Review: Emirates Business Class Boeing 777-300er Chennai nach Dubai

Die Emirates Business Class wird immer wieder hoch gelobt, besonders die Bar und die guten Sitze im Airbus A380 werden hier immer wieder hervorgehoben und Emirates macht mit dieser Business Class auch sehr intensiv Werbung. Allerdings gibt es neben den 110 Airbus A380 in der Emirates Flotte, die ohne Zweifel eine tolle Business Class bieten, auch noch über 130 Boeing 777-300er, welche eine andere Business Class bieten.

Die Business Class in der Emirates Boeing 777 ist deutlich enger und bei weitem nicht so luxuriös wie das Produkt im Airbus A380. Auch auf eine Bar muss man in der Boeing 777 komplett verzichten. Emirates begründet dies unter anderem auch damit, dass man das „kleinere“ Flugzeug auf Nebenstrecken und weniger gefragten Flügen einsetzt.

Nebenstrecken bedeutet bei Emirates allerdings nicht, dass die Strecken zwingend kurz sind! So fliegen viele Boeing 777 natürlich auch auf den Kürzeren Flügen von Emirates nach Indien, Asien, Europa und Afrika, aber man findet das Flugzeug auch auf sehr Langen Flügen nach Australien und in die USA.

Ich bin die Emirates Business Class in der Boeing 777-300er auf der verhältnismäßig kurzen Strecke von Chennai  nach Dubai geflogen. Mit etwa vier Stunden Flugzeit ist dieser Flug eine Mittelstrecke und im Emirates Netzwerk tatsächlich eine Nebenstrecke.

Emirates Business Class Boeing 777-300er | Buchung

Ich habe meine Flug direkt über die Emirates Webseite gebucht. Hierbei habe ich ein Economy Class Ticket in der FlexPlus klasse gebucht, da wir uns bei dem Termin nicht sicher sein konnten ob wir nicht umbuchen oder stornieren müssen. Mit knapp 1.000 Euro für den Hin- und Rückflug war mein Ticket dann nicht mehr wirklich billig, allerdings war es mir die Flexibilität wert und wenn man frühzeitig seine Termine festlegen kann, kann man auch für etwa 400 Euro nach Indien reisen.

Nach meiner Buchung konnte ich die komplette Strecke von Chennai über Dubai nach Frankfurt mit 37.500 Emirates Skywards Meilen upgraden. Dabei war der Flug von Chennai nach Dubai in der Boeing 777 und der Flug von Dubai nach Frankfurt im Airbus A380.

Wenn man bedenkt, dass ich für 37.500 Meilen über 10 Stunden Flugzeit in der Business Class bekommen habe, war dies durchaus ein sehr guter Deal. Übrigens hätte ich nur den Flug zwischen Chennai und Dubai mit einem Upgrade versehen, währen 24.000 Meilen fällig gewesen.

Nachdem ich all meine Emirates Skywards Meilen für meine First Class Flug von Frankfurt nach Dubai in der neuen Emirates First Class ausgegeben hatte, habe ich die Meilen von meinem Membership Rewards Konto übertragen. Hierfür benötigte ich 46.875 Membership Rewards Punkte, welche sich allerdings erstaunlich einfach sammeln lassen.

Durch Beantragung der AMEX Gold Card, erhaltet Ihr bereits 15.000 Membership Rewards Punkte, also 12.000 Meilen. Mit der AMEX Platinum Card sammelt Ihr sogar 50.000 Membership Rewards Punkte bis 13.10.2019 (40.000 Meilen). Natürlich sammelt Ihr auch pro Euro Umsatz bis zu 1,5 Membership Rewards Punkte.

Gerade die American Express Platinum Kreditkarte bietet Euch allerdings neben den Meilen/ Punkten auch noch American Express Platinum Cardeine Vielzahl von weiteren Leistungen und wird seit kurzem als Kreditkarte aus Metall ausgeliefert. Zu den Sonderleistungen der Karte gehören Dinge wie z.B. Loungezugang unabhängig von Airline und Klasse, Zugang zu Lufthansa Lounges, 200 Euro Reiseguthaben, 200 Euro Sixt Ride Guthaben, top Versicherungen, sofort Status bei sieben Hotelketten und drei Autovermietungen und einen Fast Track zum Star Alliance Gold Status, um nur einige Vorteile zu nennen.

Ein Cash Upgrade wäre auch möglich gewesen, hätte mich aber auf diesem Flug satte 1.800 Euro gekostet, sodass ich die Meilen für deutlich besser eingesetzt hielt, zumal mir schon bei der Buchung von Emirates garantiert werden konnte, dass das Upgrade direkt bestätigt wird.

Emirates Business Class Boeing 777-300er | Check- In und Buchung

Ich habe für meinen Flug ab Chennai über die Emirates Webseite online eingecheckt, sodass ich bereits vor der Ankunft am Flughafen  eine Bordkarte auf dem Smartphone hatte. Entsprechend bin ich nicht mehr am Check-In Schalter vorbeigegangen und nur etwa 70 Minuten vor dem geplanten Abflug am Flughafen eingetroffen.

Mit der etwas chaotischen Sicherheitskontrolle und der Passkontrolle in Indien musste ich auch direkt zum Gate, wo bei meinem Eintreffen auch gerade das Boarding begonnen hatte.

Wie bei Emirates üblich, durften die First- und Business Class sowie Skywards Platinum-, Gold- und Silber Passagiere als erstes an Bord gehen, bevor die Economy Class in mehreren Gruppen einsteigen durfte. Leider war das Boarding ein wenig chaotisch und die Mannschaft am Gate hatte sichtlich Probleme den Passagieren der Economy Class zu erklären, dass sie noch nicht an der Reihe seien. Bemüht war man hier allerdings und in Indien ist es nicht gerade unwahrscheinlich, dass dies für viele Passagiere sogar der erste Flug war.

Emirates Business Class Boeing 777-300er | Kabine und Sitz

Eigentlich gibt es zu der Kabine in der Emirates Boeing 777-300er nicht viel zu sagen. Insgesamt gibt es hier 42 Business Class Sitze in einer sehr engen 2-3-2 Bestuhlung. Hierbei ist die Business Class in zwei Kabinen unterteilt. Hinter der First Class gibt es zwei Reihen mit insgesamt 14 Business Class Sitze und hinter der Bordküche noch einmal vier Reihen in der Emirates Business Class.

Schon dass nicht jeder Sitz direkten Gangzugang hat macht die Emirates Business Class in der Boeing 777 nicht mehr ganz zeitgemäß, besonders die Mittelsitze sind wirklich unangenehm. Zwar sind die Sitze durch die hohen Wände recht privat, allerdings macht diese hohe Wand die Sitze auch sehr eng.

Ich habe mich für einen Gangplatz an der Fensterseite entschieden. Zwar hatte ich auch hier einen netten Sitznachbar und musste selbst über niemanden klettern um aufzustehen, dennoch war man recht nahe am Sitznachbarn.

Die Sitze selbst haben wohl auch schon ihre besten Jahre hinter sich. Natürlich ist solch ein Sitz auf einem vier Stunden Flug immer noch eine tolle Sache, allerdings ist er nicht besonders breit und lässt sich auch nicht komplett Flach stellen, was gerade auf lagen Flügen, auf denen man schlafen will, nicht besonders angenehm ist.

Auf dem Sitz lagen bereits  ein großes Kissen, eine angenehme Decke (wobei die auf Langstecken deutlich besser ist) und die abgepackten Kopfhörer. Auf ein Amenity Kit hat Emirates auf diesem Flug allerdings verzichtet.

Modern an dem Sitz ist allerdings, dass man ihn komplett über eine iPad steuern kann, welches man nach dem Start aus der Halterung nehmen kann. Hier kann man allerdings nicht nur den Sitz einstellen, sondern auch das extrem umfangreiche ICE Entertainment System kontrollieren, mit über 1.500 Filmen und Serien.

Außer einem kleinen Klapptisch für Getränke und einem teilbaren Tisch zum Essen und Arbeiten gibt es hier nicht viel über den Emirates Business Class Sitz in der Boeing 777 zu sagen. In moderneren Versionen des Sitzes gibt es inzwischen auch eine Mini Bar, die der im Airbus A380 ähnelt, allerdings ist dies auch mehr eine Spielerei als alles andere.

Emirates Business Class Boeing 777-300er | Service

Der Service begann schon vor dem Start. Nachdem alle Passagiere an Bord waren haben die Flugbegleiter einen Welcome Drink vor dem Start angeboten. Hierbei gab es die Wahl zwischen Wasser, Saft und Champagner.

Sowohl vor, als auch nach dem Start verteilte die Crew heiße Tücher, wobei heiß hier auch wirklich ernst zu nehmen war. Bei den Temperaturen am Boden in Indien, wusste ich aber das Tuch vor dem Start sehr zu schätzen, auch wenn ich eine kaltes Tuch sehr zu schätzen gewusst hätte.

Da mein Flug am Morgen stattfand, wurde hier auch Frühstück serviert. Interessanterweise gab es keine Speisekarten, was bei Emirates extrem ungewöhnlich ist und vermutlich eine Besonderheit dieses Fluges war.  Stattdessen haben die Flugbegleiter jedem Passagier erklärt, was es zu essen gibt, wobei die Auswahl zwischen einem westlichen Frühstück mit einem Omelett und einem indischen Frühstück lag.

Die Essenswünsche und auch die Getränkewünsche werden von den Flugbegleitern in ein Smartphone eingegeben und in der Küche direkt von den Kollegen vorbereitet. Grundsätzlich ein sehr schönes und modernes System.

Nach der Abgabe der Bestellungen, wurden die Tische eingedeckt.

Bis der eigentliche Service begonnen hat, hat es dann noch eine ganze weile gedauert. Die Crew wirkte in der Vorbereitung ein wenig im Stress und die Business Class auf diesem Flug war auch komplett ausgebucht. Die Essen wurden auf Tablets einzeln aus der Küche gebracht.

Das warme Essen wurde zusammen mit Brot, Früchten, Jogurt und Kaffee serviert.

Wirklich begeistert hat mich das Essen nicht, allerdings war es auch nicht schlecht. Gut gefällt mit immer wieder das verwendete Geschirr bei Emirates, welche weniger an ein Flugzeug erinnert, in welchen immer alles viel zu klein ist, sonder an richtiges Geschirr wie man es auch in einem Hotel bekommen würde.

Der Service hat bis etwa zwei Stunden nach dem Start gedauert. Danach habe ich meine Sitz ein wenig zurückgelehnt und bei einigen Folgen „The Big Bang Theory“ noch bis Dubai ein wenig gedöst.

Emirates Business Class Boeing 777-300er | Frankfurtflyer Kommentar

Es gibt bei Emirates mehr oder weniger zwei Business Class Produkte. Das sehr gute in den Airbus A380 und das eher unterdurchschnittliche in der Boeing 777-300er. Ich persönlich würde Euch immer empfehlen den Airbus A380 zu buchen, da dieser deutlich besser ist.

Die Emirates Business Class in der Boeing 777 ist auf kürzeren Flügen wie diesem hier sicherlich eine sehr angenehme Option und immer noch deutlich bequemer als die Business Class in den meisten Boeing 737 oder Airbus A320, allerdings würde ich auf längeren Flügen tatsächlich versuchen diesen Sitz zu vermeiden.

Wenn man einmal 14 Stunden nach Australien auf dem Mittelsitz in einer Boeing 777 geflogen ist, dann wird man vermutlich immer versuchen dieses Flugzeug zu meiden.

Ab nächsten Jahr wird Emirates allerdings endlich die neue Boeing 777-9X erhalten, die auch die Business Class aus dem Airbus A380 erhalten wird.

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3 Kommentare

  1. Hi,
    ich plane gerade für meine Freundin und mich im Januar einen Trip nach Australien und würde der Bequemlichkeit halber DUS-DXB-MEL in Business fliegen wollen.
    Ich habe ca 250k Emirates Punkte, die für 2 Upgrades von Eco FlexiPlus auf Business reichen würden. Jetzt meine Frage: kann ich das Upgrade direkt nach Flugbuchung durchführen oder geht das erst kurz vor tatsächlichem Abflug nach Verfügbarkeit?

  2. Hallo D.C.

    Du kannst bereits direkt nach der Buchung die Upgrades vornehmen. Die Buchungsmaske von Emirates zeigt dir sogar an, ob ein Upgrade direkt verfügbar wäre oder nicht.

    Wenn nicht direkt ein Upgrade verfügbar ist, kannst du den Flug überwachen lassen von Emirates eine Email schicken lassen, wenn etwas verfügbar wird oder sogar Direkt upgraden lassen.

    Gerade nach Australien ist die Business Class recht gut gebucht. Hier kann es passieren, dass die Upgrades erst näher am Abflugstag frei werden.

    LG
    Christoph

  3. Bin die Strecke MAA – DXB sehr häufig in Biz Class geflogen. Eben wegen Emirates und wegen der 3 täglichen Verbindungen. Habe gerne die Tagflüge genommen, die Nachtflüge der vielen anderen Airlines mag ich gar nicht.
    Diese Strecke scheint bei Emirates die unbedeutendste Strecke überhaupt zu sein. Bis vor ca. 1,5 Jahren flog eine total alte jämmerliche B777-300 (ohne ER!) die Strecke (zumindest auf EK544/EK545), da hat man live erleben dürfen, was abgewohnte Sitze heißen können. Das war wirklich grenzwertig. Auch der Rest der Maschine war keinen Deut besser, es ist kürzer, die Sachen aufzuzählen, die funktioniert haben. Als jene, die nicht funktioniert haben.
    Immerhin war diese B777-300 noch eine mit First Class, welche regelmäßig total leer war. Die letzten Monate hat Emirates diese daher für Biz Kunden mit höherem Status freigegeben.
    Der Check-In in Chennai ist okay, nichts weltbewegendes. Schlimm wird es in Richtung Passkontrolle, da kann es manchmal extrem voll werden und lange dauern. Aber richtig ätzend wird die Sicherheitskontrolle. Selbst wenn man nackt durchläuft, das Ding piept IMMER und händisch kontrolliert wird JEDER! Streng nach Männlein und Weiblein getrennt. Das Gepäck, was man auf’s Band legt, ist entweder Stunden vorher oder nachher durch die X-Ray Maschine gelaufen. Da bleibt einfach ein beschissenes Gefühl, wenn man auf der einen Seite steht, das Handgepäck auf der anderen und jeder kann theoretisch ran. Und wenn dann wegen Auffälligkeiten händisch durchsucht werden muss, dann ist Chaos vorprogrammiert. Aber dringender Tipp: Diese Kontrollen macht das Militär! Also immer schön Klappe halten und zur Not auch ganz fest auf die Zunge beißen! Ein extrem freundliches „Good Morning SIR!“ wirkt auch Wunder!

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