Review: Swiss Airbus 220 (CSeries) Business Class | Kiew nach Zürich

Es gibt dauerhaft interessante und günstige Angebote mit der Lufthansa oder Swiss First Class mit Start von einem Flughafen außerhalb Deutschlands zu buchen. Roundtrips mit Abflug in Kiew sind ein solches Beispiel und regelmässig verfügbar. Als es sich beim Stöbern herausgestellt hat, dass sich ein Routing mit beiden Airlines inklusive einem Teilstück mit Singapore Airlines buchen lässt, konnte ich nicht widerstehen.

Gebucht: First Class mit Lufthansa, Swiss & Suite Class von Singapore

Nun war es soweit und gemeinsam mit einem Freund ging es zunächst in einer separaten Buchung mit Lufthansa nach Kiew. Er ist selbst Senator und hat für den Flug einen vor dem Verfall stehenden Voucher zum Upgrade genutzt. Der Flug war unspektakulär, die kalte Platte war für die Flugzeit von zwei Stunden etwas mager.

Review: Swiss Airbus 220 (CSeries) Business Class | Flugdaten

Flugnr.: LX2291
Sitz: 1D, Gang
Kabine: Business Class
Buchungsart: Angebot ab Kiew
Abflug (Offiziell): 14:36 (14:05)
Ankunft (Offiziell): 15:55 (15:43)
Reisezeit: 2 Std. 08 Min.
Typ: Airbus 220-300 (CS3)
Registrierung: HB-JCG
Alter: 2,2 Jahre

Swiss Airbus 220 (CSeries) Business Class | Check-In & Boarding

Leider gibt es direkt am Flughafen in Kiew kein Airport-Hotel und für eine Stadtbesichtigung im Vorfeld ließ uns die Arbeit keine Zeit. Kleinere Pensionen und Unterkünfte im Radius von wenigen Kilometern gibt es aber genügend. In einem netten aber rudimentären Hotel in der Nähe des Flughafens kamen wir für eine Nacht unter und freuten uns nach dieser Erfahrung noch mehr auf den Luxus der uns erwarten sollte.

Um die Abflughalle in Kiew betreten zu können muss man bereits eine erste Sicherheitskontrolle durchlaufen. Der Flughafen wirkt modern und er war trotz vieler Abflüge nicht überlaufen. Am Business Class Check-In der Lufthansa Gruppe kamen wir sofort an die Reihe. Wir wurden gefragt ob das Gepäck bis Singapur durchgecheckt werden soll oder ob wir es in Hongkong ausgeliefert haben möchten. Da wir die Reise mit einem kurzen Layover in Hongkong gebucht haben entschieden wir uns für die letzte Variante. Die Mitarbeiterin druckte alle Bordkarten und stellte gleichzeitig eine Einladung für die Lounge aus.

Es gab bei der Sicherheitskontrolle zwar keine gesonderte Schlangen für First & Business Class Passagiere, aber die Kontrolle war – genau wie die Ausreise auch – sehr schnell erledigt. Es blieb also noch ausreichend Zeit für einen Besuch der Business Lounge Kiew, von dem wir uns ehrlich gesagt wenig erwartet haben. Die Einrichtung hat uns aber gut gefallen, es war wenig los und man konnte bei einem guten Kaffee vom Barista das Treiben auf dem Vorfeld beobachten.

Es war für uns der erste Flug mit einer CSeries, die nun auch bei Swiss den Namen des des neuen Besitzers Airbus eingenommen hat. Das Flugzeug kam etwas verspätet aus Zürich, eine grosse Mitarbeiterschar hat sich um einen schnellen Turnaround an der Maschine gekümmert. Am Gate wurden Passagiere mehrfach per Ansage auf das neue Boardingkonzept aufmerksam gemacht, dann ging es auch schon mit dem Einsteigen los. Gäste die sich in der falschen Gruppe befanden wurden rigoros vom Gatepersonal zurückgeschickt.

Swiss Airbus 220 (CSeries) Business Class | Kabine & Sitz

Herzlich wurden wir von der Crew an Bord begrüsst. Die Anordnung der Sitze ist 2-3 und bietet in der Business Class einen freien Nachbarsitz. Das Flugzeug ist kein großer Airbus und man muss hier und da aufpassen dass man nicht an die Decke stößt. Der Platz für Handgepäck ist in der ersten Reihe limitiert, die Deckenfächer sind aber riesig. Durch die geblockten Sitze gibt es in den anderen Reihen zusätzlichen Stauraum. Die Sitze wirken sehr edel und hochwertig, das Design ist insgesamt ansprechend.

Unsere Plätze waren 1D & 1F, die Beinfreiheit dort ist etwas begrenzt. Die Tische der vorderen Reihe sind in den Armlehnen und befinden sich im ausgeklappten Zustand ziemlich nah am Gast. Ab der zweiten Reihe sind diese an einer Stange angebracht, jedoch etwas klein geraten. Gut, dass man den Tisch des freien Nachbarplatzes beispielsweise für Getränke nutzen kann, denn die Tische sind eine wackelige Angelegenheit.

Die Rückenlehnen lassen sich ausreichend verstellen und haben eine Kopfstütze. Es gab auch bequeme Kissen und warme Decken. Der Waschraum ist in Verhältnis zum Flugzeug sehr groß! Indirekte Beleuchtung sorgt für ein angenehmes Ambiente.

Swiss Airbus 220 (CSeries) Business Class | Service & Unterhaltung

Noch am Boden wurden eine Flasche Wasser samt Erfrischungstuch verteilt, danach wurde das Flugzeug aus der Parkposition geschoben. Das Sicherheitsvideo lief parallel dazu auf einem kleinen Display an der Decke. Dort waren im Flugverlauf auch Informationen zu der Reise und die Position auf der Landkarte zu sehen.

Etwa 20 Gäste waren heute in der Business Class gebucht, in der Kabine waren vier Flugbegleiter tätig. Bei der Kapazität des Flugzeuges wären vom Sicherheitsaspekt drei ausreichend gewesen. Womöglich reagiert Swiss auf die hohe Anzahl der Passagiere in ihrer Premium-Klasse auf der Kurzstrecke.

Nach dem Start bereiteten zwei Flugbegleiter den Service vor und servierten zunächst einen Aperitif und Rosmarincracker. Die beiden waren ausschliesslich in der Business Class tätig und immer ansprechbar. Swiss serviert auch auf kurzen Flügen Champagner, heute aus dem Haus Duval Leroy. Die Gläser wurden vor dem Essenservice nochmals aufgefüllt. Es gab zwar keine heissen Tücher oder Speisekarten, bei der Flugzeit von gut 2 Stunden ist das aber akzeptabel. Der Purser hat uns namentlich angesprochen und uns die Auswahl der warmen Hauptgänge erklärt.

Das Tablett kam mit einer kleinen Vorspeise, Käse und einer äußerst leckeren Haselnusscremeschnitte. Als Hauptgang habe ich mich für vegetarisch gefüllte Weinblätter entschieden, diese waren mit Mandelsplitter und Käse überbacken. Alternativ gab es ein Rindsfilet, mein Reisepartner war begeistert! Dazu wurden warme Brötchen gereicht. Zum Hauptgang wurden nochmal Getränke angeboten.

Ohne lange warten zu müssen wurden die Tabletts aller Gäste die gegessen hatten abgeräumt und Kaffee serviert. Es gab zwar keine Spezialitäten wie Espresso oder Cappuccino, auf dem Flugzeug hätte ich das aber auch nicht erwartet. Vor der Landung in Zürich wurden sogar ein weiteres Mal Getränke angeboten!

 

Zeitschriften und Zeitungen kann man sich online vor dem Flug herunterladen, an Bord gibt es kein Lesematerial. Die Landung erfolgte pünktlich und das Flugzeug parkte auf dem Vorfeld. Wie immer schickt Swiss in dem Fall einen eigenen Bus exklusiv für Gäste der Business Class.

Swiss Airbus 220 (CSeries) Business Class | Frankfurtflyer Kommentar

Ein gelungener Auftakt eines First Class Trips war der Zubringer mit dem A220 der Swiss. Ein modernes und leises Flugzeug mit elegantem Interieur. Die aufmerksame Crew gestaltete den Service herzlich und effizient. Im direkten Vergleich zur Lufthansa stellte sich die Frage wieso Swiss keine 5-Sterne Airline ist?

Lediglich die wackeligen Tische und der knapp bemessene Platz in der ersten Reihe sind zu bemängeln, ich empfehle daher Plätze dahinter zu reservieren. Den aus Frankfurt und München bekannte Limousinenservice für HON Circle Mitglieder und First Class Gäste wird in Zürich nur bei knappen Anschlüssen angeboten.

 

 

Alle weiteren Teile des Tripreports findet Ihr hier:

Das könnte Euch auch interessieren

6 Kommentare

  1. Ein altes aber sauberes Hotel ist 800 Meter vom Flughafen entfernt. Ich habe dort im Februar genächtigt (war auch ein Kiew-Angebot). Knapp unter 30€ die Nacht. Wenn man aus dem Gebäude kommt einfach nach links. Boryspil Airport Hotel. Uneingeschränkt zu empfehlen. Habe besser genächtigt als im Hilton Murumbi São Paulo. ?

  2. Guten Morgen
    Braucht man für die Ukraine ein Visum?
    Und kann man wie zu Beispiel in Madrid , Frankfurt , Zürich und Mailand direkt wieder an Board gehen ,ohne durch die Sicherheitskontrolle zu gehen .
    Vielen Dank

    • Hallo Claus,

      ein Visum ist nicht notwendig.
      Der Flughafen lässt es baulich zu wieder an Bord der Maschine zu gelangen mit der man gekommen ist. Es gibt einen Transit-Eingang mit Sicherheitskontrolle noch vor der Einreise.

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*