Review: Emirates (alte) Business Class Airbus A380 Sydney nach Dubai

Schneller als gedacht ging es für mich zurück nach Deutschland. Diesmal erneut in meinem Lieblingsflugzeug, jedoch das erste Mal mit dem größten Golfcarrier aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, Emirates. Ganze 14,5 Stunden konnte ich die alte Emirates Business Class an Bord des Airbus A380 testen und kann nun nachvollziehen warum Emirates als 4 Sterne Airline gezählt wird.

Emirates (alte) Business Class Airbus A380 Sydney nach Dubai | Die Zeit am Boden

Die Reise begann an meinem Airbnb, denn an diesem wurde ich von einem Chauffeur von Emirates abgeholt und zum Flughafen gefahren. Dieser Service ist für Euch kostenfrei, wenn Ihr ein First bzw. Business Class Ticket gebucht habt.

Die Zeit am Boden verbrachte ich vordergründig mit warten. Die erste lange Wartezeit entstand am Check-In, an welchem sich immense Schlangen bildeten, da dies der letzte Flug für Europäer war, bevor Emirates die Flugverbindungen Richtung Europa eingestellt hat. Gleichzeitig wurde beim Check-In genauer überprüft, ob die gebuchten Flugverbindungen noch umsetzbar sind, wodurch sich kuriose Situationen ergaben. Krass fand ich, dass Passagiere in Sydney bleiben mussten, da die Umsteigezeit in Dubai zu knapp werden könnte.

Die zweite Wartezeit ergab sich nach dem Check-In bis zum Boarding, leider nicht in einer Lounge, da die Emirates-Lounges weltweit geschlossen waren. Als Entschädigung erhielten alle Passagiere mit Loungezugang einen Voucher in Höhe von 35 AUS-Dollar, welcher in allen Geschäften auf dem Flughafen Sydney einlösbar war. Eine nette Geste!

Emirates (alte) Business Class Airbus A380 Sydney nach Dubai | Flugzeug und Kabine

Nach einem ungeordneten Boarding betrat ich das Oberdeck des Airbus A380, von welchem Emirates 115 Stück betrieben hat (vor Corona). Verwundert war ich über die alte Kabine, da ich dachte, dass der größte Airbus A380 Betreiber gerade auf einer der längsten Strecken auch sein neueres Bordprodukt einsetzt.

Emirates Airbus A380

Im Upperdeck finden im Bug 14 First-Class-Passagiere ihren Platz. Dahinter befindet sich in zwei Kabinen die Business Class, welche in einer 1-2-1 Konfiguration 76 Passagieren Platz bietet. Im Hauptdeck befinden sich ganze 399 Plätze der Economy Class, womit der Airbus A380 von Emirates ganze 489 Passagiere befördern kann.

Mein persönliches Highlight war die berühmte Bord-Bar, in welcher ich auch einige Zeit verbrachte.

Emirates (alte) Business Class Airbus A380 Sydney nach Dubai | Sitz

Angekommen an Bord wurde ich zu meinem Fensterplatz 9 A gewiesen und war etwas überfordert durch das Holz-Design.

Auf den ersten Blick wirkte der Sitz recht bequem und großzügig geschnitten, jedoch viel enger als z.B. der alte Singapore Airlines Business Class Sitz. Erfreut war ich über die Staufächer neben dem Sitz, da ich diese sehr praktisch finde, um die kleinen Dinge die man immer wieder während des Fluges benötigt, zu verstauen.

In dem Vordersitz, welcher 48 Zoll bzw. 1,22 m weit entfernt ist, befindet sich ein angenehm proportioniertes Display für das Unterhaltungsprogramm. Dieses ist in meinen Augen wirklich unschlagbar, da es so viele Filme bietet wie keine andere Airline. Gesteuert wird das Display über ein kleines Tablett, welches sich auf der rechten Seite des Sitzes befindet. Ebenda findet Ihr eine kleine Minibar mit Wasser und Softdrinks, sowie ein angenehmes Leselicht.

Einen großen Nachteil in Bezug auf das Display besteht darin, dass der Kopfhörer-Anschluss an diesem angebracht ist und man somit fast dazu genötigt wird die zwar guten, jedoch nicht eigenen Kopfhörer von Emirates zu nutzen, da das Kabel meiner Bose-Kopfhörer leider zu kurz war.

Der Sitz lässt sich natürlich in ein flaches Bett verwandeln, welches in meinen Augen ultra bequem war und zum Schlafen einlädt. Ergänzt wurde das Schlaferlebnis durch die elektrisch bedienbaren Fenster, welche sonst eher in First-Class Produkten wie z.B. der Swiss anzutreffen sind.

Emirates (alte) Business Class Airbus A380 Sydney nach Dubai | Service

Am Platz begann der Service sofort mit einem Begrüßungsgetränk, denn was spricht um kurz vor 6 Uhr morgens gegen ein Glas Champagner. Gleich im Anschluss wurde das umfangreiche Menü ausgeteilt und die zuständige Flugbegleiterin stellte sich ihren Passagieren vor. Kurze Zeit später wurden gleich die Speisewünsche erfragt und schon ging es Richtung Startbahn.

Nach dem Erreichen der Reiseflughöhe begann der Frühstücksservice, welcher in Windeseile durchgeführt wurde. Für mich gab es ein für Flugzeugverhältnisse sehr leckeres Rührei mit Trüffel und Kartoffelpfannkuchen. Hiebei wurde alles auf einem Tablett serviert, was für mich den 4-Sterne Standard von Emirates widerspiegelt.

Nach dem Frühstück wurde die Kabine verdunkelt und ein Sternenhimmel begann zu erstrahlen. Da ich jedoch noch nicht wirklich müde war, stattete ich der berühmten Emirates Bordbar ein Besuch ab, was definitiv die richtige Entscheidung war. Hier könnt Ihr in erster Linie Getränke bestellen und kleine Snacks essen, viel angenehmer empfand ich jedoch die Gespräche, die in der Bar entstanden. Dieses Konzept lädt regelrecht dazu ein hier Zeit zu verbringen und nette Gespräche zu führen, wie man es in einer Bar am Boden eben auch macht, nur mit dem Unterschied, dass die Getränke hier nichts kosten.

Gerade während der aktuellen Krise können oder wollen viele noch nicht reisen. Wenn Ihr trotzdem nicht auf Eure Lieblings-Flugzeug-Cocktails verzichten wollt, solltet Ihr unbedingt hier vorbeischauen.

Nach zwei Gin & Tonic und sehr guten Gesprächen begab ich mich dann auch in mein Bett bzw. zu meinem Sitz, welcher schon als Bett vorbereitet war. Der Schlaf war wirklich lang, ganze sieben Stunden habe ich sehr gut geschlafen.

Nachdem ich wieder wach war, wurde ich gefragt, ob ich einen kleinen Snack und/oder ein Kaffee möchte. Kurze Zeit später stand ein Cappuccino samt Kuchen vor mir, welche so lecker waren, dass es nicht bei den drei Stücken blieb.

Gegen Ende des Fluges wurde die Kabine wieder mit Licht geflutet und damit alle Passagiere zum zweiten Service geweckt. Das Mittagessen nannte sich „Crying tiger beef“ was sich als stark mariniertes Rinderfilet mit Reis herausstellte. Dieses sah zwar nicht extrem gut aus, dafür hat es aber extrem gut geschmeckt.

Kurze Zeit später begaben wir uns in den Landeanflug auf Dubai und somit war mein längster Direktflug auch schon wieder vorbei.

Emirates (alte) Business Class Airbus A380 Sydney nach Dubai | Frankfurtflyer Kommentar

Ich habe den Flug an Bord von Emirates Airbus A380 sehr genossen. Auch wurde mir nie langweilig, da ich entweder lange und sehr gut geschlafen habe oder aber einen der unzähligen Filme geschaut habe oder eben mich in der Bord-Bar unterhalten habe.

Warum ich dennoch der Meinung bin, dass Emirates eine 4-Sterne Airline ist? Eindeutig der Service. Denn dieser war auf meinem Flug zwar gut, jedoch bei weitem nicht so aufmerksam wie z.B. an Bord von Singapore Airlines.

Dennoch würde ich ein Flug mit Emirates wieder buchen, jedoch für ein vernünftigen Preis und ohne Umstieg, lieber mit einem Aufenthalt in Dubai.

 

Alle Reviews des Tripreports findet Ihr hier:

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6 Kommentare

  1. Guten Tag Leo, leider geht aus dem Bericht nicht hervor, wann du gereist bist. Der Chauffeuer Service unterliegt ja zurzeit recht vielen Bedingungen, war zwischenzeitlich sogar komplett eingestellt. Link: https://www.emirates.com/at/english/experience/chauffeur-drive/

    „We’re offering Chauffeur-drive in limited destinations

    As we slowly start to fly again, we’re offering Chauffeur-drive in nearly all our current destinations. We’ll continue to get back on the road as soon as we can. You can check all our current routes here.

    The safety and wellbeing of all our customers and our drivers is our highest priority

    In Dubai, our chauffeurs will be wearing a mask and gloves. Our chauffeurs around the world will follow the safety regulations in each destination. You will also need to follow the local safety regulations and bring your own mask and gloves to wear if these are required. Hand sanitiser will be available in your car.

    To keep a safe distance between our driver and passengers, you will need to sit in the back seats and we’re limiting the number of people in each car.

    The car is completely cleaned and disinfected from the start of every driver’s duty. And the interior is sanitised after every trip, including buckles, handles, buttons, switches and blinds. Check our page about Your Safety to find out what we’re doing to keep you protected on your way to and from the airport, as well as on your flight.“

    Viele Grüße

    • @ Hans: Wenn es der letzte Flug nach Europa aus Australien vor Corona war, sollte eigentlich relativ klar sein.

      @ Leo: Aber nur wegen dem Service auf dem Tablett 4-Sterne? Aber die LH hat 5? Der zweite Service kommt da auch auf einem Tablett. Und ich würde die Emirate Sitze jederzeit vorziehen.

      • Hallo Betty,
        persönlich sehe ich die 5 Sterne der Lufthansa auch nicht gerechtfertigt. Wenn ich jedoch den Service und vor allem das Borderlebnis von Emirates mit z.B. Singapore Airlines oder Qatar Airways vergleiche, ist dieser deutlich unter dem was eine „richtige“ 5 Sterne Airline bietet. Für mich ist das Rating auch eher nur ein Indikator und wie geschrieben, würde ich auch wieder mit Emirates fliegen.
        Liebe Grüße
        Leo

    • Hallo Hans,
      mein Rückflug startete am 22. März. Zu diesem Zeitpunkt war der Chaufferservice ohne Probleme nutzbar.
      Liebe Grüße

  2. Hallo Leo,

    danke für Deinen Tripreport. Ich habe dir dein Erlebnis in der Swiss First gegönnt.

    Wirklich krass, dass man Leute in SYD gelassen hat und nicht mit nach DXB genommen hat – wie die sich wohl gefühlt haben?

    Wenn Du schreibst, dass die Kabine nach dem Frühstück bis zum zweiten Essen abgedunkelt war, dann müsst doch etwa 10 Stunden im Dunkeln sitzend geflogen sein? Stockfinster nur mit künstlichem Licht ohne Tageslicht? Was, wenn man vernünftig mit Tageslicht lesen/arbeiten wollte oder mal aus dem Fenster sehen wollte?

    VG
    Marcel

    • Hallo Marcel,
      die Situation in Sydney war wirklich krass und ich hoffe nie in so eine Situation zu gelangen.
      Die Kabine war gefühlt den ganzen Flug abgedunkelt. Wenn du mit Tageslicht etwas machen möchtest bietet sich die Bar an, da diese nicht abgedunkelt war.
      Liebe Grüße
      Leo

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