Reisebericht: Aktivitäten auf Spitzbergen – Teil II

Weiter geht es mit unseren täglichen Touren auf Spitzbergen. Die zwei folgenden Touren, eine mit Schneemobilen zur Ostküste der Insel, und die andere mit einem Eisbrecher durch die Fjorde Spitzbergens waren definitiv unsere Highlights im arktischen Norden, welche wir jedem nur empfehlen können.

 

Aktivitäten auf Spitzbergen | Schneemobile

Wie schon die Tage zuvor wurden wir erneut von unseren Tourguides von unserem Hotel abgeholt. Diesmal bestand unsere Gruppe aus sechs Personen und unserem Guide Vladimir. Wir haben diese Tour extra mit einer kleinen Gruppe gebucht, sodass das Gesamterlebnis etwas persönlicher und weniger touristisch ist. Hierfür kann ich in jedem Fall eine Empfehlung aussprechen, denn in einer Gruppe mit 20-25 Personen wirkt das ganze sicher ganz anders – natürlich kostet der Spaß dann auch ein paar Euro mehr.

Nachdem wir im Camp von Vladimir mit spezieller Wärmekleidung ausgestattet wurden (die Stiefel allein wogen rund 3 kg pro Fuß!), wirklich frei bewegen konnten wir uns komplett eingepackt kaum mehr.  Anschließend folgte eine kurze Einweisung zur Bedienung der Schneemobile und schon ging es los.

Die Tour hatte die rund 90 km entfernte Ostküste zum Ziel. Zu Beginn fuhren wir bei bester Sicht und Sonnenschein durch einige langgezogene Täler, bis uns der Weg in Richtung Gletscher brachte. Hier fing der Aufstieg an, denn der Gletscher war rund 400 m hoch. Die Sicht wurde zunehmend schlechter, da wir uns in einen Schneesturm begaben. Vladimir wies uns, bevor es richtig zur Sache ging, nochmals in einige Sicherheitsregeln ein, bevor wir uns plötzlich in einem White Out befanden.

White Out bedeutet, dass keinerlei Konturen mehr ersichtlich sind – durch den Schneesturm konnte nicht mehr zwischen Boden, Horizont oder Himmel unterschieden werden, dazu starker Wind mit Schneefall. Keine einfache Situation, die rund 30 Minuten anhielt und doch für etwas Beunruhigung sorgte. Sobald wir jedoch die Abfahrt auf der anderen Seite des Gletschers begannen wurde es wieder besser und die Sicht normalisierte sich und wir kamen an der Ostküste der Insel an, auf welcher wir die Ausläufer des Gletschers sehen konnten – gewaltige Massive aus blau leuchtendem Eis.

 

Trotz unserer Reisegeschwindigkeit von meist 40 km/h benötigten wir rund 3,5 Stunden für die Fahrt an die Ostküste, wobei uns die Kleidung trotz des eisigen Fahrtwindes stetig warm hielt – die beheizten Griffe des Schneemobils halfen ebenfalls.

An unserem Ziel angekommen konnten wir leider keine Eisbären sichten und nahmen eine Portion Expeditionsnahrung zu uns, welche man mit heißem Wasser aufbereitete und erstaunlich gut schmeckte.

Nach rund 30 Minuten machten wir uns über eine andere Route wieder auf den Rückweg – hier und da legten wir noch Pausen ein um gigantische Eisformationen zu begutachten. Spannend war auch ein eingefrorener Wasserfall, welcher im Sommer das Schmelzwasser der angrenzenden Gletscher führt.

Schlussendlich wurde es schnell dunkel, sodass wir die letzte Stunde unter einem hell leuchtenden Sternenhimmel fahren konnten.

Diese Tour haben wir bei Spitzbergen Adventures für rund 380 Euro pro Person gebucht.

 

 

Aktivitäten auf Spitzbergen | Eisbrecher nach Pyramiden

An unserem letzten ganzen Tag wollten wir es etwas ruhiger angehen lassen, nachdem die Schneemobil-Tour am Tag zuvor doch sehr anstrengend war. Geplant war eine Fahrt mit einem kleinen Eisbrecher nach Pyramiden, eine frühere Kohle-Siedlung der Russen. Diese ist heute jedoch verlassen und kann über Touren besichtigt werden.

Leider machten die kalten Temperaturen der letzten Tage uns einen Strich durch die Rechnung – die Fjorde waren zum Teil zugefroren, sodass wir die Stadt Pyramiden – trotz Eisbrecher – nicht erreichen konnten. Das Eis wäre bereits dick genug gewesen um mit einem Schneemobil (ca. 30 cm dickes Eis notwendig) über die Fjorde zu fahren.

Nichtsdestotrotz fuhren wir mit dem Schiff so weit wie möglich durch die Fjorde, bis wir an einem bestimmten Punkt umdrehen mussten.

Auf dem Schiff selbst gab es ein BBQ-Lunch und ein Guide bot mehrere Vorträge über verschiedene Themen in Spitzbergen an, welche sehr spannend waren.

Die übrige Zeit auf dem Schiff verbrachten wir damit die atemberaubende Natur vom Schiff aus zu beobachten. Leider konnten wir auch hier keine Eisbären sichten, jedoch mühte sich ein Walross für uns auf und bot uns eine kleine Show auf dem Eis.

Ein kleines Highlight (insbesondere für Aviatik-Fans) folgte ebenfalls während der Fahrt, denn ein Hubschrauber näherte sich unserem Schiff. Wie uns der Kapitän erklärte, führte die norwegische Hubschrauberrettung Übungen durch, sodass sich mehrere Einsatzkräfte auf unser Schiff abseilten und verschiedene Notfallszenarien übten. Der Hubschreiber kreiste hierbei nur wenige Meter über dem Schiff, was extrem eindrucksvoll zu beobachten war, da wir uns stetig bewegten.

Sowohl auf der Hin- und Rückfahrt mussten wir für je 30 Minuten offene Gewässer durchqueren, wodurch das Schiff unglaublich schaukelte – stand man ganz vorne am Schiff, wippte dieses mehrere Meter zwischen Senke und Höhe. Wir empfanden das Ganze als sehr angenehm, zahlreiche Passagiere wurden jedoch Seekrank, und einige mussten sich sogar übergeben.

Wie an allen anderen Tagen auch, setzte der Sonnenuntergang wieder bereits gegen 15 Uhr ein, dauert aber rund 3 Stunden, weshalb wir unglaublich lange durch eine orange-rot leuchtende Szenerie fuhren.

Den Schiffs Cruise buchten wir erneut mit Svalbardbooking für rund 200 Euro pro Person.

 

Aktivitäten auf Spitzbergen | Fazit

Erneut hatten wir zwei tollte Tage mit abwechslungsreichen Erlebnissen. Die arktische Wildnis einmal vom Land auf dem Schneemobil und einmal zu Wasser vom Schiff zu beobachten war großartig.

Insbesondere vom Schiff bot sich die Möglichkeit geniale Bilder zu machen, da man immer mal wieder ins warme Schiffsinnere gehen konnte um sich wieder aufzuheizen. Auf dem Schneemobil oder dem Hundeschlitten waren Fotos immer schwierig, da man irgendwie versuchen musste die Gefährte in Spur zu halten.

Insgesamt waren wir sehr froh mit dem Touren-Mix, welcher abwechslungsreich, aber auch nicht gerade billig war. Aber dann: wie oft reist man schon in die Arktis?


Dieser Tripreport besteht bisher aus folgenden Teilen:

Das könnte Euch auch interessieren

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*