantas war am 01.02.1999 Gründungsmitglied der globalen Allianz oneworld, das zweitgrösste Luftfahrtbündnis nach der Star Alliance. Eine intensive Partnerschaft besteht zudem seit 2012 mit Emirates. Flüge von Sydney nach London wurden zunächst über das Drehkreuz in Dubai geleitet, andere Zubringer nach Europa wurden von Emirates durchgeführt.

Inzwischen wird der Flug nach London wieder über Singapur geführt, die Partnerschaft mit Emirates besteht aber nach wie vor. Beide Airlines profitieren voneinander, auch Emirates-Passagiere können von den Großflughäfen Sydney, Melbourne, Brisbane und Perth zu all den anderen Destinationen in Australien reisen. Meilen können beim jeweiligen Programm gesammelt werden, der Status wird bei Codeshare-Flügen anerkannt.

Die Airline hat, bedingt durch die Lage, auch weitere Partnerschaften wie z.B. mit KLM oder der Lufthansa. Hier bestehen zwar keine Vorteile bei den Vielfliegerprogrammen, allerdings gibt es Durchgangstarife und das Gepäck wird bei einem Umstieg weiterbefördert.

Größter Konkurrent ist die Virgin Australia, die als Netzwerkairline mit einem vergleichbar guten Produkt unterwegs ist. Diese kooperiert zudem mit Air New Zealand, einem Vorteil über der Tasmansee. Auf Langstrecke hat Virgin Australia die Etihad als Partner.

Weitere starke Konkurrenz kommt hauptsächlich aus Südostasien, hier dürfte Singapore Airlines nach Sitzplätzen und Frequenzen der stärkste Gegner sein. Grösster Vorteil ist der geografisch perfekt gelegene Hub Singapur.

Qantas geht ins 100. Betriebsjahr | Sonderlackierungen

Bis die Details zur großen Party bekanntgegeben werden, ist noch etwas Zeit. Die ersten Maßnahmen in Richtung Jubiläum gibt es allerdings jetzt schon. Die letzte 787-9, welche den Testflug von New York nach Sydney absolviert hat, wurde im entsprechenden Design ausgeliefert. Darauf lässt sich der Wandel des Qantas Logos seit den Anfängen schön erkennen.

Die Airline hat, was Sonderlackierungen angeht, schon einiges geboten. Einprägsam waren insbesondere die beiden Jumbos „Wunala Dreaming“ und die „Nalanji Dreaming“, angelehnt an die Kunst der Aborigines. Die Ureinwohner Australiens wurden schon auf sechs Jets bei Qantas geehrt, alles echte Hingucker!

Die 747 ist zwar bald nicht mehr zu sehen, aber die letzte 787-9 kam erst neu in die Flotte und ist wie bereits erwähnt mit den Qantas-Logos der Vergangenheit verziert. Das ist aber nicht der erste Dreamliner in spezieller Lackierung, bereits im letzten Jahr kam die „Yam Dreaming“. Diese solle mehr Menschen dazu ermutigen, die indigenen Elemente zu entdecken, die Teil des Geistes von Australien seien.

Auf dem Inlandsverkehr und nach Neuseeland ist neben dem A330 und der Regionaltochter ein Flugzeug die absolute Nummer 1: Insgesamt 75 Einheiten der 737-800 sind als Arbeitspferd auf Kurz- und Mittelstrecke in der Qantas-Familie und verfügen über eine feste Business-Class. Diese beiden Exemplare sind im Retro-Design unterwegs.

Qantas geht ins 100. Betriebsjahr | Frankfurtflyer Kommentar

Es ist zwar noch nicht Zeit um zu gratulieren, aber Gelegenheit genug um dieser Airline zu würdigen! Auch wenn wir die Qantas schon seit Jahren nicht mehr in Deutschland haben, gibt es immer wieder interessante Neuigkeiten rund um die Airline aus Down Under.

Mit den Entwicklungen auf der Ultralangstrecke werden wir am ehesten was von Qantas hören, nach der erfolgreichen Entwicklung der ersten Strecke ist noch etwas Potential für weiteres Wachstum.

Australien ist und bleibt ein spannendes Ziel für uns, es ist gut möglich eines Tages sogar direkt von Deutschland mit den Känguru-Flugzeugen nach Sydney zu kommen.

Das könnte Euch auch interessieren

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*