Review: Neue Turkish Airlines Business Class Boeing 787-9 Istanbul nach Bali

Die neue Turkish Airlines Business Class wurde mit viel Vorfreude erwartet und Turkish Airlines hat für dieses neue Produkt auch kräftig die Werbetrommel gerührt und stellenweise schon vor der Einführung einen regelrechten Hype erzeugt. Auch ich hatte sehr große Hoffnungen in das neue Business Class Produkt, welches Turkish Airlines mit der Boeing 787-9 eingeführt hat.

Die Eckdaten der neuen Turkish Airlines Business Class haben sich auch erst einmal extrem gut angehört: Direkter Gangzugang von jedem Sitz und maximale Privatsphäre. Dazu noch der überdurchschnittliche Service von Turkish Airlines mit Essen von Do&Co und einem Koch an Bord, sollten dem Produkt eigentlich das Potenzial geben, ganz vorne im weltweiten Vergleich mitspielen zu können.

Mit hohen Erwartungen bin ich daher auch an diesen Flug heran gegangen, auch wenn ich im Vorhinein schon ein wenig enttäuscht davon war, dass Turkish Airlines exakt den regionalen Business Class Sitz von Singapore Airlines, als neue Langstrecken Business Class vorgestellt hat.

Nachdem mein letzter Turkish Airlines Flug auf der Langstrecke bereits einige Zeit zurück lag, freute ich mich sehr auf meinen Flug in der neuen Turkish Airlines Business Class von Istanbul nach Bali und natürlich ganz besonders auch auf die nagelneue Boeing 787-9, denn mein Flug war erst der zweite Langstreckenflug dieses Flugzeugs.

Neue Turkish Airlines Business Class Boeing 787-9 | Buchung

Kurz nachdem Turkish Airlines die ersten Langstreckenflüge mit der Boeing 787-9 bekannt gegeben hat, habe ich auf dem zweiten Langstreckenflug nach Bali ein Prämienticket gebucht. Ich habe für den Flug von Dubai über Istanbul nach Bali lediglich 33 Euro und 60.000 United MileagePlus Meilen bezahlt. In meinen Augen war dies ein sehr guter Deal.

Die neue Turkish Airlines Business Class lässt sich erstaunlich einfach mit einer Reihe von Vielfliegerprogrammen buchen. Hierfür haben wir einen eigenen Guide erstellt.

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Neue Turkish Airlines Business Class | Boarding

Der Flug von Istanbul nach Bali startet um 1:30 Uhr am Morgen, also mitten in der Nacht. Entsprechend habe ich mich kurz nach Mitternacht aus der Turkish Airlines Lounge auf den Weg zum Gate gemacht, denn als Boardingzeit wurde sehr großzügig 0:30 Uhr angegeben.

Als ich kurz nach dieser Zeit am Gate angekommen war, war hier zwar schon eine große Traube von Menschen, allerdings hatte das Boarding noch nicht begonnen und der Gate Agent war auch noch nicht eingetroffen. Um 0.45 Uhr ist der erste Gate Mitarbeiter eingetroffen und als ich nachfragte, wann er denn das Einsteigen erwarten würde, antwortete er nur mit „very soon“.

Nun „very soon“ ist natürlich eine dehnbahre Aussage, jedoch hat man dann um 1:05 Uhr auch wirklich mit dem Einsteigen begonnen. Hierbei durften zuerst die Business Class Passagiere und Star Alliance Gold Passagiere an Bord gehen und anschließend auch die Economy Class Passagiere.

Auf ein Pre- Boarding, z.B. für Rollstuhlfahrer und Familien mit Kindern hat man verzichtet, wobei dies auch nicht viel gebracht hätte, denn an der Flugzeugtür war der Weg versperrt und wir konnten nicht einsteigen. Die Crew war noch mitten in den Vorbereitungen und schaute auch entsprechend überrascht, als die Passagiere an der Tür standen. Die haben uns dann auch gekonnt ignoriert.

Als ich dann sah, dass auch das Catering noch an Bord war, war mir auch klar, dass wir noch eine Weile im Finger warten müssten. Warum man damit begonnen hat die Passagiere einsteigen zu lassen, auch wenn das Flugzeug noch nicht bereit war, hat sich mir einfach nicht erschlossen und in diesem Ausmaß habe ich es auch noch nicht erlebt!

Man hat die Passagiere dann tatsächlich noch 35 Minuten in der Jetbridge stehen lassen, bis man mit der Vorbereitung in der Kabine fertig war und um 1:40 Uhr, also schon zehn Minuten nach der Abflugszeit, habe ich die Kabine betreten.

Um ehrlich zu sein hätte ich es sehr zu schätzen gewusst, wenn man diese Verspätung einfach kommuniziert hätte und ich eine Stunde in der wirklich schönen Turkish Airlines Lounge hätte warten können. Dass man aber die Passagiere 35 Minuten im Finger stehen lässt, habe ich bei über 1.000 Flügen noch nie erlebt.

Neue Turkish Airlines Business Class Boeing 787-9 | Kabine & Sitz

Irgendwann war man dann auch fertig mit dem Flugzeug und zwei Flugbegleiter, welche offensichtlich auch nicht glücklich mit der Situation waren, haben die Absperrung zur Seite genommen und die Passagiere begrüßt.

Der erste Eindruck von der neuen Turkish Airlines Business Class Kabine war dann auch durchaus positiv, denn die Kabine machte einen äußerst modernen Eindruck und auch das Design gefiel mir sehr gut.

Insgesamt gibt es 30 Business Class Sitze in der Turkish Airlines Boeing 787-9, wobei diese in einer versetzten 1-2-1 Anordnung verbaut sind.

Durch den Versatz der Sitze hat man an den Fensterplätzen immer abwechselnd einen richtigen Fensterplatz direkt am Fenster, welcher sehr privat ist und einen Sitz direkt am Gang, welcher dann etwas weniger Privatsphäre bietet.

Bei den Mittelsitzen ist dies sehr ähnlich, hier gibt es am Gang liegende Einzelsitze und in Mitte sehr private abgeschirmte „Honeymoon Sitze“. Gerade letztere eignen sich eigentlich fast nur für Paare, denn wenn man nicht gerne Körperkontakt zu seinem Nebenmann aufnehmen möchte, dann sollte man gerade diese Sitze meiden.

Gerade bei den Honeymoon Sitzen ist mir allerdings sehr deutlich ein gravierender Designfehler bei den Sitzen aufgefallen. So hat man hier eine feste Sichtblende zwischen sich und dies, obwohl man quasi press aufeinander sitzt.

Auch am Fensterplatz ist der gleiche Fehler verbaut, denn man hat eine Sichtblende hin zum Fenster, was den Sinn von beidem irgendwie in Frage stellt.

Sehr positiv fand ich wie aufgeräumt der Sitz wirkte, denn man hatte neben sich eigentlich nur die große Ablage. Ein kleines Staufach, welches man mit einer Schiebetür verschließen konnte, gab es auch. In diesem Staufach befand sich auch der Stromanschluss, ein USB Anschluss und die Kopfhörer.

In die Sichtblende war auch die Leselampe eingelassen, welche ich schon von Singapore Airlines kannte und die mich mit ihren drei LED Leuchten irgendwie begeisterte. Hiermit konnte man tatsächlich sehr individuell seinen Sitz so ausleuchten, wie man es gerne haben wollte.

Wie es sich für eine moderne Business Class gehört, konnte man auch den neuen Turkish Airlines Business Class Sitz in ein Bett verstellen. Hierbei ließen sich auch die beiden Armlehnen versenken um ein wenig mehr Platz im Schulterbereich zu bekommen, was auch gut funktionierte.

Zusätzlich hat Turkish Airlines in der Business Class durchaus gutes Bettzeug und mit der dünnen Matrazenauflage, der kuschligen Decke und dem großen Kissen, hat die Airline auch nicht viel falsch gemacht.

Leider habe ich auf dem neuen Turkish Airlines Business Class Sitz nicht wirklich gut geschlafen, was insbesondere daran lag, dass er in der Bettposition extrem wenig Platz bot. Zum einen war der Sitz recht kurz, sodass ich mit meinen 184 Zentimetern oben und unten im Liegen angestoßen bin, zum anderen war das Fußfach extrem schmal und wohl das kleinste, welches ich je auf einem 13 Stunden Flug hatte.

Gerade das extrem enge Fußfach war der Bereich, in welchem die entscheidenden Zentimeter gefehlt haben, denn ich bin regelmäßig aufgewacht, da ich hier mit den Füßen und Knien angestoßen bin.

Wie so oft, gibt es allerdings auch in der Turkish Airlines Business Class Sitze, die etwas mehr Platz bieten und gerade bei dem sehr engen Fußraum sind die Sitze in Reihe 1 vorteilhaft, welche mehr Platz bieten. Allerdings sitzt man hier auch fast in der Bordküche, sodass dies nicht besonders ruhige Plätze sind.

Für die 30 Business Class Passagiere gab es genau zwei Toiletten in der Boeing 787-9, was sich als zu wenig erwiesen hat, zumal die hintere Toilette auch noch von den Passagieren der Economy Class mit genutzt wurden. Ob dies so vor gesehen war kann ich nicht sagen, allerdings hat die Crew die Passagiere der Economy Class auch nicht davon abgehalten.

Die Toiletten selbst waren sehr schön gestaltet und mit einigen Amenities ausgestattet. Interessant fand ich auch das eingebaute Bidet, das ich so nur von japanischen Airlines kenne.

 

Neue Turkish Airlines Business Class Boeing 787-9 | Entertainment und Amenity Kit

Auf jedem Sitzplatz haben die Flugbegleiter schon vor dem Boarding Amenity Kits bereitgelegt. Die Kits stammten von Versace und enthielten neben Socken, einer guten Augenklappe und einer Zahnbürste auch einige Cremes und Lotions von Versace, sowie eine Parfümprobe. Ein wenig überrascht war ich übrigens, dass es keine Ohrstöpsel im Amenity Kit gab.

Schon vor dem Start haben die Flugbegleiter Kopfhörer verteilt. Hierbei bot Turkish Airlines recht gute Noise Cancelling Kopfhörer an, welche sich auch sehr gut tragen ließen.

Im IFE von Turkish Airlines fand man eine Reihe von Filmen, Serien, Spielen und Musik. Dabei war die Auswahl zwar nicht so groß, wie z.B. bei Emirates, jedoch würde ich das Angebot durchaus als überdurchschnittlich bezeichnen.

Extrem viel Freude haben mir auch die hochauflösenden Außenkamaras bereitet, mit denen man den Flug nach vorne oder nach unten verfolgen konnte.

Leider hat mein Bildschirm die erste Hälfte des Fluges nicht wirklich funktioniert. Ich habe mein System insgesamt sechs mal neu starten lassen, da es sich immer aufgehängt hat, sobald ich einen Film gestartet habe. Irgendwann habe ich es dann aufgegeben.

Grundsätzlich verfügte die Turkish Airlines Boeing 787-9 auch über WIFI, welches für Business Class Passagiere sogar kostenlos wäre. Allerdings konnte ich nicht über die Anmeldeseite hinaus kommen, was ein wenig frustrierend war. Wie ich später gelernt habe, funktionierte das WIFI auf den Boeing 787-9 zu diesen Zeitpunkt generell noch nicht. Ein kurzer Hiwis wäre hier sicher hilfreich gewesen.

Neue Turkish Airlines Business Class Boeing 787-9 | Service

Nachdem wir nach recht langer Wartezeit im Finger endlich in die Kabine durften, habe ich mich auf meinem Sitz eingerichtet. Die Crew war zu diesem Zeitpunkt noch schwer in den Bordküchen aktiv und hat allerhand Dinge umgestaut und aufgeregt gesucht.

Irgendwann hat der Koch damit begonnen, die Willkommensgetränke zu verteilen. Hierbei gab es wieder die üblichen Turkish Airlines Limonaden, sowie Wasser und Orangensaft. Eine sehr schöne Idee fand ich den Ananas Cocktail, welchen man extra für diesen Flug nach Bali geladen hatte. Dieser wurde kurz nach den Willkommensgetränken allen Passagieren angeboten.

Auch am Boden wurde noch die Speisekarte mit dem Hinweis verteilt, dass der Koch gleich vorbeikommen würde um Bestellungen aufzunehmen. Leider hat dieser es vor dem Start nur geschafft zu vier Passagieren zu kommen, sodass er dies auf nach dem Start verlegen musste.

Die Speisekarte von Turkish Airlines laß sich sehr beeindruckend und hatte extrem viele Optionen.

Sehr interessant fand ich, dass Turkish Airlines „Dine on Demand“ auf späten Flügen anbot, was ich persönlich für eine fantastische Idee hielt. Als  der Koch allerdings bei mir war und die Essensbestellungen aufgenommen habe, hat er doch sehr deutlich gemacht, dass man ihm sehr helfen würde, wenn man direkt nach dem Start essen würde. Daher habe ich dem zugestimmt, immerhin wollte ich auf diesem Flug auch den vollen Turkish Airlines Service sehen.

Ich habe meine Bestellung entsprechend aufgegeben und bin davon ausgegangen, dass man nun sehr schnell das Essen servieren wird, immerhin sind wir erst um 2:30 Uhr, also mit einer Stunde Verspätung, in Istanbul gestartet. Allerdings geschah lange Zeit nichts, außer sehr viel Gewusel in den Bordküchen. Über 90 Minuten nach dem Start hat man mir dann ein heißes Tuch gebracht.

Über zwei Stunden nach dem Start, also um 4:30 Uhr Ortszeit in Istanbul, war die Kabine zum einen immer noch taghell und zum anderen hatte man endlich mit dem Service begonnen. Zu diesem Zeitpunkt waren übrigens bereits einige Passagiere eingeschlafen, aber nachdem man alle davon überzeugt hatte, direkt nach dem Start zu essen, wurden diese wieder geweckt.

Zu meiner Cola wurden mir noch Nüsse und kleine Canapees serviert. Alles für sich war dies auch völlig in Ordnung, allerdings hätte ich mich sehr gefreut, wenn man es geschafft hätte, erst die Getränke mit Nüssen und dann die Canapees zu servieren.

Nach den Canapees wurden die Tische eingedeckt. Hier glänzte Turkish Airlines wieder, zumindest gefiel mir das Setup extrem gut und die kleine (elektro) Kerze war eine sehr nette Idee.

Als Vorspeise habe ich mich dann für die türkische Mezze entschieden, die auch gut war. Irgendwie hat es die Crew allerdings versäumt, mit dem Brotkorb durch die Kabine zu kommen und mir wurde erst nach dem Hauptgang Brot angeboten.

Auf meinen Hauptgang musste ich dann auch fast 30 Minuten warten, nachdem man meine Vorspeise abgeräumt hatte. Grundsätzlich hätte ich hiermit noch nicht einmal ein Problem, allerdings habe ich mit mehrfach gefragt, wofür ein Koch an Bord ist, wenn mir mein Essen dann doch kalt serviert wird.

Als Dessert habe ich auf Empfehlung des Kochs den Schokoladen Créme Kuchen bestellt, welcher dann auch absolut in Ordnung war.

Als man mir mein Dessert serviert hat, war es in Istanbul bereits 6:30 Uhr am Morgen und entsprechend befanden wir uns seit vier Stunden in der Luft. Auf einem Nachtflug ist dies eine nicht akzeptable Geschwindigkeit für den Service.

Man muss zur Ehrenrettung der Crew allerdings sagen, dass es für alle der erste Flug auf dem Dreamliner war und man sich daher noch nicht eingespielt hatte. Allerdings war mir dies als übermüdeter Kunde im ersten Moment auch herzlich egal und ich wollte nur noch schlafen.

Auch wenn der Flug durch die Nacht ging gab es kein Frühstück vor der Landung, wie ich es erwartet hätte, sondern ein Lunch/Dinner. Bei einer Landung um 19 Uhr in Bali war dies aber auch passend und ich bin sowieso kein großer Fan von Frühstück im Flugzeug.

Der zweite Service war dann auch wesentlich schneller und man hat etwa drei Stunden vor Bali damit begonnen die Tische einzudecken. Die Vorspeise, welche direkt zusammen mit dem kleinen Dessert serviert wurde, war nicht sonderlich spektakulär, aber durchaus essbar.

Der Hauptgang war dann tatsächlich das beste Essen, was mir Turkish Airlines auf dieser Reise serviert hat und auch wenn es nicht so aussah, hat es sehr gut geschmeckt.

Ich habe vor der Landung mehrere Cappuccino bestellt und hier hat man sehr gut gesehen, wie sich die Crew nach und nach erst mit dem Flugzeug vertraut gemacht hat. Während der erste Kaffee fast 20 Minuten gedauert hat und nicht wirklich schön aussah, war der dritte binnen zwei Minuten nach meiner Bestellung am Platz und hatte eine perfekte Schaumkrone.

Zum Abschluss des Essens wurden dann noch einmal heiße Tücher verteilt, bevor die Crew mit den Vorbereitungen für die Landung begonnen hat.

Auch wenn ich den Service auf diesem Flug als sehr schlecht bezeichnen würde, muss ich noch einmal betonen, dass die Crew wirklich nett und freundlich war und ich würde sie auch als bemüht einstufen. Allerdings wirkten sie in weiten Teilen des Service sehr überfordert, was ich auf fehlendes Crewtraining zurückführen würde.

Neue Turkish Airlines Business Class Boeing 787-9 | Ich hatte Sicherheitsbedenken!

Diese Punkte sind die, welche mich am meisten besorgt oder gestört haben, denn an dem nagelneuen Flugzeug haben eine Reihe von Dingen, besonders an meinem Sitz nicht funktioniert und teilweise habe ich mich sogar gefragt, ob man diesen so betreiben darf. Daher möchte ich es gerne im Detail ansprechen.

Mein IFE ist zu Beginn des Fluges im fünf Minuten Takt abgestürzt und hat sich manchmal automatisch und manchmal durch Zutun der Flugbegleiter neu gestartet. Dies ist auch schon vor dem Start passiert und so wurde auf meinem Sitz z.B. kein Sicherheitsvideo abgespielt.

Das zeigte mein Bildschirm fast den kompletten Flug an, auch bei der Sicherheitsvorführung.

Nachdem ich das Sicherheitsvideo auch auf den Nachbarsitzen nicht wirklich sehen konnte und es so nur akustisch mitbekommen habe, stellte sich mir die Frage ob man wirklich starten darf, wenn nicht alle Passagiere das Briefing erhalten haben. Die Crew hat es übrigens mitbekommen, denn mein Bildschirm wurde während der Sicherheitsdemo neu gestartet.

Dass auch das Internet auf diesem Flug nicht funktionierte passte leider ins Bild. Sehr schade, denn bei Turkish Airlines ist das Internet für die Business Class kostenlos und meiner Erfahrung nach recht brauchbar.

Was mir aber wirklich Kopfzerbrechen gemacht hat, war mein Sicherheitsgurt, welcher offensichtlich falsch montiert wurde, denn die Halterung für den 3- Punkt-Gurt war auf der falschen Seite!

Rechts: ein korrekt montierter Gurt, Links: der falsch montierte Gurt

Auch wenn man auf den Bildern den Unterschied vielleicht nicht auf den ersten Blick erkennt – wenn der Schultergurt bei einem 3-Punkte-Gurt-System nicht über Kreuz verläuft, hat dieser wenig bis keinen Effekt. Mir fällt es sehr schwer zu glauben, dass dies so korrekt sein soll oder zulassungsfähig ist.

Man müsste hier nur den Hüftgurt einmal drehen und die Verschlussseite mit der Schnallenseite tauschen (was sich binnen wenigen Minuten am Boden machen lässt), um dieses Problem zu beheben. Ich gehe hier tatsächlich von einem Montagefehler aus.

Der Flugbegleiter beim Kabinencheck vor dem Start hat hier auch nicht schlecht geschaut und erst einmal den Kabinenchef herbeigerufen, dieser sagte aber „die sind absolut normal“. Nachdem nur mein Sitz betroffen war, hatte ich hier meine Zweifel.

Neue Turkish Airlines Business Class Boeing 787-9 | Frankfurtflyer Kommentar

Ich muss zugeben, dass ich in dieser Review nicht ausschließlich positiv über die neue Turkish Airlines Business Class schreibe und dies liegt nicht nur daran, dass ich von dem Flug enttäuscht war. Sicher haben meine hohen Erwartungen an das neue Produkt nicht geholfen, denn alleine der eingesetzte Sitz ist für echte Langstrecken eigentlich zu eng und damit fast allen Produkten die schon auf dem Markt sind unterlegen.

Was mich aber besonders schockiert hat, war der wirklich schlechte Service, was ganz offensichtlich daran lag, dass die Crew schlecht auf den Flug vorbereitet wurde. Vielleicht habe ich mir hier mit einem späten Nachtflug und der zweiten Langstrecke auf einem neuen Flugzeugtyp auch den falschen Flug ausgesucht, aber es ist schon lange her, dass ich so unzufrieden mit dem Service auf einem Flug war.

Direkt nach diesem Flug habe ich gesagt, dass ich so schnell nicht noch so einen Flug in der Turkish Airlines Business Class brauche, allerdings muss ich ganz klar sagen, dass man durchaus gesehen hat, dass die Airline und das Produkt Potenzial hat – Zumindest wenn man mit dem sehr engen Sitz zurecht kommt.

Vielleicht werde ich Turkish Airlines noch einmal auf einem Tagflug eine Chance geben, denn man muss immer bedenken, dass dieser eine Flug nur eine Momentaufnahme war.


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5 Kommentare

  1. Das mit dem Warten im Finger hat einen recht simplen Grund, zumindest in Europa und den geltenden EU Richtlinien. Biste im Finger, haste schon deine Bordkarte gescannt, bist also offiziell on Board. Ist halt besser im Falle von Entschädigungsansprüchen, kann die Airline ein wenig besser argumentieren. Meister darin ist Swiss, habe schon mehrfach erlebt, daß Passagiere, wenn sich 1h Verspätung andeutet, schnell in den Finger gepresst wurden.

  2. Ich fliege Ende September die gleiche Strecke. Welche Sitzreihen sind näher am Fenster? Ich konnte bis jetzt aus keiner Seatmap schlau werden und die Hotline hat auch nicht wirklich weiter geholfen. Auf den Bildern sieht es nach den geraden Reihen (2,4,6) aus. Vielleicht kannst du mir weiterhelfen.

  3. Danke für das aussagekräftige Review!
    Ist ja wirklich schade! Wenn ich mal die ganzen Servicesachen herausfiltere, die sich verbessern lassen und wohl auch werden, dann bleibt ein Sitz, der für mich mit 1,92 zu kurz ist, um gut zu schlafen. D.h. Türkisch mit 787 ist raus. Auf den bisherigen (flachen) sitzen habe ich am Fenster eigentlich ganz gut geschlafen, insbesondere auch weil der Fußraum mit den Ottomanen offen ist.
    Zusammen mit der regelmäßigen Flugzeuglotterie ist Turkish damit erstmal weniger attraktiv geworden. Dabei hatte ich gehofft, dass Turkish mit der neuen Business eine zunehmend gute Option wird, da die geographische Lage Richtung SOAsien und ggf. mal Australien für *A eine gute Alternative bieten kann.

  4. Toller, wirklich informativer Bericht mit super Fotos, danke! Schwer verständlich, wieso Turkish diesen Sitz ausgewählt hat. Man sieht ja schon auf den ersten Blick, dass dieser einige Design-Fehler hat und gegenüber anderen Sitzen wie Polaris/El Al, Vantage XL usw. nur Nachteile hat.

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