Review: Lufthansa Business Class Boeing 747-8 Frankfurt nach Chicago | Fliegen während Corona

Reisen ist aktuell nicht mehr genau so, wie es einmal war und besonders auf Langstrecken müssen die meisten von uns aktuell verzichten. Ich hatte vor kurzem die Chance in der Lufthansa Business Class der Boeing 747-8 von Frankfurt nach Chicago zu fliegen und konnte hier den abgewandelten Service in der Corona Zeit live erleben.

Dabei kann man bei Lufthansa in der Business Class auf Langstrecken trotz Corona sagen, dass sich hier gar nicht so viel geändert hat und dass man im Gegensatz zu vielen anderen Airlines noch den vollen Service anbietet. Im Detail sah der Flug dennoch anders aus, weshalb ich diese Review interessant finde, auch wenn ich meine Erfahrungen mit der Lufthansa Business Class in der Boeing 747-8 wirklich schon mehrfach vor Corona veröffentlicht habe.

Reisen während Corona: Durch das Coronavirus hat sich die Art und Weise wie wir reisen verändert. Diese Review ist Mitte August 2020 entstanden, allerdings unterliegt alles ständigen Änderungen. Daher kann es sein, dass der Inhalt dieser Review nicht mehr dem aktuellen Stand entspricht.

Check-In, Lounge und Boarding

Natürlich hat sich auch am Boden schon einiges geändert. In Frankfurt sind inzwischen aber wieder eigene Check-In Schalter für die First- und Business Class geöffnet, auch wenn sich diese nicht mehr an der altbekannten Stelle befinden. Da ich nur mit Handgepäck gereist bin, habe ich mir nur die Bordkarte am Check- In Schalter abgeholt.

Der Check-In war nach kurzer Überprüfung meiner Daten und der Klärung ob ich in die USA reisen darf absolut unkritisch und man überredete mich noch einen Sitzplatz im Oberdeck zu wählen, da hier nur ein anderer Passagier sitzen würde und der Crew doch sonst langweilig wird. Insgesamt waren auf dem gesamten Flug nur etwa 60 Passagiere gebucht, wie man mir sagte.

Eine Lounge im Z Bereich des Frankfurter Flughafens, aus welchen fast alle USA Flüge abfliegen, gibt es aktuell nicht. Daher habe ich die Lounge bei den A Gates kurz besucht, bevor ich durch die Passkontrolle hoch zu den Z Gates gegangen bin.

Reisen während Corona: Lufthansa Senator Lounge A in Frankfurt

Das Boarding ging bei nur 60 Passagieren auf dem gesamten Flug sehr schnell und auch geordnet vonstatten. An den Gates gab es Aufkleber auf dem Boden und mehrere Durchsagen, welche die Passagiere zum Abstandhalten aufgefordert haben. Auf diesem Flug hat dies auch sehr gut funktioniert.

Grundsätzlich durften die insgesamt neun Passagiere der First und Business Class als erstes an Bord und danach ist die Economy Class nach Reihen eingestiegen. Bei diesem Flug hat man versucht das Flugzeug von hinten nach vorne zu füllen. Ich bin als einer der letzten Passagiere an Bord gegangen, da das Boarding recht schnell vonstatten ging.

Lufthansa Business Class auf Langstrecke während Corona | Kabine und am Platz

Ich habe meinen Sitzplatz im Oberdeck schnell eingenommen und wurde hier von den drei Flugbegeleitern, welche sich hier um drei Passagiere zu kümmern hatten auch direkt freundlich begrüßt. Eine derart leere Kabine habe ich tatsächlich bei einem Langsteckenflug mit Lufthansa noch nie gesehen, zumal das Oberdeck in der Boeing 747 meist sehr beliebt ist und sich hier die Passagiere gerne tummeln.

Abstand halten war entsprechend auf diesem Flug auch kein Problem, denn nicht nur dass ich keinen direkten Sitznachbar bei der 2-2 Bestuhlung im Oberdeck hatte, auch in der Reihe vor und hinter mir saß kein Passagier. Dennoch gilt an Bord von Lufthansa Flügen eine generelle Maskenpflicht und die Crew hat auch darauf geachtet, dass dies eingehalten wurde. Selbst der andere Statuspassagier, der ebenfalls im Oberdeck Platz genommen hat, wurde von der Kabinenchefin sehr deutlich darauf hingewiesen, dass es auch bei der leeren Kabine keine Ausnahme gibt und insbesondere bei der Interaktion mit der Crew sei eine Maske zu tragen.

Am Platz befanden sich wie üblich die Kissen und Decken, sowie ein Amenity Kit und eine Wasserflasche für den Flug. Hier hat sich im Vergleich zu vor Corona nichts geändert.

Was sich allerdings geändert hat war, dass am Boden kein Getränk mehr angeboten wird. Stattdessen haben die Flugbegleiter nur bei einer persönlichen Begrüßung die Speisekarte zusammen mit Desinfektionstüchern und Gummibärchen überreicht. Die Gummibärchen sollten als kleine Entschädigung für den fehlenden Willkommensdrink dienen, denn die Flugbegleiterin meinte noch sie würde gerne, aber darf nicht.

Übrigens achtete man fast schon penibel darauf, alles kontaktlos zu überreichen, was in diesem Fall bedeutete, dass es nicht durch die Hände der Flugbegleiterin ging, sondern auf einem Tablett angereicht wurde, von welchem sich die Passagiere dann alles herunter genommen haben. Dies galt später auch für Getränke, welche zu normalen Zeiten immer von den Flugbegleitern auf den Tisch gestellt wurden.

Der Start war bei der leichten Boeing 747-8 dann recht beeindruckend und schnell und wir sind sehr flott auf unsere Reiseflughöhe gestiegen, wo die Flugbegleiter mit dem Service begonnen haben.

Lufthansa Business Class auf Langstrecke während Corona | Der Service

Nachdem vor dem Start bereits Essens- und Getränkewünsche abgefragt wurden, hat es keine 15 Minuten gedauert, bis die Crew das erste Getränk zusammen mit den obligatorischen Nüssen verteilt hat.

Dass man nicht wirklich viel zu tun hatte, merkte man dann daran, dass die Damen mehrfach durch die Kabine geschlichen sind, um zu schauen, ob sie etwas auffüllen dürfen und ob man bereits die Mandeln mit dem Aperitif zusammen genossen hatte, um mit dem eigentlichen Service zu beginnen.

Nachdem ich meine Mandeln nicht angerührt hatte, fragte man mich beim Auffüllen meiner Cola, ob man mir schon das Essen bringen dürfe, was anschließend auch auf einem Tablett mit Vorspeise, Hauptspeise und ausgelegtem Brot serviert wurde.

Übrigens hat man die Auswahl aus drei Vorspeisen und drei Hauptgängen. Auf einen Brotkorb oder einen Wagen in der Kabine verzichtet man aktuell, um mögliche Kontaktpunkte zu vermeiden.

Grundsätzlich erinnert der Service sehr an den Express Service, welchen Lufthansa auf kurzen Nachtflügen gerne anbietet, wodurch der Service natürlich sehr schnell wird, da alles auf einmal serviert wird. Natürlich ist ein Service, in welchem das Essen Gang nach Gang serviert wird hochwertiger, allerdings will man dies wohl aktuell vermeiden.

Das Dessert wurde wie gewohnt einzeln gebracht und auch hier hatte man die Auswahl zwischen Obst, Käse oder einem Dessert oder auch gerne alle drei Optionen, denn man hätte gerade auf diesem Flug mehr als genug geladen. Ich war mit meinem Käse und Kaffee jedoch sehr glücklich.

Der Service auf diesem Flug dauerte insgesamt keine Stunde und ich habe den Rest der Flugzeit zum Dösen und auch zum Arbeiten genutzt. Das Entertainment System ist übrigens weiterhin voll verfügbar und es gibt eine durchaus ansehnliche Anzahl an Filmen, Serien, Musik und TV Programmen. Allerdings scheint man dieses seit März nicht mehr verändert zu haben, zumindest nicht in einem nennenswerten Umfang.

Etwa eine Stunde vor der Landung in Chicago wurde der zweite Service gestartet. Hierbei gab es die Auswahl aus einem warmen Pasta Gericht und einer Asiatischen Bowl mit Thunfisch, Mango,Reis und Avocado. Nachdem man wohl auch hier zu viel geladen hatte, hat man aber einfach beides serviert.

Fast schon amüsant fand ich, dass man sich sehr über meine Frage nach einen iced coffee gefreut hat, denn den Flugbegleitern war wohl tatsächlich etwas langweilig während dem Flug, da bei 60 Passagieren nicht viel zu tun war. Man freute sich aber ganz offensichtlich darüber, endlich wieder fliegen zu dürfen, denn man erzählte mir, dass es für alle drei seit Monaten die erste Langstrecke sei.

Auch Dinge wie dass die Zulassungen der Flugbegleiter auf manchen Mustern zerfallen würden, da man zu wenig fliegt, hat man vor der Krise wohl nie gehört. Allerdings freute man sich auch darauf, die Trainings für verschiedene Muster wiederholen zu müssen, denn Zuhause zu sein und nicht arbeiten zu dürfen sei auf Dauer auch langweilig.

Auch wenn die Crew extrem freundlich, bemüht und auch herzlich war, merkte man doch dass die massiven Auswirkungen der aktuellen Krise bei den Lufthansa Mitarbeitern zu spüren sind und die Unsicherheit im Blick auf die Zukunft konnte man auch nicht weglächeln, insbesondere nicht hinter einer Mund- Nasenbedeckung.

Lufthansa Business Class auf Langstrecke während Corona | Frankfurtflyer Kommentar

Eigentlich hat sich an Bord bei Lufthansa in der Business Class auf Langstrecken trotz des Corona Virus nicht viel verändert. Der Service wurde zwar im Detail angepasst, allerdings bietet man quasi alles, was man auch vor Corona angeboten hat. Damit hebt sich Lufthansa tatsächlich massiv von anderen Airlines ab, welche teilweise den Service fast komplett eingestellt haben oder keine Kissen und Decken mehr an Bord haben, auch wenn dies teilweise auf Anweisung der Regierungen passiert ist.

Ich fand diesen Flug während Corona alles andere als unangenehm und auch wenn ich mir wünschen würde, dass wir bald wieder unbeschwerter reisen können, hatte die Tatsache, dass so wenige Passagiere an Bord waren auch seine Vorteile.

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4 Kommentare

  1. Darf ich die Frage nach dem zwingenden Grund der Einreise nochmal aufgreifen??
    Mein Partner lebt in den USA und bisher haben wir noch keine Möglichkeit gefunden, wie ich legal und ohne 2 wöchigen Mexiko-Umweg in die USA komme.
    Selbst eine Heirat (er ist Greencard Holder und kein Citizen) berechtigt mich nicht mehr zur Einreise. Das Konsulat sagte, dass es „no way“ gibt.
    Wäre sehr dankbar über jeden Hinweis.

    Ein Bekannter ist mit L1 Visa drüben, wohnt offiziell in den USA, aber sollte er nach D fliegen um die Ehefrau zu besuchen, gäbe es für ihn auch keine Einreisemöglichkeit.(und er wird von einem Anwalt beraten!)
    Business first, family wohl schnuppe…. Ist das die neue Devise?

  2. Interessanter und ausführlicher Bericht, vielen Dank dafür! Ganze 60 Passagiere in der 748 und keine 10 davon in der F und der C…… Toll finde ich aber, dass sich die LH so richtig Mühe zu geben scheint, die wenigen Passagiere an Bord gut zu betreuen.

  3. Seht interessanter und guter Beitrag.

    Bin am Montag von FRA nach IAD geflogen und kann das immernoch so bestätigen.
    Einziges Thema ist, dass LH die Loungen nicht mehr verpflegen darf.

    Bleibt alle gesund.

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