Review: Lufthansa Business Class Airbus A320NEO Frankfurt nach Athen

Dass sich das Fliegen durch Corona verändert hat, haben wir schon öfter berichtet, aber dabei sind die Veränderungen sehr unterschiedlich, je nach Klasse und Airline mit welcher man fliegt. Vor wenigen Tagen bin ich in der Lufthansa Business Class von Frankfurt nach Athen im Airbus A320NEO geflogen und will in dieser Review meine Eindrücke aus der Lufthansa Business Class auf Mittelstrecken zu Corona Zeiten mit Euch teilen. 

Dabei kann ich vorweg nehmen, dass sich in der Lufthansa Business Class auf Mittelstrecken eigentlich wenig verändert hat und die Unterschiede mehr im Detail liegen. Allerdings hatte ich auch das Glück, mit nur vier andern Passagieren in der Business Class zu reisen und einen extrem motivierten Purer erwischt zu haben. 

Dass es leider auch anders laufen kann, hat Robert neulich in seiner Review aus der Lufthansa Business Class auf dem Flug von Las Palmas nach Frankfurt beschrieben, welcher absolut keinen positiven Gesamteindruck hinterlassen hat. 

Reisen während Corona: Durch das Coronavirus hat sich die Art und Weise wie wir reisen verändert. Diese Review ist Anfang Januar 2021 entstanden, allerdings unterliegt alles ständigen Änderungen. Daher kann es sein, dass der Inhalt dieser Review nicht mehr dem aktuellen Stand entspricht.

Lufthansa Business Class Airbus A320NEO auf Mittelstrecken | Vor dem Flug

Ich habe in diesem Fall meinen Flug nicht selbst gebucht und kann daher nicht genau sagen was er gekostet hat, allerdings lässt mich die umsatzbasierte Meilengutschrift bei Miles&More vermuten, dass es etwas zwischen 550 und 600 Euro im Business Flex Tarif waren. 

Damit war das Ticket bei weitem nicht das teuerste, welches man auf der Strecke buchen kann, allerdings findet man auf lufthansa.com Business Class Flüge nach Athen schon ab etwa 300 Euro für den Hin- und Rückflug, was in meinen Augen durchaus ein guter Deal sein kann, wenn Economy Class Tickets über 200 Euro liegen. 

Der Check-In für meinen Flug war online möglich, allerdings bin ich dennoch beim Check-In Schalter vorbei gegangen, um mir hier meine Bordkarte abzuholen und schon einmal den Doc Check durchzuführen (zumindest hoffte ich dies). 

Nachdem mein PLF, welches man für die Einreise nach Griechenland online beantragen muss und mein negativer Coronatest überprüft wurden, hat man mir meine Bordkarte ausgehändigt und ich machte mich auf den Weg in die Senator Lounge, welche ich dank der absolut leeren Sicherheitskontrolle in Rekordzeit erreicht habe. 

Die Senator Lounge ist aktuell die einzige Lufthansa Lounge, welche noch geöffnet ist im Bereich A und dient auch mehr als „exklusivere Wartebereich“, als als Lounge, denn Catering ist nach wie vor aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen untersagt. Lediglich beim Verlassen der Lounge kann man sich belegte Brötchen, Wasser und Kaffee to go mitnehmen, was allerdings unbedingt außerhalb der Lounge verzehrt werden muss. 

Interessanterweise war die Lounge aber an diesem Sonntag Nachmittag überraschend gut besucht, sodass ich sogar Probleme hatte einen Sitzplatz zu finden.

Am Gate wurde dann noch einmal ein Doc Check für alle Passagier durchgeführt, was durchaus etwas Zeit in Anspruch genommen hat, denn mehreren Passagieren wurde mitgeteilt, dass sie ohne PLF oder negativen Corona Test nicht nach Griechenland fliegen dürfen. Dies führte neben einigen Tränen auch zu einigen wüsten Beschimpfungen des Gate Personals, für welches ich absolut kein Verständnis aufbringen konnte. 

Das Boarding hat dann auch mit etwa 15 Minuten Verspätung begonnen, lief dann aber sehr geordnet und zügig ab, sodass die etwa 50 Passagiere schnell an Bord waren und die Türen pünktlich geschlossen wurden. 

Lufthansa Business Class Airbus A320NEO auf Mittelstrecken | Kabine & Sitz

Dieser Airbus A320NEO war bereits mit dem neusten Europa Sitz von Lufthansa ausgestattet, wobei es sich eigentlich um eine all Economy Bestuhlung handelt. Das gesamte Flugzug ist in einer 3-3 Konfiguration bestuhlt. Die vorderen Reihen sind durch einen Vorhang vom Rest getrennt und werden als Business Class bezeichnet. Der Sitz ist identisch zu denen in der Economy Class, allerdings wird hier der Mittelsitz immer geblockt.

Den Unterschied zur alten Kabine merkt man. Auch wenn es immer noch eine ganz typische Kurzstreckenbestuhlung ist, sitzt man durch eine dickere Rückenlehne gemütlicher. Besonders toll fand ich, dass an jedem Sitz ein USB Anschluss zu finden war, denn so konnte ich während dem Flug arbeiten.

Lufthansa Business Class Airbus A320NEO auf Mittelstrecken | Service

Beim Service auf diesem Flug konnte Lufthansa tatsächlich glänzen, was weniger an Lufthansa selbst, als an dem extrem freundlichen und motivierten Purser lag, welcher die Business Class auf diesem Flug bereut hat. Einmal mehr zeigte sich hier, dass man mit gutem Service enorm die viel erreichen kann. 

So wurden z.B. alle Passagiere der Business Class persönlich mit Namen und  etwas Small Talk begrüßt und wir stellten recht schnell fest, dass wir auch in zwei Tagen wieder zusammen zurück nach Frankfurt fliegen werden. Die Crew hat aktuell wohl einen recht langen Aufenthalt in Athen, was aber auch nicht das unangenehmste ist, denn in Griechenland waren trotz Januar 24 Grad. 

Nach dem Start wurde erst einmal ein Aperitif zusammen mit Nüssen serviert. Auch wenn dies selbst in Corona Zeiten wohl vorgesehen ist, wird es nicht von allen Crews gemacht und man versucht hier teilweise möglichst schnell den Service durchzuziehen. 

Bei den Getränken gibt es bei Lufthansa nach wie vor das volle Programm, also neben Softdrinks, Wasser und Säften, auch Bier, Wein, Sekt und Spirituosen, sodass ich am Sonntag Abend auf diesem Flug auch meinen Gin&Tonic bekommen habe. Die fehlende Zitrone, welche „vermutlich nicht mehr coronakonform ist“ um den Purser zu zitieren, war hier dann aber auch kein wirkliches Problem. 

Auch wenn es in der Business Class selbstverständlich sein sollte, aber zu Corona Zeiten auch nicht mehr ist, will ich es noch einmal erwähnen. Alle Getränke wurden in Gläsern serviert, wobei Robert und auch ich hier schon andere Erfahrungen gemacht haben. 

Beim Essen gab es die Auswahl aus zwei warmen Hauptspeisen (Vor Corona waren es drei), wobei auf diesem Flug keine Menükarten geladen waren. Warum wusste die Crew auch nicht, denn eigentlich hätte es sie geben sollen. 

Ich habe mich für die Huhn entscheiden, da mir der alternative Fisch nicht zugesagt hat. Dabei war das Essen auf diesem Flug eines der besseren, welches Lufthansa im Angebot hat. Meiner Erfahrung nach schwankt hier die Qualität doch recht stark in den letzten Monaten, wobei dies auch Geschmacksache sein könnte. 

Auch wenn ich die Vorspeise so schon mehrfach serviert bekommen habe, auf kürzeren Flügen als Snack, war ich mit dem Essen sehr zufrieden. Zum Abschluss gab es noch Pralinen und Kaffee. 

Mein Wasserglas wurde auf dem Rest des Fluges noch mehrmals ungefragt aufgefüllt und der Purser war in der Kabine sehr präsent, um zusätzliche Getränke zu verteilen. 

Die Landung in Athen um etwa 22 Uhr war dann recht unspektakulär, nur leider wurde das Flugzeug auf einer Außenposition abgestellt, da es über Nacht in Athen bleibt. Entsprechend ging es mit Bussen zum Terminal. 

Die Einreise nach Griechenland dauert aktuell ein paar Minuten, da auch hier die PLF und Corona Tests kontrolliert werden. Interessanterweise werden keine Pässe kontrolliert. Stichprobenartig werden auch Personen für Corona Tests direkt am Flughafen herausgezogen, wobei ich dieses zweifelhafte Vergnügen noch nie hatte. Nach welchen Kriterien hier gefiltert wird kann ich daher auch nicht sagen. 

Lufthansa Business Class Airbus A320NEO auf Mittelstrecken | Frankfurtflyer Kommentar

Wenn wir einmal ehrlich sind, ist die Lufthansa Business Class auf Mittelstrecken nicht wirklich etwas Besonders. Man hat den identischen Sitz wie in der Economy Class und durch den freien Mittelsitz etwas mehr Platz. 

Der wirkliche Unterschied liegt im Service und auf diesem Flug hatte ich mit der Crew tatsächlich viel Glück, denn man hat sich perfekt um die Gäste gekümmert, sodass man sich natürlich sehr wohl gefühlt hat. Wie auf allen Flügen kann die Crew einfach einen gigantischen Unterschied machen. 

Gerade aber bei dem teils extrem geringen Aufpreis für die Business Class auf Kurz- und Mittelstrecken, kann man durchaus darüber nachdenken die Business Class auch privat zu nutzen, denn ein Komfortgewinn ist durchaus vorhanden. 

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4 Kommentare

  1. Guter Bericht, danke.

    Letztendlich ist die Kontrolle am Gate nötig um sicher zu sein, dass man auch alle Gäste im Transit kontrolliert hat. Im Hinblick auf die teils sehr hohen Strafen bei Fehlern kann/will man sich da wohl nicht allein auf die Außenstationen verlassen bzw im Zweifelsfall haben die Transitgäste ja vielleicht gar kein Mitarbeiter vorher persönlich gesehen….

    • Ja die Kontrollen sind leider nötig und ich verstehe es auch. Nervig ist es dennoch, but it is what it is.

      Die Griechen selbst kontrollieren auch jeden Passagier in Griechenland bei der Ankunft und im Transit (also die Papiere). Das machen bei weitem nicht alle Staaten.

  2. Es gab – oder gibt noch – sehr günstige C-Tarife innerhalb Europas. Der Mehrpreis gegenüber Y ist durch das Freigepäck, die Sitzplatzreservierung, den freien Nebenplatz, der zumindest erlaubt die Füße diagonal zu platzieren und… die ausbleibenden Streitereien um den Platz in der Handgepäckablage mehr als kompensiert.

    • DAs sehe ich eigentlich ähnlich, zumindest wenn man die günstigen Tarife noch bekommt. Dann liegt der Aufpreis für die Business bei etwa 50-80 Euro pro Segment (teils sogar weniger).

      Manchmal hat man aber auch nur die Wahl zwischen FRA-MUC Return für 450Euro Eco oder 1.000 Euro Business und da fliege ich dann doch Eco ;).

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