Review: Singapore Airlines Business Class Boeing 787-10 Perth nach Singapur

Nach einem Urlaub in Australien hatte ich Glück und durfte die Rückreise mit Singapore Airlines antreten. Die mehrfach ausgezeichnete Airline, die schon öfters neue Standards gesetzt hat, ist etwas besonderes. Wann immer neue Produkte oder Flugzeuge bei der Gesellschaft eingeführt werden, sind Luftfahrtfans hellhörig.

Der neueste Dreamliner, die B787-10 ist schon eine Weile für Singapore Airlines im Dienst. Ich kannte das Flugzeug noch gar nicht und bin das erste Teilstück meiner Reise von Australien nach Deutschland mit dem modernen Jet geflogen.

Singapore Airlines Business Class Boeing 787-10 | Buchung

Gebucht habe ich das Ticket mit Miles&More Prämienmeilen. Die Verfügbarkeit für Einlösungen bei Singapore Airlines könnten besser sein, wenn man flexibel ist und etwas mit dem Datum oder dem Abflugs- oder Zielort spielt, steigen die Chancen. Ein einfacher Flug bei dem Lufthansa Meilenprogramm kostet in der Business Class von/nach Australien 97.000 Meilen.

Aus Europa können die Steuern & Gebühren, die man zusätzlich zu den Meilen entrichten muss, ziemlich hoch sein. Nicht selten werden hier Preise von 300-400€ für einen oneway-Flug abgerufen, im Verhältnis zu einem regulär gekauften Ticket aber immer noch ein guter Deal. Von Australien hingegen sind die Nebenkosten erstaunlich niedrig, insbesondere wenn die gesamte Reise mit einer Airline wie Singapore Airlines stattfindet. Ein Teilstück mit einer anderen Gesellschaft wie zum Beispiel Lufthansa oder Swiss treibt den Preis in die Höhe. Selbst wenn es sich nur um einen Zubringerflug handelt:

Weitere Tipps zur Buchung von Prämienflügen mit geringen Steuern & Gebühren hat Christoph in einem gesonderten Beitrag für Euch zusammengestellt.

Singapore Airlines Business Class Boeing 787-10 | Check-In & Boarding

Am relativ überschaubaren Flughafen Perth ist es nicht schwierig sich zurecht zu finden. Auch wenn der Airport als Drehkreuz im australischen Westen fungiert und hier auch einige Langstrecken abgefertigt werden, sind die Wege verhältnismäßig kurz. Der Check-In war etwa drei Stunden vor Abflug offen und effizient. Ich hatte mit meinem Freund Plätze in der Mitte der ersten Reihe reserviert, um zusammen sitzen zu können. Bei der 787-10 ist für gemeinsam Reisende die Mitte die einzige Option, da es sich um eine 1-2-1 Anordnung handelt.

 

Foto: Seatguru

Freundlich wurden wir gefragt, ob wir von der ersten Reihe in die letzte umziehen würden, da eine Familie mit Kleinkindern in Business Class gebucht war und die einzige Möglichkeit ein Babybett zu befestigen in der ersten Reihe war. Wir stimmten zu, denn die letzte Reihe verfügt über die gleiche Anordnung der Sitze wie vorne. Die Mittelplätze sind versetzt und liegen teilweise ein Stück ausseinander. So wechselten wir von Reihe 11 in Reihe 20. Reihe 11 ist die erste Reihe im Flugzeug, eine First Class ist in dieser Maschine nicht verbaut.

Singapore Airlines unterscheidet ihre Flotte grob nach Langstrecken und „regionalen“ Flügen. Diese können innerhalb Asiens und nach Australien je nach Destination auch mal sechs Stunden und mehr dauern. Die Qualitätsairline hat sich sogar dazu entschieden, in Zukunft alle Flugzeuge ausschließlich mit Lie-Flat Sitzen auszustatten, wovon Flugzeugmuster ohne flache Betten und die Tochter Silkair am meisten profitieren werden!

 

 

Wir hatten nach dem Check-In noch genügend Zeit um die Lounge von Singapore Airlines in Perth zu besuchen. Überpünktlich wurde zum Boarding aufgerufen, um dann am Gate festzustellen, dass die Maschine verspätet angekommen ist und der Vorgang noch eine Weile dauert. Nach einer halben Stunde Wartezeit am Gate ging es dann mit dem Einsteigen für hilfsbedürftige Passagiere und Gästen der Economy Class los, wir haben uns noch weiter gedulden müssen. Hier hätte ich mir eine bessere Absprache zwischen Gate und dem Personal in der Lounge gewünscht.

Singapore Airlines Business Class Boeing 787-10 | Kabine & Sitz

Freundlich wurden wir an Bord in Empfang genommen, der erste Eindruck der Kabine war modern und sauber. Ähnlich wie bei Lufthansa, wurde in der Vorweihnachtszeit entsprechend dekoriert.

Bei der Anordnung, die man z.B. auch von Thai Airways kennt, hat jeder Sitzplatz direkten Zugang zum Gang und die meisten Sitze sind Einzelsitze. Die Doppelsitze in der Mitte liegen in jeder zweiten Reihe sehr nahe beieinander. Für Paare ganz angenehm, wenn man seinen Sitznachbarn allerdings nicht kennt, kann es eng werden.

Man kann die Sitze mit einem Dividier voneinander trennen, dieser ist allerdings nicht besonders hoch. Für Alleinreisende ist ein Platz am Fenster die beste Wahl. Diese Sitze sind ebenfalls versetzt angeordnet, wodurch nur jeder zweite Sitzplatz direkt am Fenster liegt und viel Privatsphäre bietet, da man von der große Ablage zum Gang hin abgeschirmt wird. Die Plätze am Fenster, welche näher am Gang liegen, verfügen zwar auch über diese Ablage, allerdings ist diese direkt under dem Fenster.

Zahlreiche Ablageflächen, Staumöglichkeiten und Fächer befinden sich im Sitzbereich, Design und Anordnung wirken durchdacht. Steckdose, USB-Anschluss und der obligatorische Schminkspiegel dürfen bei Singapore Airlines nicht fehlen. Der Kopfhörer lag verpackt am Sitz, Slipper und eine Schlafbrille waren ebenfalls schon bereit gelegt.

Amenity Kits gibt es auf keinem Flug in der Business Class des asiatischen Carriers. Dinge wie Zahnbürste, Schuhlöffel, Rasierer oder Kamm findet man in den Waschräumen oder auf Nachfrage beim Kabinenpersonal.

Die Tasten für die Sitzverstellung sind fest in der Seite der Sitzschale installiert, dort kann man auch Teile der Beleuchtung steuern oder das „Do not Disturb“- Schild einschalten. Darunter findet sich die Fernbedienung für das Entertainment, die drei Leseleuchten sind am selbigen Panel bedienbar.

Singapore Airlines Business Class Boeing 787-10 | Service

Bordservice wird groß geschrieben und dementsprechend umgesetzt. Am Boden wurden Saft, Wasser und Champagner zur Begrüssung serviert, dann folgten heiße Tücher. Die Speisekarte war im Sitzbereich ausgesteckt. Nach dem Start haben viele Gäste die Schlafposition eingenommen, die Flugbegleiter haben bei den anderen Gästen die Essenswünsche abgefragt. Zügig wurden Nüsse und ein Aperitif serviert.

Ich habe die Möglichkeit von „Book the Cook“ genutzt und eines der zahlreichen Gerichte vorbestellt. Eines der Varianten war der „Dukkha Encrusted Pan Seared Tasmanian Salmon“. Die Stewardess bestätigte mir vor dem Servieren den Wunsch und nahm Getränkebestellungen auf. Leider war der Chardonnay der auf der Karte beschrieben war nicht beladen, es gab aber zwei Alternativen. Der Champagner kommt aus dem Haus Charles Heidsieck.

Der Lachs sah appetitlich aus und war schmackhaft. Der Service verlief zügig, was hauptsächlich daran lag, dass nicht viele Gäste das Angebot genutzt haben. Die Kabine wurde rasch abgedunkelt und es waren kaum noch drei Stunden bis Singapur. Zur Landung bestellte ich zu dem Saft, mit dem ich geweckt wurde, noch eine Tasse Tee. In der Speisekarte waren weit über zehn verschiedene Sorten aufgelistet.

Singapore Airlines Business Class Boeing 787-10 | Entertainment

Das IFE habe ich aufgrund der späten Abflugszeit und der Kürze des Fluges kaum genutzt. Das Angebot gehört zu dem besten auf dem Markt, die Kopfhörer fand ich hochwertig und die Reaktionszeit schnell. Internet war für alle Gäste der Business Class kostenfrei, man loggt sich einfach mit Nachnamen und Sitzplatznummer ein.

Singapore Airlines Business Class Boeing 787-10 | Frankfurtflyer Kommentar

Wenn man bedenkt, dass der neue Dreamliner bei SIA nur für Strecken innerhalb Asiens und nach Australien gedacht ist, merkt man einmal mehr wie hoch der Qualitätsanspruch der Airline ist. Auf dem Sitz lässt sich ohne Probleme auch ein Flug nach Europa aushalten. Der Service war für die Reisezeit von etwas unter fünf Stunden Dauer mehr als angemessen. Das Flugzeug ist leise und modern, die Crew gestaltete den Service effizient.

Lediglich beim Einsteigevorgang hätte ich mir eine bessere Absprache des Loungepersonals mit dem Gate gewünscht. Nach dem Flug habe ich an einer Online-Umfrage teilgenommen und diesen Wunsch übermittelt, worauf sich eine Mitarbeiterin der Airline mit mir in Verbindung gesetzt hat. Ich habe ihr mein Erlebnis kurz erläutert und die Dame hat mir als kleine Wiedergutmachung einen Shopping-Gutschein für den KrisFlyer Shop zukommen lassen. Die Geste unterstreicht in meinen Augen einmal mehr die Wertschätzung gegenüber den Kunden.

Auf diesem Trip bin ich mit Etihad nach Australien geflogen und habe im Vorfeld die Etihad Lounge in Paris besucht. In Australien war ich von dem Erlebnis der Business Class auf Kurzstrecke von Qantas begeistert. Dort konnte ich unter anderem deren Lounge in Melbourne besuchen und mit einem A330 nach Perth fliegen. In Perth habe ich die Lounges von Air New Zealand und von Singapore Airlines besucht. Mit deren B787-10 bin ich zunächst nach Singapur und mit einer B777 weiter nach Frankfurt geflogen, wo ich noch einen Stopp im Hilton Frankfurt Airport eingelegt habe.

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