Frankfurtflyer 4-4-4 Review: Lufthansa Boeing 747-8 Premium Economy Class

Für unsere 4 Sterne, 4 Klassen, 4 Autoren Review fiel mir die Ehre zu, die einzige Reiseklasse mit „Premium“ im Namen zu fliegen. Was bedeutet also „Premium“ bei einer selbsternannten „Premium“-Airline? Alles nur Name, Marketing und Chichi, oder gibt es auch den Service und den Sitzplatz der das „Premium“-Siegel verdient? Das sind meine Erfahrungen in der Lufthansa Premium Economy.

Lufthansa Premium Economy Class | Flugdaten

Flugnr.: LH418
Sitz: 25H, 23E, 23C
Kabine: Premium Economy Class
Buchungsart: Kaufticket
Abflug (Tatsächlich): 13:10 (13:53)
Ankunft (Tatsächlich): 16:00 (16:01)
Reisezeit: 8 Std. 09 Min.
Typ: Boeing 747-8
Registrierung: D-ABYO
Alter: 8,5 Jahre

Lufthansa Premium Economy Class | Check-In

Das Check-In für den Flug habe ich für das Economy-Ticket durchgeführt. Offiziell öffnet der Check-In 24 Stunden vor dem Abflug, bei mir war es jedoch schon ein paar Stunden früher möglich einzuchecken. Das kann im Prinzip ganz schön sein, da man dann unter Umständen noch eine höhere Chance auf die bevorzugten Sitzplätze erhalten kann. Bei mir klappte es aber nicht so recht. Das hatte mehrere Ursachen. Zum einen lief der Check-In am PC an diesem Tag über ein Back-up System von Lufthansa. Die Grafik und Bedienung erinnerte eher an die späten 90er als an 2022.

Das kann natürlich nur optische Auswirkungen haben. In meinem Fall fehlte z.B. aus irgendeinem Grund „Aeroplan“ von Air Canada als Meilenprogramm zur Gutschrift der Meilen. Aber das lässt sich im Zweifel auch im Nachgang regeln. Weiter ging es zur Sitzplatzauswahl. Diese konnte ich (trotz der Grafik aus der Steinzeit) schnell durchführen. Danach noch schnell die benötigten Bestätigungen klicken und die Bordkarten erhalten. Allerdings wurde mir nur eine Bordkarte für die Zugfahrt nach Frankfurt ausgestellt. Aufgrund von ESTA/Visumsthemen wurde mir keine Bordkarte nach Washington angeboten.

Also rief ich im Nachgang bei der Lufthansa Hotline an. Nachdem der Chat mich immer wieder aus der Warteschlange geschmissen hatte. Nach ca. 100 Minuten hatte ich einen Callcentermitarbeiter am Telefon. Dieser konnte meine Aeroplan Nummer nicht der Buchung hinzufügen. Außerdem konnte er meinen Rückflug nicht irgendwo hinterlegen, mit dem ich nachweisen wollte, dass ich nicht vorhatte, länger als die visumsfrei möglichen 90 Tage in den USA zu bleiben. Kurzum: Der Anruf war für die Katz. Also würde sich erst am nächsten Tag am Flughafen klären, ob ich tatsächlich in die USA reisen dürfte. Nicht ganz befriedigend, aber auch nicht vollständig im Einflussbereich der Lufthansa.

Lufthansa Premium Economy | Boarding

Während des General Boardings betrat ich das Flugzeug über die Tür 2L. Die Premium Economy Class war schon zu 75-80% gefüllt. Als ich meinen zugewiesenen Sitzplatz 25H erreichte, saß da bereits eine Dame. Ebenfalls mit einer Bordkarte für Sitzplatz 25H. Eine kurze Nachfrage bei der englischsprechenden Flugbegleiterin ergab, dass der Sitzplatz der Dame am Drehkreuz auf 23E geändert worden sei, sie jedoch unbedingt auf Sitzplatz 25H neben ihrem Ehemann sitzen wolle. Zwar sind 25 C&H meiner Meinung nach die besten Sitze in der Premium Economy in der 747-8, aber ich würde sicherlich kein Ehepaar trennen.

Daher machte ich mich auf zu Sitzplatz 23E. 23E liegt übrigens in der Mitte der Mitte. Als ich mich dem Sitzplatz näherte, sprang eine Dame von Platz 23C (am Gang) auf und bat mich, ihr den Platz 23E zu überlassen. Sie wollte neben ihrem Mann sitzen. Also hatte ich innerhalb von 30 Sekunden meinen dritten Sitzplatz. Und auf 23C durfte ich dann tatsächlich sitzen bleiben.

Lufthansa Premium Economy | Sitz

Der Sitz ist immer noch der bekannte Premium Economy Sitz der Lufthansa. Er bietet eine breitere Sitzfläche als in der Economy Class und zwei Armlehnen für jeden Reisenden. Außerdem gibt es einen Wasserflaschenhalter. Eine detaillierte Beschreibung findet ihr in meiner früheren Review der Premium Economy in einer 747-8 auf einem Nachtflug.

Review: Lufthansa Premium Economy Boeing 747-8i Frankfurt nach Peking

 

An der Rückenlehne des Vordersitzes ist der Touchscreen des Entertainmentsystems angebracht. Daneben befindet sich ein Haken für Jacken o.ä. Weiter unten ist das Zeitschriftenfach. Das Netz soll es unwahrscheinlicher machen, Dinge im Flugzeug zu vergessen. Befüllt es das Fach mit einer Safety Karte, dem Buy on Board Angebot und einer Multifunktionstüte (ähem).

Fernbedienung

Ganz praktisch ist das kleine Fach unterhalb des Monitors, in dem man kleine Gegenstände wie Smartphones ablegen kann. Die USB-Buchse am Monitor erlaubt es dann, das Gerät während des Flugs zu laden, ohne selbst im Kabelsalat gefangen zu sein.

Der Tisch befindet sich in der Armlehne auf der Innenseite des Sitzes. Das Armpolster kann hochgeklappt werden, danach kann man den Tisch aus der Versenkung hochziehen. Der Tisch selbst bietet genug Platz für ein 16“ Notebook und ist damit nicht zu klein. Der Abstand zum Tisch lässt sich dankenswerterweise regulieren. Allerdings erfordert das Aufstehen am Gangplatz bei ausgeklapptem Tisch einiges akrobatisches Geschick. Das liegt daran, dass die Armlehnen am Gang festgestellt sind.

Leider ist bei den Gangplätzen der Zweierreihen die Sitzbefestigung im Fußraum. Nach ein paar Minuten hatte ich mich daran gewöhnt, aber es ist praktisch unmöglich, die Füße vorne zu überkreuzen.

Im Vergleich zur Economy Class ist das aber immer noch um Längen besser.

Was einen Tagflug in der Premium Economy Class deutlich angenehmer macht als einen Nachtflug, ist, dass Passagiere zumeist wach sind und den Weg zum Gang freigeben können. Außerdem nutzen viele die Verstellbarkeit der Rückenlehne nicht maximal aus. Dadurch passiert es viel weniger, dass sich jemand auf der Rückenlehne des Vordersitzes abstützt, um aufzustehen bzw. sich hinzusetzen. Bei mir passierte es nur einmal und ein freundlicher Blick zur Hinterfrau ließ sie wissen, dass das Abstützen und Rütteln an der Rückenlehne des Vordersitzes nicht willkommen sei. Danach schaffte es die Reisende in Sitz 24C aufzustehen, um die Dame von 24A in den Gang und zurück zu ihrem Sitzplatz zu lassen.

Lufthansa Premium Economy | Amenity Kit

In der Premium Economy Class der Lufthansa gibt es Amenity Kits. Diese bestehen aus einer Tragetasche, die mit Flugzeugsocken (extralang), Zahnbürste mit Zahnpasta, Schlafmaske (mit zwei Gummischlaufen), Ohrstöpsel und einem Erfrischungstuch. Das Amenity Kit wartete schon am Platz, war jedoch unauffällig neben dem Sitzkissen verstaut. Wenn man nicht aufpasst, könnte man es dort fast übersehen. Das Amenity Kit ist nicht wie sonst üblich ein einem kleinen Stoff- oder Nylonetui, sondern in eine Einkaufstasche eingepackt. Für die Verwendung im Flugzeug ist die Tasche natürlich riesig, dafür dürften viele Taschen nach dem Flug noch Verwendung finden. Daher gefällt mir die Idee von Lufthansa recht gut. Es gibt übrigens sechs verschiedene Motive, die auf die Taschen gedruckt sind. Die Münchner Frauenkirche, das Burj al Arab (Dubai), Cristo Redentor (Rio de Janeiro), das Colosseum (Rom), die Große Mauer (China) und die Brooklyn Bridge (New York).

In der Business Class gibt es auch Taschen, die sind jedoch aus feinerem Stoff als diese hier in der Premium Economy Class. Was die Tasche richtig praktisch macht, ist, dass man beim Ausstieg aus dem Flugzeug schnell alles in die Tasche werfen kann und dann innerhalb von Sekunden bereit zum Ausstieg ist.

Lufthansa Premium Economy | Entertainment

Da es (pandemiebedingt?) am 30.06.2022 immer noch kein Bordmagazin gab, ist der Monitor die Hauptquelle des Entertainments. Dieser ist inzwischen jedoch in die Jahre gekommen. Er reagiert noch schnell genug auf Berührungen, aber die Größe ist inzwischen nicht mehr State-of-the-Art und daher etwas kleingeraten. Die Auflösung ist indiskutabel. Ich hatte den Flug über ständig den Drang, schleunigst einen Termin beim Augenarzt (m/w/d) zu machen, da viele Details (z.B. die Schrift) verschwommen waren. Hinzu kommt, dass Farbverläufe nicht als Verlauf, sondern als sichtbar gestufte Balken dargestellt werden.

Die Filmauswahl ist mit 300 Filmen aus fast allen Epochen umfangreich. Allerdings fehlen Filme aus der Vorkriegsära und die neuen Blockbuster. Aber in der Zeit zwischen 1950 bis 2020 bietet Lufthansa hier Solides. Die Kameras unten und nach vorne sind insbesondere beim Start und bei der Landung interessant.

Bei den Serien gibt es immer einzelne Folgen, aber keine kompletten Staffeln. Die Musikbibliothek ist ebenfalls umfangreich. Obendrauf gibt es noch einfache Spiele (kein Fortnite o.ä.).

Lufthansa Premium Economy | Service

Meine erste Interaktion mit der Crew war bemerkenswert. Ich gelangte gerade in den Bereich der Premium Economy, als mich eine Flugbegleiterin auf Englisch ansprach und auf meinen unglücklichen Gesichtsausdruck hinwies. Ein freundliches „Welcome on board“ hätte gereicht. Aufgrund meiner Sitzplatzodyssee hätte sich die Crew erkenntlich zeigen können, verzichtete jedoch darauf.

Während wir noch auf die letzten Passagiere warteten wurde in der Premium Economy ein Welcome Drink gereicht. Zur Auswahl stand Orangensaft. Anscheinend verzichtet Lufthansa inzwischen auf die gehackten Minzblätter, durch die der O-Saft früher zum „Cocktail“ aufgewertet wurde.

Der Getränkeservice startete 45 Minuten nach dem Start in der Mini-Kabine der Economy Class. Das transportiert natürlich kein „Premium“-Gefühl in die Premium Economy, aber die Sitzaufteilung in der 747-8i erfordert diese Aufteilung.

Nach 75 Minuten Flugzeit wurden die ersten bestellten Sonderessen verteilt. Circa 5 Minuten vorher wurden die leeren Getränkebecher eingesammelt.

Das Essen begann ca. 90 Minuten nach dem Start. Wieder in der Eco-Minikabine und dann in der Premium Economy. Nach ungefähr 30 Minuten wurden die Tabletts wieder abgeräumt.

Ich fragte bei der Essensausgabe nach einem zweiten Brötchen, das mir umgehend aufs Tablett gelegt wurde. Zum Essen bestellte ich einen passenden Rotwein, einen Sekt und Wasser. Den Rotwein bekam ich sofort vom Trolley (Überflieger), das Wasser ebenfalls. Leider war der Überflieger eher ein Abfüller, der im Schüleralter bei Ausflügen sicherlich reißenden Absatz finden würde, aber einem stark gewürzten Gulasch hielt er nicht stand. Nach meinem Probierschluck wies ich den Flugbegleiter darauf hin. Er entschuldigte sich, da er den Wein noch nie getrunken habe. Dann ging er kurz in die Business Class und kehrte mit einem Business Class Weinglas mit Medoc und auch einem Business Weinglas mit Sekt zurück. Der Wein passte deutlich besser zu dem Essen und auch der Sekt war komplex und ausreichend ausgebaut, um mit dem nicht zu stark gesüßten Bienenstich mithalten zu können.

Einen allgemeinen Aufruf zu verdunkeln, gab es überraschenderweise nicht. So war es nach dem Essen noch lange hell in der Kabine. Für Menschen, die nicht leicht einschlafen können, aber auf dem Flug gerne schlafen wollten, war das sicherlich nicht optimal.

Zwischen den Mahlzeiten fragte ich nach einem kleinen Snack. Das Buy on Board Menü war nicht geladen, obwohl die Karten auslagen. Das ist natürlich misslich. Aber die Crew suchte in verschiedenen Boxen nach Essbarem und fand tatsächlich einen Corny Müsliriegel und eine gut gebräunte Banane. In der Economy Galley standen noch verschiedene alkoholfreie Getränke bereit, jedoch absolut nichts zu essen.

Ungefähr 75 Minuten vor der Landung begann der zweite Essensservice. Der Snack bestand aus einem Shrimpcocktail mit einem Obstsalat. Die eigenwillige Kombination wurde von einem Brötchen mit Butter begleitet. Beim Getränketrolley fragte ich nach Gin & Tonic. Diese Option gab es jedoch nicht, auch nicht für Geld. So bestellte ich ein paar alkoholfreie Getränke. Die Tabletts wurden nach ca. 20 Minuten wieder abgeräumt.

Die Crew auf diesem Flug war ohne Zweifel gut, aber bei weitem nicht perfekt. Sie war gut, weil Getränke- und Essensservice vollkommen geräuschlos und effizient funktionierten. In der Galley kam kein Stress auf und sie hatte dadurch Zeit, Sonderwünsche der Reisenden zu erfüllen. Sicherlich zählen meine Getränke dazu. Aber auch zwei Reihen vor mir gab es eine solche Situation. Eine Familie mit drei kleinen Kindern saß dort und den Kindern schmeckte (wie zu erwarten) der Shrimpcocktail nicht. Die Crew besorte den Kindern warme Wiener Würstchen und Laugenbrezel von vorne im Flugzeug. Und das geht nur, wenn der Service reibungslos funktioniert.

Allerdings gab es auch Schwächen. Als ich mit dem Rufknopf den Service gerufen habe, wurde die Lampe über meinem Sitz nach 15 Minuten einfach abgeschaltet. Darauf klingelte ich erneut, Mitglieder der Crew liefen an mir vorbei und ignorierten mein Rufsignal. Erst als ich eine Handschranke ausfuhr, konnte ich mein Anliegen vorbringen. Da ist noch Luft nach oben. Kurz vor der Landung stellte die Crew den Service der Toiletten ein. So gab es dann in den letzten Minuten dort kein Papier mehr. Daher gehe ich davon aus, dass die Crew einfach gut war, ohne sich besonders ins Zeug zu legen.

 

Lufthansa Premium Economy | Catering

Bereits vor dem Start wurden Menükarten verteilt. Es gab zwei Gerichte zur Auswahl. Ich entschied mich für das Gulasch.

Die Online Menükarte

Wer schon vor Abflug wissen möchte, was es auf dem Flug zu essen gibt, kann das bei Lufthansa online abfragen.

Entgegen der Darstellung auf der Karte gab es Beck’s Bier. Vielleicht hat Lufthansa hier die Marke gewechselt (Auswahl gab es keine) und vergessen, dass den Erstellern der Menükarte mitzuteilen.

Das Essen war von der Portion etwas wenig, aber geschmacklich vollkommen in Ordnung. Sicherlich war es stark gewürzt, um das Fleisch selbst nicht allzu stark zur Geltung zu bringen, aber es ist halt auch Economy Flugzeugessen (in Keramikschälchen).

Wie bereits geschrieben, Buy on Board gab es auf dieser Strecke nicht. Warum dennoch Buy on Board Kataloge auslagen, wird für immer das Geheimnis von Lufthansa bleiben.

Nach dem ersten Essen gab es einen Wasserflaschen Service. Dort konnte man seine ggf. leere Flasche vom Start gegen eine neue tauschen oder schon prophylaktisch eine zweite bekommen. Lustigerweise handelte es sich dabei um kasachisches Wasser. Was für eine Überraschung.

Lufthansa Premium Economy | Challenges

Für den Flug haben wir uns ein paar Challenges vorgenommen, um den Service zu testen. Ich hatte insgesamt drei Challenges „im Gepäck“. Die erste Challenge war, beim ersten Essensservice nach einem zweiten Brötchen zu fragen. Das klappte ganz hervorragend und ca. zwei Sekunden, nachdem ich meine Bitte vorgetragen hatte, bekam ich das zweite Brötchen.

Die nächste Challenge war, nach einem „Absacker“ nach dem Essen zu fragen. Da mir während des Essens der gebotene Rotwein nicht zum Gulasch schmeckte (der Purser ließ mich den Wein verkosten und wartete auf meine Antwort) und dieser freiwillig gegen einen höherwertigen Medoc getauscht wurde, war mir klar, dass die zweite Challenge ebenfalls erfolgreich sein würde. Und es geschah genau das. Als das Essen abgeräumt war, fragte ich nach einem Glas Portwein und bekam in fünf Minuten später an den Platz gebracht.

Die dritte Challenge war etwas schwieriger. Zwischen den beiden Essensservices fragte ich nach einem kleinen Snack. Was viele Airlines lösen, in dem in den Galleys Snackkörbe stehen, ist bei Lufthansa gänzlich anders: Der Kranich hat in der Premium Economy und Economy Class keine Snacks geladen. Also machte ich mich auf den Weg in die Galley und fragte nach einem kleinen Snack. Die anwesenden Flugbegleiterinnen überlegten kurz, sahen sich an und dann übernahm eine die Initiative. Sie suchte zwei, drei Boxen nach etwas Essbarem ab und fand ein paar Bananen und Müsliriegel. Mit einer Banane und einem Corny machte ich mich auf den Weg zu meinem Platz und war angetan, dass die Crew alle drei Challenges positiv abgeschlossen hat.

Hier noch ein Blick auf die Snacks, die es eigentlich bei den Onboard Delights als Buy on Board geben sollte.

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Lufthansa Boeing 747-8i Premium Economy Class | Frankfurtflyer Kommentar

Der Sitz ist – wie in meiner Review der Premium Economy Class der Lufthansa auf einem Nachtflug vermutet – für einen Tagflug deutlich besser geeignet. Der Sitz ist bequem und erlaubt bequemes Sitzen. Gerade die erhöhte Beinfreiheit im Vergleich zur Economy Class macht sich hier deutlich bemerkbar. Da es weniger Reisende pro Reihe gibt, ist auch der Platz in den Gepäckfächern großzügiger bemessen.

Allerdings wäre es besser, wenn die Premium Economy einen eigenen Kabinenabschnitt bekommen würde. Aktuell liegt sie mitten in der Economy Class und fühlt sich optisch auch so an. „Umzingelt“ von Economy Sitzen ist es für die Crew schwieriger, das „Premiumgefühl“ zu vermitteln.

Das Amenity Kit ist praktisch und hebt die Premium Economy Class merklich von der Economy Class ab.

Die Mahlzeiten waren insgesamt in Ordnung. Die Portionen fand ich jedoch zu klein, geschmacklich war die erste Mahlzeit gut, die zweite war hingegen vollkommen daneben. Die Komposition war wirr und geschmacklich einfach nicht gut.

Ich kann jedoch nicht verstehen, warum Lufthansa keine Snacks an Bord hat. Kleine Tütchen mit Brezeln, Müsliriegel oder etwas Obst wären doch fantastisch. Und die Crew könnte die Sachen direkt neben die Selbstbedienungsgetränke in der Galley legen. Alkoholfreie Getränke darf man sich nämlich in der Economy Galley (die Premium Economy hat keine eigene Galley) holen.

Das Entertainmentsystem könnte durchaus ein Update auf mindestens HD-Monitore vertragen. Und der Mediathek stünden aktuellere Filme nicht schlecht.

Die Premium Economy von Lufthansa ist meiner Meinung nach ein solides Produkt, das für Tagflüge besser als für Nachtflüge geeignet ist. Der Aufpreis gegenüber der Economy Class kann sich auszahlen, wenn einem die Beinfreiheit und das leicht verbesserte Catering wichtig sind. Zudem erhält man erhöhtes Freigepäck und in den meisten Fällen auch mehr Meilen für den Flug. Die Premium Economy ist damit ein geeigneter Einstieg in die Welt der Premiumflüge und wie der Name sagt, eine verbesserte Economy Class. Eine Business Light ist sie definitiv nicht.

 

 


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13 Kommentare

  1. Hallo Alexander,

    dir auch vielen Dank für Deine Mühe, Zeit und Geld.

    Kann ich als Quintessenz entnehmen, dass du den Service gut fandest? Ich meine, man hat sich bemüht und Lösungen im Bereich des Möglichen gefunden. Darüber hinaus gab es sogar Getränke aus der C! Verfügst du über einen Status? Wenn die Fluglinie nichts lädt, können die FAs auch nichts austeilen, wie du richtigerweise bezüglich dem Snack bemerkst. Snacks sollten auf Langstreckenflügen schon dabei sein, zumal du noch Prem. Eco geflogen bist, das sehe ich wie du.

    Ja, mit dem Sitzplatztauschen war das nervig. Hier bin ich bei dir. Ich finde, dass Paare darum bitten können, zusammenzusitzen, aber auch ein Nein akzeptieren müssen. Ansonsten müssen Sie kostenpflichtig reservieren! Es gibt ja auch Leute, die bewusst am Gang (schwache Blase/Fuß austrecken) oder am Fenster (Wenigflieger, der nach SFO Grönland und die Rockies sehen will.) und dafür auch den Platz kostenpflichtig reserviert. Besteht hier eine Verpflichtung sich umzusetzen? Z.B. auf „Anordnung“ der FAs oder ist das bloß Goodwill?

    „Einen allgemeinen Aufruf zu verdunkeln, gab es überraschenderweise nicht. So war es nach dem Essen noch lange hell in der Kabine. Für Menschen, die nicht leicht einschlafen können, aber auf dem Flug gerne schlafen wollten, war das sicherlich nicht optimal.“

    Deine Gründe sind nachvollziehbar, es gibt aber auch Menschen, die Tagflüge zum Lesen, Schreiben, Simsen, aus dem Fenster schauen, zum Unterhalten etc. nutzen möchten und das lieber bei Tageslicht statt bei eingeschaltener Leselampe und flackernden Monitoren tun. Wobei es müßig ist darüber zu diskutieren. Vielleicht kann man sich an die üblichen Gepflogenheiten halten, dass es bei Tag hell und bei Nacht dunkel ist und diesbezüglich seine Erwartungshaltung (in beide Richtungen) entsprechend anpassen.

    • Hallo Marcel,

      ich fange mal vorne an:
      – Ja, ich war mit dem Service zufrieden. Ich sehe es wie Du es ausdrückst, die Crew hat im Rahmen ihrer Möglichkeiten viel herausgeholt.
      – Ich bin auf diesem Flug statuslos unterwegs gewesen, da ich bei Aeroplan Prämienmeilen sammeln wollte.
      – Man „kauft“ bei Lufthansa nur eine Sitzplatzkategorie, keinen konkreten Sitzplatz. Der Sitzplatz in der Premium Eco wurde uns vom „System“ zugeteilt, da wollten wir kein Geld investieren, damit wir die Standarderfahrung machen können. Die erste Dame war unangenehm dreist, die zweite hingegen sehr freundlich und zuvorkommend. Ich gehe davon aus, dass die Crew meinen zugeteilten Sitzplatz gegenüber der ersten Dame durchgesetzt hätte. Aber wofür? Für mich war es ein Review Flug, für das Ehepaar vielleicht eine Traumreise.
      – Der Blick aus dem Fenster ist in der Premium Economy in der 747-8 nicht überragend. Man blickt direkt auf die Flügel. Und je nach Winkel der Sonnenstrahlen kann es auch mal blenden, wenn man rausguckt. Im Endeffekt komme ich auch mit einer hellen Kabine auf Tagflügen zurecht.

  2. Ich persönlich finde es von manchen Mitreisenden durchaus anmaßend sich einfach auf andere (nicht zugewiesene) Sitzplätze zu setzen, ohne dies mit einem abzusprechen. Bestimmt hätten Sie, der Autor, niemals sich der Frau, die neben ihrem Ehemann sitzen wollte, verwehrt, wenn Sie nett gefragt worden wären. Dennoch wählt man i.d.R. seinen Sitzplatz durchaus bewusst aus (und hat mU sogar noch extra dafür bezahlt in der „normalen“ Economy), nur um dann an Board feststellen zu müssen, dass eine andere Person sich dort bereits häuslich einrichtete. Ging mir bei meinen letzten Flügen in den USA auch so. Ich durfte zwar dank meines Statuses ohne Aufpreis auch Notausgangsitze wählen und wäre auch ohne Weiteres bereit gewesen diese bei netter Nachfrage dieser den Mitreisenden zu überlassen. Letztendlich fand und finde ich es persönlich immer wieder ärgerlich, wenn andere Personen ohne einen zu fragen, sich das „Recht“ herausnehmen sich andere als ihnen zugewiesen Plätze zu nehmen. Hatte letztendlich der Person den Platz überlassen, da mir die Diskussion zu müßig war.

    Toller und gut geschriebener Beitrag! Danke dafür.

    • Vielen Dank für Dein Feedback.
      Hätte ich für den Platz bezahlt, hätte ich die Crew sicherlich wegen einer Kompensation angesprochen. Soweit ich weiß, hätten die LH-Mitarbeiter da Möglichkeiten.

  3. Ich reserviere immer die Sitzplätze bei der Buchung ggf. gegen Aufpreis. Dann gibt es keine Diskussion über den Sitzplatz.

  4. Was wäre, wenn wir in deinem Fall du dem Ehepaar deinen Platz überlässt, du aber für diesen bezahlt hast? Könnten diese Kosten geltend gemacht werden?
    Ich sehe es wie andere hier auch, nettes Fragen wäre besser als sich einfach auf den Sitz zu setzen. Es ist doch jedem Gast freigestellt im Vorfeld sich kostenpflichtig einen Platz zu reservieren. Änderungen in letzter Minute sind immer möglich.

    Ich finde die ganze 4-4-4 Reportage sehr interessant. Tolle Arbeit von Euch.

    • Theoretisch kann man sich das Entgelt für eine Reservierung wieder holen, wir wissen aber was gerade beim Customer Service los ist.

      Ich erhielt mal den Hinweis dass man bei der Reservierung nicht den Anspruch auf einen bestimmten Platz, sondern eine Kategorie erwirbt. Also Gang, Fenster oder Notausgang.

      Danke für das Feedback 🙂

    • Wenn man für einen bestimmten Sitzplatz bezahlt hat, ist ein Umsetzen ungünstig. Dann wäre meiner Meinung nach die Crew gefragt, den freiwilligen Verzicht zu „belohnen“. Hinterher kann man immer noch eine Mail an LH schreiben und gucken, ob es eine Erstattung oder eine Kulanzlösung gibt. Die Reservierungsbedingungen sind ausreichend unbestimmt, um LH da nicht zu sehr in die Pflicht zu nehmen.

  5. Die Mini-Economy vor der Premium hat folgenden Grund: der dortige Bereich ( bis zum Türpaar Nr.3) kann je nach Bedarf auch für Business Class Sitze genutzt werden. Die technische Vorrüstung ist vorhanden. Diese ehemalige Riesenkonfiguration der Business nutzt LH schon seit circa zehn Jahren nicht mehr, aber man hält sich so die Option offen schnell Economysitze durch Businesssitze zu ersetzen, ohne auch noch etwas an der Premium Economy ändern zu müssen.

    • Hallo Rolf, vollkommen richtig. Allerdings bestand für LH keine Verpflichtung, den vorderen Bereich mit Economy Sitzen zu füllen. Ggf. wäre auch eine deutlich vergrößerte Premium Economy Kabine denkbar gewesen.
      Aber Begründung hin oder her, die Positionierung der Premium Economy Kabine mitten in der Economy Kabine ist nicht optimal.

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